Behörde für Kultur und Medien

Kunst im öffentlichen Raum Stadtkuratorin Hamburg


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Die Stadtkuratorin gibt der Kunst im öffentlichen Raum neue Impulse

„Stadtkuratorin Hamburg“ ist ein von der Kulturbehörde initiiertes Projekt zur Aktualisierung und Neuausrichtung des Programms „Kunst im öffentlichen Raum“. Die Kuratorin Sophie Goltz wurde im Sommer 2013 zur Künstlerischen Leiterin dieses Initiativprojekts ernannt.

Ziel des Projekts ist es, den aktuellen Stand der Debatte um Kunst im städtischen Kontext zu reflektieren und zur Diskussion anzuregen. Die Stadtkuratorin soll zudem neue Formate der Ausstellung und der Kunstproduktion ermöglichen und so der Kulturszene Hamburgs neue Impulse geben.

vergrößern Bild von Sophie Goltz Sophie Goltz (Bild: Charlotte Duale) Dazu erklärt Sophie Goltz: „Wichtig in meinen programmatischen Überlegungen ist der 70. Jahrestag der Befreiung vom Faschismus im Mai 2015. In der Vergangenheit sind hier viele kritische Mahnmale als Kunst im öffentlichen Raum entstanden, die jedoch – das zeigt sich heute –, sehr wohl in ein selbstgerechtes, unkritisches Weltbild der ‚geläuterten Nation‘ eingepasst werden können. Dadurch werden sie neuen, gegenwärtigen Herrschaftsformen dienlich, denen es eine andere, bessere Zukunft entgegenzusetzen gilt.“

Das internationale Programm der Stadtkuratorin mit dem Motto "Wir sind keine Enten auf dem Teich. Wir sind Schiffe auf dem Meer."* findet zwischen April 2014 und November 2015 inner- und außerhalb Hamburgs statt. Sophie Goltz verknüpft dabei aktuelle künstlerische Positionen und Diskurse zur Kunst im öffentlichen Raum mit der spezifischen Geschichte und Gegenwart solcher Kunstwerke in Hamburg. Mit dem Projekttitel wird eine Arbeit des US-amerikanischen Künstlers Lawrence Weiner “Wir sind keine Enten auf dem Teich. Wir sind Schiffe auf dem Meer.*” von 1989 in Hamburg zitiert. Internationale künstlerische Positionen und Diskussionen zur Kunst im öffentlichen Raum werden mit der spezifischen Geschichte und Gegenwart solcher Kunstwerke in Hamburg verknüpft.

Das Programm umfasst die Bereiche „Aktivieren“, „Kuratieren“ und „Vermitteln“.

Aktivieren

Die Geschichte bereits bestehender Kunstwerke im Hamburger Stadtraum wird erforscht und unter den Bedingungen einer transkulturellen Kunstgeschichte neu bewertet.

In der Reihe Stadtgespräch stellen vom Herbst 2014 bis Mai 2015 internationale Künstlerinnen und Künstler, Wissenschaftler und Aktivisten ihre theoretischen und praktischen Ansätze einer aktuellen Metropolenkritik vor. Hier geht es zum Programm.

Als erste Veranstaltung hatte ein Internationales Symposium (23. - 25. Mai 2014)  mit ehemals am Programm beteiligten Künstlerinnen und Künstlern stattgefunden. Dabei waren Ute Meta Bauer, Mark Dion, Esther Shalev-Gerz, Lawrence Weiner und andere eingeladen, ihre Projekte rückblickend vorzustellen und gemeinsam mit Kuratorinnen und Kuratoren ihre Begriffe von „Kunst“, „Öffentlichkeit“ und „Stadt“ aus globaler Perspektive zu hinterfragen. Das Symposium ist umfangreich dokumentiert.

Kuratieren

Strategien aktueller zeitgenössischer Kunst werden befragt: Welche Kunst ist in einer Zeit der Erosion öffentlicher demokratischer Räume und zunehmend „rebellischer Städte“ notwendig und angemessen?

Vermitteln

vergrößern The Silent University Hamburg (Bild: The Silent University Hamburg) Gemeinsam mit der Hochschule für Bildende Kunst (HfBK) Hamburg werden Kooperationsprojekte künstlerischen und theoretischen Lernens initiiert: kommunales Lernen als demokratische Teilhabe. Die Silent University Hamburg ist eine autonome Plattform zum Wissensaustausch von und für Menschen mit Flüchtlingsstatus und auf Asylsuche sowie für Interessierte.



Das zweijährige Programm stellt Zusammenhänge zwischen Kunst und Politik her und liest diese entgegen einer westlich tradierten Lesart, die einem Europa im 21. Jahrhundert gerecht werden. Diskurse zum Urbanen und zum Öffentlichen sollen neu gedacht sowie erweiterte Perspektiven und Begriffe gefunden werden, um zu ergründen, mit welchen Mechanismen und zu welchen Bedingungen „Öffentlichkeit“ geschaffen wird. Ziel aller Aktivitäten ist es, die Möglichkeiten von Kunst im öffentlichen Raum in Hamburg neu auszuloten und von Hamburg aus eine Diskussion um europäische wie globale Kunst und Kultur anzuregen.

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