Behörde für Gesundheit und Verbraucherschutz

Informationen Praxen und Kliniken

Krebsregister: Informationen für Praxen und Kliniken

Das Hamburgische Krebsregister ist seit dem In-Kraft-Treten des novellierten HmbKrebsRG am 1. Juli 2014 ein integriertes klinisch-epidemiologisches Krebsregister. Der gesamte Datenbestand des bisherigen epidemiologischen Krebsregisters wird übernommen, weiter geführt und fortlaufend um die erfassten Diagnosen, die Erkrankungsverläufe und Behandlungen ergänzt.

Seit dem 1. Juli 2014 sind die für die Versorgung von Krebspatientinnen und Krebspatienten zuständigen Krankenhäuser, Arzt- und Zahnarztpraxen oder andere ärztliche Einrichtungen der onkologischen Versorgung in Hamburg dazu verpflichtet, Angaben über Neuerkrankungen an das Hamburgische Krebsregister (HKR) nach dem aktuell gültigen Gesetz zu melden und die für Erfüllung der Meldeverpflichtung zuständigen ärztlichen Ansprechpartner zu benennen. Alle Ärztinnen und Ärzte sowie Zahnärztinnen und Zahnärzte sind weiterhin zu Meldungen berechtigt. Hierfür steht Ihnen das Melderportal des Hamburgischen Krebsregisters zur Verfügung, das von Praxen mit geringen Aufkommen von Patienten/-innen mit Tumorerkrankung(en) kostenlos genutzt werden kann. Ebenso haben Sie die Möglichkeit, selbst erzeugte XML-Dateien per Melderportal dem Krebsregister zu übersenden.

Für die Meldungen sind sogenannte Meldeanlässe definiert, also Zeitpunkte im Verlauf einer Krebserkrankung, nach denen innerhalb von acht Wochen die entsprechenden Daten an das HKR zu übermitteln sind. Die Meldungen sollen elektronisch erfolgen. In Absprache mit anderen Bundesländern wurde hierfür ein Melderportal entwickelt, das die technisch sichere Übermittlung der Daten gewährleistet. Meldende Einrichtungen sind auch dazu berechtigt, die im Rahmen anderer Dokumentationserfordernisse wie etwa der Abrechnung oder der technischen Überwachung erfassten Daten für Meldungen zu nutzen, um Mehrfachdokumentationen zu vermeiden.

Die Inhalte und die Form der Meldungen sind im Gesetz festgelegt und im bundesweit einheitlichen Datensatzes der Arbeitsgemeinschaft Deutscher Tumorzentren e.V. und der Gesellschaft der epidemiologischen Krebsregister in Deutschland e.V. zur Basisdokumentation für Tumorkranke und ihn ergänzender Module formuliert. Die Beschreibung der entsprechenden XML-Schnittstelle für elektronische Meldungen liegt vor.

Jede Patientin und jeder Patient ist vor Übermittlung der Daten bei einer Erstmeldung schriftlich umfassend über die Meldung, die Aufgaben des Hamburgischen Krebsregisters und das Widerspruchsrecht zu unterrichten. Ausnahmen sind in § 2 Absatz 4 HmbKrebsRG definiert. Das Informationsmaterial für die Patientinnen und Patienten steht Ihnen kostenlos zur Verfügung (Faxvorlage zur Anforderung von Materialien). Jede Patientin und jeder Patient hat außerdem die Möglichkeit, Auskunft über die zur eigenen Person im Krebsregister gespeicherten Daten zu erlangen.

Die von Ihnen an das Krebsregister übermittelten Meldungen werden vergütet. Voraussetzung für die Aufwandsentschädigung ist allerdings, dass bei der Meldung die Kasse und die Krankenversicherungsnummer der Patientin oder des Patienten angegeben werden.

Unter der Rubrik Service finden Sie weitere hilfreiche Hinweise und Dokumente.

Im weiteren bietet das Hamburgische Krebsregister jeden ersten Mittwoch im Monat eine kostenlose Melderportal- und Tumordokumentationsschulung an. Mehr Informationen hierzu finden Sie in der Rubrik Fortbildung.