Behörde für Arbeit, Soziales, Familie und Integration

Eigenbeteiligung Kosten der Schuldnerberatung

Die Beratung in den privaten Beratungsstellen ist nicht kostenfrei. Die Stadt übernimmt jedoch die Kosten einer Schuldner- oder Insolvenzberatung für Ratsuchende, die über kein ausreichendes Einkommen verfügen.

Kosten der Schuldnerberatung

Für wen werden die Kosten übernommen?

Die Beratungskosten werden immer übernommen für Personen, die

  • laufende Hilfe zum Lebensunterhalt (Sozialgesetzbuch XII, Kapitel 3) oder
  • Leistungen der Grundsicherung im Alter und bei Erwerbsminderung (Sozialgesetzbuch XII, Kapitel 4) erhalten oder
  • nach dem Sozialgesetzbuch II (Grundsicherung für Arbeitsuchende) leistungsberechtigt sind.

Das gilt auch bei Ratsuchenden, die Leistungen zur Überwindung besonderer sozialer Schwierigkeiten (Sozialgesetzbuch XII, Paragraf 67) oder Leistungen der Kriegsopferfürsorge beziehen.

Wer muss die Kosten selbst tragen?

Wer über ausreichend eigene Mittel verfügt, muss sich angemessen an den Beratungskosten beteiligen oder bezahlt die Schuldnerberatung vollständig selbst.

Die Übernahme der Kosten hängt von der Höhe des Netto-Haushalts-Einkommens ab. Die Einkommensgrenzen sind dabei gestaffelt, so dass ab einer bestimmten Einkommenshöhe ein Eigenanteil von 180 Euro an die Beratungsstelle zu zahlen ist (siehe unten). Die restlichen Kosten übernimmt dann das zuständige Grundsicherungs- und Sozialamt.

Übrigens: Kurz- und Notfallberatungen (PDF, 30 KB) sind grundsätzlich kostenfrei.

Wo stelle ich einen Antrag auf Kostenübernahme?

Den Antrag auf Übernahme der Beratungskosten stellen Sie mit der von Ihnen ausgewählten Beratungsstelle, die Ihnen auch die Einzelheiten erklärt.

Einkommensgrenzen

Der unten stehenden Tabelle können Sie entnehmen, bis zu welchem Einkommen die Beratungskosten übernommen werden und ab wann ein Eigenanteil zu zahlen ist. Dabei werden grundsätzlich alle Netto-Einnahmen (Lohn, Sozialleistungen, Kindergeld etc.) der Haushaltsmitglieder zusammen gerechnet.

Pfändungen, die das verfügbare Einkommen entsprechend den Bestimmungen nach Paragraf 850c Zivilprozessordnung mindern, werden ebenfalls berücksichtigt.

Erläuterungen

Die Einkommensgrenzen sind gestaffelt nach der Haushaltsgröße ("Personenzahl im Haushalt"). Je nach Höhe des Einkommens bestehen drei Möglichkeiten:

  • Kostenlose Beratung: Wer mit seinen monatlichen Netto-Einnahmen unter der Einkommensgrenze "kostenlose Beratung" liegt, hat Anspruch auf eine vollständige Übernahme der Beratungskosten.
  • Eigenanteil: Personen mit Einnahmen, die zwischen der Einkommensgrenze "kostenlose Beratung" und der zweiten Einkommensgrenze ("Obergrenze") liegen, müssen sich mit 180 Euro an den Beratungskosten beteiligen. Dieser Eigenanteil ist direkt an die Beratungsstelle zu zahlen. Die restlichen Beratungskosten werden von der Stadt Hamburg übernommen.
  • Selbstzahler: Keinen Anspruch auf Kostenübernahme hat, wer mit seinem Netto-Haushaltseinkommen über der zweiten Einkommensgrenze ("Obergrenze") liegt. Die Beratungskosten sind vollständig selbst zu bezahlen.

Weitere Einzelheiten erklären Ihnen die Beratungsstellen, die mit Ihnen auch die Kostenübernahme beantragen.

Personenzahl im Haushalt

kostenlose Beratung

Beratung mit Eigenanteil / Obergrenze

1 Erw.

1.298 €

1.498 €

1 Erw. + 1 Kind

1.750 €

1.950 €

1 Erw. + 2 Kinder

2.227 €

2.427 €

1 Erw. + 3 Kinder

2.681 €

2.881 €

2 Erw.

1.655 €

1.855 €

3 (2 Erw. + 1 Kind)

2.132 €

2.332 €

4 (2 Erw. + 2 Kinder)

2.583 €

2.783 €

5 (2 Erw. + 3 Kinder)

3.157 €

3.357 €

6 (2 Erw. + 4 Kinder)

3.651 €

3.851 €

für weitere Personen
= wie Differenz zwischen 5-Pers. / 6-Pers.-Haushalt

+494 €

*Einkommensgrenzen gültig ab 01.05.2016