Mexiko in Hamburg Weit mehr als Tequila und Enchiladas

Vom "Herz der Maya" über eine gut gepflegte Handelbeziehung per Schiff bis hin zur erfolgreichsten Ausstellung aller Zeiten - Wer in Hamburg auf den Spuren Mexikos wandelt, entdeckt viel mehr als nur scharf gewürztes Essen und Agaven-Brand.

1 / 1

Länderspecials

Feste, Kunst und Kultur Mexikos in Hamburg

Welche Faszination und Beliebtheit die mexikanische Kultur hierzulande genießt, zeigt der große Erfolg, den die Frida Kahlo-Ausstellung 2006 im Bucerius Kunst Forum hatte. Fast 200.000 Menschen besuchten die Bilderschau, sie war damit die erfolgreichste Ausstellung, die das Bucerius Kunstforum bisher organisieren konnte. Weniger Gemälde, sondern Tonfiguren, Schmuck und Grabbeigaben zeigt die Dauerausstellung "Herz der Maya" im Völkerkundemuseum. Sie befasst sich mit der facettenreichen Kultur des beeindruckenden Volkes.
Die Mexiko-Galerie im Salomon-Heine-Weg 48b zeigt Kunst verschiedener mexikanischer Künstler. Zusätzlich können über den Ausstellungsraum Veranstaltungen geplant, entwickelt  und viele weitere Service-Angebote in Anspruch genommen werden. Die Ausstellung Wood Delivery Mexiko im Museum für Kunst und Gewerbe zeigt Aufnahmen des Brasilianers Sebastião Salgado, einem bedeutenden Vertreter des modernen Fotojournalismus. Zu sehen sind einfache Arbeiter, die ohne technische Hilfsmittel schwere Lasten über weite Entfernungen befördern.
Los Días de Muertos - Das Mexikanische Totenfest wird jährlich gefeiert, ist jedoch keine Trauerveranstaltung, sondern ein buntes Volksfest. Alle Gäste des Festes sind eingeladen den Altar mit Kerzen, Fotos und kleinen Erinnerungen an die Verstorbenen zu schmücken. Nach alt-mexikanischem Glauben kommen an Allerheiligen die Toten zu Besuch aus dem Jenseits und feiern mit den Lebenden ein besinnliches, fröhliches Wiedersehen mit Tanz, Musik und deftigem Essen. Diese erfrischende Sichtweise auf den Tod und ein Leben danach war Thema der Ausstellung "Totenkult in Mexiko" im Bestattungsforum Ohlsdorf.
Selbst ein Kiez-Kultgetränk ist auf den Namen Der Mexikaner getauft. Es besteht unter anderem aus Korn, Tomatensaft, Taki Taki - einem feurigen Tomatendrink - und Tabasco. Zu einem richtigen Reeperbahn Bummel gehört dieses Getränk für viele bereits dazu.

Mexikanische Gastronomie

Wer nach authentischer mexikanischer Küche sucht, dem sei auf jeden Fall das El Pikosito ans Herz gelegt. Wer die Homepage besucht, sollte etwas Spanisch können, die Speisekarte verrät jedoch auch auf Deutsch, welche Köstlichkeiten den Gast im gemütlichen Lokal erwarten.  Im Dos Amigos am Großneumarkt 54 erwartet die Besucher neben wechselndem Mittagstisch auch eine abwechslungsreiche Abendkarte mit zahlreichen mexikanischen Gerichten. Bei mildem Wetter empfiehlt es sich draußen zu sitzen, mit Blick auf den Marktplatz und die "Zwei Freunde" im Rücken. Das El Tequito am Fischmarkt in St. Pauli ist mexikanisches Restaurant und Bar in einem. Seit über 20 Jahren bietet es unweit der Reeperbahn mexikanische, amerikanische und kreolische Küche, dazu viele Cocktails. Die mexikanische Restaurantkette Bolero ist mit vier Restaurants in Hamburg vertreten, wer es intimer möchte, besucht das Café Mexiko in der Weidenallee, wo zu Tacos, Enchiladas, Quesadillas und Burritos diverse mexikanische Getränke wie Tequila und Mezcal ausgeschenkt werden.

Mexikanische Konsulate, Botschaften und Vereine

Der Deutsch-Mexikanische Gesellschaft e.V. (DMG) bietet diverse Veranstaltungen, Sozialprojekte und allgemeine Informationen über Mexiko. Die Mitglieder der DMG sind sowohl Mexikaner, Deutsch-Mexikaner als auch Deutsche und fördern gemeinsam die Beziehung zwischen den Ländern. In Hamburg und Umgebung agiert neben dem Konsulat die Vereinigung der hier lebenden mexikanischen Bürger, genannt CIMA. Der Círculo Mexicano Alemán e.V. lädt mehrmals im Jahr zu Veranstaltungen ein, häufig in Zusammenarbeit mit dem hiesigen Konsulat. So findet im Sommer alljährlich eine Mariachi-Messe im Michel statt. Am 20. September laden zudem das Konsulat und der CIMA zum Nationalfeiertag Mexikos ins Hotel Grand Elysée. An der TU Harburg sind derzeit übrigens 60 mexikanische Studenten eingeschrieben. Sie stellen damit nach China die zweitgrößte Gruppe ausländischer Studenten an der Universität dar.

Die Verbindung zwischen Mexiko und Hamburg

1798 erreichte das erste deutsche Handelsschiff den mexikanischen Atlantikhafen Veracruz - und zwar aus Hamburg. Der Grundstein für eine Handelsbeziehung zwischen Mexiko und der Hansestadt war gelegt. Mexiko war sogar das erste lateinamerikanische Land, das regen Handel mit der Hanse betrieb und ab 1825 den Hamburger Hermann Nolte als hanseatischen Handelsagenten empfing. Über die Jahre gediehen die diplomatischen Beziehungen und Handelsabkommen zwischen den Nationen und erreichten einen Höhepunkt nach der Jahrhundertwende, bis schließlich der zweite Weltkrieg sämtlichen Verbindungen ein Ende machte. Zwar sah Mexiko zu Beginn des Krieges noch keinen Grund den Deutschen den Krieg zu erklären, das änderte sich jedoch mit dem Angriff zweier mexikanischer Handelsschiffe durch ein deutsches U-Boot vor der Küste in Mexiko. Bereits 1950 wurde der konsularische Dienst zwischen Mexiko und Deutschland jedoch wieder aufgenommen. In Hamburg öffnete das Generalkonsulat der Vereinigten Mexikanischen Staaten, dessen Sitz sich gegenwärtig am Großen Burstah zwischen Rathaus und Rödingsmarkt befindet, am 16.04.1952 wieder seine Pforten. Über 1000 mexikanische Bürger, die im Konsularbezirk (HH, Schleswig-Holstein + Mecklenburg-Vorpommern) leben, sind dort derzeit registriert, wobei es natürlich keine Meldepflicht gibt und die Zahlen ein Verhältnis nur andeuten. 

Weit mehr als Tequila und Enchiladas
Vom "Herz der Maya" über eine gut gepflegte Handelbeziehung per Schiff bis hin zur erfolgreichsten Ausstellung aller Zeiten - Wer in Hamburg auf den Spuren Mexikos wandelt, entdeckt viel mehr als nur scharf gewürztes Essen und Agaven-Brand.
https://www.hamburg.de/image/4338540/1x1/150/150/fd59d960ae32bb87830e74ca3ebab51d/AN/-img-5270.jpg
20171206 12:33:35