Fotograf Robert Jahns Ein Hamburger auf Instagram

Der Hamburger Fotograf Robert Jahns nutzt das soziale Netzwerk Instagram um seine märchenhaft bis surreal anmutenden Fotos in der Welt zu verbreiten. Rund 250.000 Fans hat er bereits. Wir haben ihn interviewt.

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Hamburger Fotograf Robert Jahns

Robert Jahns: Der Netzwerk-Fotograf

Viele Fotografen nutzen soziale Netzwerke, um auf ihre Arbeiten aufmerksam zu machen. Ohne großen Aufwand und mit etwas Glück, kann so durchaus der ein oder andere Auftrag ins Haus flattern.

Auch der Hamburger Fotograf Robert Jahns nutzt die Plattform Instagram, um neue Kontakte zu knüpfen. Dort veröffentlicht Jahns seine fantasievollen fotografischen Collagen, die oft märchenhaft und manchmal surreal anmuten. Ein Elefant schwebt an Luftballons über New York, eine Frau erklimmt im Abendkleid eine nackte Felswand – das sind typische Motive von Jahns.

Auch wenn Jahns von seiner Fotografie nicht leben muss – er ist hauptberuflich Art Director – schätzt Jahns das direkte Feedback der Community. Und das ist durchaus positiv. Immerhin 247.000 Fans hat Jahns schon, der seine Fotos bei Instagram unter dem Namen „nois7“ publiziert.

Jahns arbeitet jetzt an einem Kinderbuch, das er mit seinen Fotos illustrieren will. Das Honorar will er Kindern in Not spenden. 

Interview mit Robert Jahns

hamburg.de: Herr Jahns, wann hatten Sie zum ersten Mal eine Kamera in der Hand? Was war auf ihrem ersten Foto zu sehen?
Jahns: Zur Fotografie bin ich durch meinen Vater gekommen. Er hatte sich damals eine Kamera gekauft die ich dann manchmal benutzen konnte was mein Interesse immer mehr steigerte. Zu dem Zeitpunkt war ich 15 Jahre alt. Davor hatte ich schon Bilder mit Bildbearbeitungsprogrammen wie Photoshop bearbeitet. An mein erstes Bild kann ich mich nicht mehr erinnern, sicherlich ein Schnappschuss.

Ihre Bilder sind sehr phantasievoll, fast schon surreal. Träumen Sie die Bilder, oder wie kommen Sie auf die Ideen?
Leider träume ich so gut wie gar nicht, oder ich kann mich nicht dran erinnern. Vielleicht liegt es aber auch daran, dass ich tagsüber sehr kreativ bin.Meine Ideen sind von verschiedenen Dingen beeinflusst. Das können Bilder sein aber auch Musik oder Texte. Ich will mit meinen Bildern Sachen möglich machen, die eigentlich nicht möglich sind oder sogar nicht existieren.

Haben Sie ein besonderes Vorbild, einen Fotografen, den Sie besonders schätzen?
Alle Künstler, denen ich auf Instagram folge, inspirieren mich in gewisser Weise. Besonders schätze ich diejenigen, die z.B. Tipps geben oder hinter die Kulissen blicken lassen. Dadurch habe ich viel experimentiert und selbst dazu lernen können. Jetzt gebe ich das Wissen gerne weiter. Ich habe immer wieder meine Favoriten bei Instagram, oft sind es auch Leute mit denen ich in Kontakt stehe. Besonders schätze ich schon seit langem Chris Ozer (@chrisozer), 13th Witness (@13thwitness), Jason Peterson (@jasonmpeterson) und Ravi Vora (@ravivora).

Ihre Homepage sieht, nun ja, ein wenig verwaist aus. Kaum Fotos. Dafür veröffentlichen Sie umso mehr über Instagram. Was hat Sie dazu bewogen?
Instagram ist eine Social Media Platform mit über 150 Mio aktiven Nutzern. Mehr als 75 Mio nutzen Instagram täglich. Um direktes Feedback auf seine Arbeit zu bekommen und sein Bekanntheitsgrad zu steigern ist Instagram die perfekte Platform. Mit der Zeit habe ich mir dort eine große Fanbase aufbauen können, sodass mir mittlerweile über 246.000 Menschen von der ganzen Welt folgen. Pro Bild bekomme ich im Durchschnitt 18.000 likes und 500 Kommentare, so einen Erfolg hätte ich auf keiner anderen Social Media Platform oder geschweige denn auf meiner eigenen Website. Ebenso ist es sehr interessant mit Künstlern aus aller Welt zusammen zu arbeiten, dadurch sammelt man eine Menge Erfahrung die einen persönlich aber auch beruflich weiterbringen kann. Instagram ist eine perfekte Platform um neue Kontakte zu knüpfen. Meine Website www.nois7.com nutze ich, um für mein Buch zu werben oder Smartphone Wallpaper meiner Bilder anzubieten, welche frei zum Download bereit stehen. 

Bei Instagram nennen Sie sich nois7. Das klingt wie das englische Wort für Lärm oder auch Störung. Zufall oder Absicht?
Das ist tatsächlich reiner Zufall. Ich habe versucht aus meinem Namen ein Pseudonym zu kreieren was nach 10 Minuten aber immer noch nicht geklappt hat. Ich habe dann angefangen auf der iPhone Tastatur rumgetippt bis dann nois erschien. Ich bin 1987 geboren also dachte ich an nois87. Da es mir wichtig ist, dass sich ein Name schnell einprägt und gut aussprechen lässt, entschied ich mich für nois7 was wie noise und seven ausgesprochen wird. 

Auf einem Ihrer Bilder schwebt ein Elefant an hunderten Luftballons hoch über New York. Das sieht nach professioneller Bildbearbeitung aus. Wie machen Sie das?
Ich erstelle meine Bilder lediglich auf dem iPhone, was die meisten nicht glauben, da sie nicht wissen das so etwas mit den richtigen Apps und dem Know-how möglich ist. Sobald ich das Bildkonzept durchdacht habe, fotografiere ich die einzelnen Bildteile, die ich für die Kreation benötige. Anschließend maskiere ich die Bilder und montiere sie mit anderen, sodass etwas komplett neues entsteht. Das Wichtigste ist allerdings die Idee hinter meinen Bildern. Ich versuche mit jeder Kreation eine Geschichte zu erzählen und die Fantasie der Leute anzuregen. Oft wirken meine Bilder so real, dass die Leute denken es sei tatsächlich echt. 

Sie sind hauptberuflich Art Director. Sind Ihre Fotos schon Kunst oder noch Art Design?
Ich denke das liegt im Angesicht des Betrachters. Manche sagen es ist Kunst und manche denken es ist Design weil es digital produziert wird. Ich persönlich sehe mich als Art Designer. Teilweile sind meine Bilder schon Kunst (z.B. der Elefant mit Schmetterlingsohren), teilweise aber zu real um als Kunst zu gelten.

Sie sind ja Hamburger. Hamburg-Motive sind auf Ihren Fotos aber eher selten. Wie erklären Sie dieses “Versäumnis“ unseren Usern, die, wie wir wissen, Hamburg einfach lieben.
Um meine Bildideen zu verwirklichen benötige ich einfach andere Städte oder Motive. Hamburg ist eine wunderschöne Stadt aber ich denke eher international und da ich die Möglichkeiten habe, mit Fotografen aus verschiedenen Ländern zu arbeiten nutze ich diese Möglichkeit natürlich auch. 

Es gibt da dieses Foto von einer im Wald schwebenden Frau im roten, wallenden Gewand. Unter ihr im Schnee heult ein Wolf. Wir sagen mal Rotkäppchen, was sagen Sie?
Das Bild ist vor etwa 1 Jahr entstanden, da habe ich meinen Stil noch nicht ganz gefunden und ich habe sehr viel experimentiert. Es soll Rotkäppchen darstellen, die elegant vor dem Wolf Schutz sucht. Ich spiele oft mit der Schwerkraft und habe dort versucht ihren Ausdruck eher weich und sicher darzustellen, als hätte sie keine Angst und mehr Macht über den Wolf als umgekehrt.

Wir haben gehört, dass Sie an einem Kinderbuch mit Ihren Fotos arbeiten und mit den Einnahmen Kindern in Not helfen wollen. Ist das Buch bald fertig ?
Das Buch ist bereits fertig, allerdings ist es kein Kinderbuch geworden, um die Zielgruppe noch zu erweitern. Es ist ein Bilderbuch,in dem die Bilder jeweils mit einem Zitat beschmückt werden, die dem Betrachter die Möglichkeit geben selbst fantasievoll drüber nachzudenken. Pro verkauftem Buch spende ich 10$ an charity: water, einer Hilfsorganisation die sich, wie der Name schon sagt, um sauberes Trinkwasser in der dritten Welt kümmert. Das Buch und weitere Informationen dazu können auf meiner Website gefunden werden.

Sind Sie bei Instagram schon auf Fotografen gestoßen, mit denen Sie gerne einmal zusammenarbeiten würden?
Das passiert täglich. Instagram bietet eine ideale Möglichkeit mit Künstlern zusammen zu arbeiten. Ich konnte dadurch in den letzten Jahren viele Kontakte knüpfen und viel Erfahrung sammeln. Immer wieder bin ich interessiert an sogenannten "Collabs" mit Instagrammern. Meistens lasse ich mir Bilder zuschicken, mit denen ich dann etwas ganz neues kreiere. Ich bin ständig auf der Suche nach neuen Künstlern. Dank Instagram ist es mir möglich, diese zu finden. Besonders cool ist es, wenn man die Instagrammer auch noch persönlich trifft und kennen lernt.

Welche Frau würden Sie wahnsinnig gerne mal neben einem Elefanten fotografieren und welchen Mann?
Da musste ich lange drüber nachdenken. Bei manchen Bildern posiert meine Verlobte für mich, sie hätte daran sicherlich auch Spaß. Rick Genest (Zombieboy) ist irre interessant und wenn man den Elefanten noch als Zebra anmalt und alles in schwarz weiß fotografiert wäre es doch eine coole eigenartige Sache. Da ich bereits die Möglichkeit hatte für Tyra Banks ein Bild zu erstellen, wäre es natürlich auch interessant sie zu fotografieren und persönlich kennenzulernen.

Ein Hamburger auf Instagram
Der Hamburger Fotograf Robert Jahns nutzt das soziale Netzwerk Instagram um seine märchenhaft bis surreal anmutenden Fotos in der Welt zu verbreiten. Rund 250.000 Fans hat er bereits. Wir haben ihn interviewt.
http://www.hamburg.de/image/4259880/1x1/150/150/1c9bfbf343cb4b85a9bbdb5e2f2c015/ox/der-fotograf-bekannt-als-nois7.gif
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