Die Beatles: Eine Hamburger Musikkarriere

Am 17. August 1960 startet die Hamburger Karriere der Beatles im berüchtigten "Indra". Hier wird der Grundstein zu einer der größten Musikkarrieren aller Zeiten gelegt. hamburg.de nimmt Sie mit auf eine Zeitreise in die 60er Jahre. Erfahren Sie wie die Geschichte der "Pilzköpfe" begann.

Alles zur Geschichte der Beatles in Hamburg.

Der 17. August 1960: Beginn einer Weltkarriere
Am 17. August 1960 beginnt die Karriere der Beatles in Hamburg. An diesem Abend betreten die Fab Four zum ersten Mal die Bühne des "Indra" in der großen Freiheit. Bruno Koschmider, eine Hamburger Kiezgröße der damaligen Zeit, war auf der Suche nach englischen Musikgruppen für seine Nachtclubs und hatte sich an seinen Liverpooler Geschäftspartner Allan Williams gewandt, der ihm die Beatles vermittelte.

Eine "Schau" im Indra
Koschmider forderte John Lennon, Paul McCartney, George Harrison, Stuart Sutcliffe und den wenige Tage zuvor rekrutierten Schlagzeuger Pete Best dazu auf, eine "Schau" zu machen, was zu wüsten Bühnenabenden führte. 48 Mal tritt man im "Indra" auf, das damals vor allem von Prostituierten und ihren Kunden frequentiert wurde, bevor der Club wegen Lärmbeschwerden der Nachbarn geschlossen werden muss. Viereinhalb Stunden wochentags und sechs Stunden am Wochenende beträgt die Arbeitszeit der Band. Am 3. Oktober 1960 spielen die Beatles das letzte Mal dort.

Erfindung der "Pilzköpfe"
Die Band lernt die Fotografen Astrid Kirchherr und Jürgen Vollmer, sowie den angehenden Künstler Klaus Voormann kennen, die Stil und Auftreten der Band (z.B. die Pilzkopf-Frisuren) maßgeblich prägen und erstmals professionelle Foto-Aufnahmen von Lennon & Co. machen.

Umzug in den Kaiserkeller
Koschmider gehört zu dieser Zeit auch der "Kaiserkeller" ein paar Häuser weiter. Ab dem 4. Oktober 1960 spielen die Beatles ganze 58 Abende dort. Sie wechseln sich mit "Rory Storm & The Hurricanes" ab, bei denen ein gewisser Richard Starkey (alias Ringo Starr) am Schlagzeug sitzt.

Flucht aus Hamburg
Am 30. November 1960 geht der letzte Beatles-Auftritt im "Kaiserkeller" über die Bühne, ohne George Harrison, der am 21. November abgeschoben wird, da er mit 17 Jahren zu jung ist, um in Nachtclubs zu arbeiten. Es wird vermutet, dass Bruno Koschmider selbst der Polizei den Tipp gab, da er darüber verärgert war, dass die Beatles in den Top Ten Club wechseln wollten. Paul McCartney und Pete Best werden gleichzeitig der Brandstiftung verdächtigt, so dass die Band Deutschland zunächst verlassen muss.

92 Nächte im Top Ten Club
Am 1. April 1961 kehrt die Band zurück in die Hansestadt. 92 Nächte in Folge spielen Sie im "Top Ten Club" an der Reeperbahn (heute: Pizza Hut). Man spielt 7 Stunden pro Abend, am Wochenende sogar noch eine mehr. Am 1. Juli 1961 findet der letzte Auftritt auf der Reeperbahn statt.

Erste Plattenaufnahme mit Tony Sheridan
Am 22. und 23.06.1961 nehmen die Beatles als Begleitmusiker von Tony Sheridan ein paar Stücke in der Friedrich-Ebert-Halle in Harburg auf (u.a. "My Bonnie"). Auf der Plattenhülle wird später "Tony Sheridan & The Beatbrothers" stehen, die Beatles finden gar keine Erwähnung. 

Die Star-Club Ära
Am 13. April 1962 treten die Beatles ein insgesamt 7-wöchiges erstes Engagement im neu eröffneten "Star Club" an. Am 1. November folgt die zweite Serie von 14 Konzerten zusammen mit Little Richard. Weitere zwei Wochen folgen im Dezember 1962. Der 31. Dezember 1962 markiert den letzten Auftritt im "Star Club".

Rückkehr 1966
Erst im Juni 1966 kehren Paul McCartney, Ringo Starr, George Harrison und John Lennon zurück an ihre alte Wirkungsstätte. Im Rahmen der "Bravo Beatles Bltztournee" spielen sie zwei Konzerte in der Ernst-Merck-Halle (heute Messegelände). Support: "The Rattles". Die Arbeitszeit hat sich im Gegensatz zu den Anfängen deutlich verkürzt: Nur eine gute halbe Stunde wird jeweils gespielt. Es ist gleichzeitig das letzte reguläre Auftritt der Pilzköpfe auf einer europäischen Bühne.