Behörde für Umwelt und Energie

Strategische Lärmkartierung Lärmkarten

Die Richtlinie 2002/49/EG über die Bewertung und Bekämpfung von Umgebungslärm fordert von den Mitgliedstaaten, die Belastung der Bevölkerung anhand von strategischen Lärmkarten zu ermitteln.

Lärmkarten

Mit der Verordnung über die Lärmkartierung – 34. BImSchV vom 06. März 2006 erfolgte die Umsetzung in Bundesrecht.
Für den Ballungsraum Hamburg waren erstmals 2007 strategische Lärmkarten zu erstellen. Diese Lärmkarten sind mindestens alle fünf Jahre nach dem Zeitpunkt ihrer Erstellung zu überprüfen und bei Bedarf zu überarbeiten.
Für Hamburg ist das bis auf den Schienenverkehr in 2012 durch die zuständige Behörde für Stadtentwicklung und Umwelt (BSU) erfolgt. Für die Eisenbahnstrecken des Bundes ist das Eisenbahnbundesamt (EBA) zuständig. Für die Kartierung 2012 konnten die Karten allerdings erst Ende 2014 fertiggestellt werden. Die Karten mit der Überlagerung mit den Hamburg eigenen Schienenwegen sind im Downloadbereich abzurufen.
Die Berechnung des Umgebungslärms erfolgt nach den „Vorläufigen Berechnungsmethoden zum Umgebungslärm“ für die jeweiligen Quellen, womit eine Vergleichbarkeit der einzelnen Mitgliedstaaten der EU erreicht werden soll. Allerdings unterscheiden sich die Berechnungsergebnisse von denen, die sich bei Anwendung der Methoden ergeben, die die bundesdeutsche Rechtsetzung für die Bewertung und Beurteilung von Lärmquellen wie z.B. die Verkehrslärmschutzverordnung (16. BImSchV) vorschreibt. Eine Übertragbarkeit ist daher nicht gegeben.
Die Ermittlung der Belastetenzahlen innerhalb der Isophonen Bänder erfolgt entsprechend der Vorgaben der "Vorläufigen Berechnungsmethode zur Ermittlung der Belastetenzahlen durch Umgebungslärm" (VBEB).
Für 2012 ergeben sich folgende geschätzte Zahlen belasteter Menschen, welche von Lärm an Hauptverkehrsstraßen, an Schienenstrecken sowie von Fluglärm betroffen sind und geschätzte Zahlen belasteter Flächen der Wohnungen, Schulen und Krankenhäuser:

Zahl der Betroffenen

Geschätzte Zahl der von Lärm an Hauptverkehrsstraßen belasteten Flächen der Wohnungen, Schulen und Krankenhäuser

Die Bewertung der Lärmbelastung durch Straßenverkehr ergibt:

Gesundheitliche Relevanz

112.500 Menschen sind ganztägig Pegeln von > 65 dB(A) ausgesetzt, die zu negativen Gesundheitlichen Auswirkungen führen können.

32.700 Menschen davon sind Pegeln > 70 dB(A) ausgesetzt, die in der Kärmaktionsplanung mit besonderer Prioirität zu behandeln sind.

133.300 Menschen sind nachts Pegeln von > 55 dB(A) ausgesetzt, die zu negativen Gesundheitlichen Auswirkungen führen können.

Belästigung

369.100 Menschen sind ganztägig Pegeln von > 55 dB(A) ausgesetzt, die zu Belästigungen führen können.

253.400 Menschen sind nachts Pegeln von > 50 dB(A) ausgesetzt, die zu Belästigungen führen können.

Folgende Lärmquellen sind zu betrachten:

Straßenverkehr

Die Belastung durch den Straßenverkehrslärm ergibt sich insbesondere aus der Anzahl der Fahrzeuge pro Zeiteinheit, ihrer Geschwindigkeit, dem LKW-Anteil und der jeweiligen Straßenoberfläche sowie der Steigung der Straße. Die Berechnung der Pegel erfolgt unter Berücksichtigung der künstlichen und natürlichen Hindernisse. Die Berechnungsmodalitäten sind in der Vorschrift „Vorläufige Berechnungsmethode für den Umgebungslärm an Straßen VBUS“ vom 10.05.2006 festgelegt. Die Ergebnisse sind in Form von Pegelbändern in 5 dB(A) Schritten als strategische Lärmkarten (Schallimmissionspläne) dargestellt.

Schienenverkehr

Beim Schienenverkehrslärm werden insbesondere Zugart, Zuglänge, Geschwindigkeit, Häufigkeit, Aufbau des Gleisbettes, Schienenzustand sowie topographische und bauliche Gegebenheiten auf dem Ausbreitungsweg berücksichtigt. Für die Berechnung wird die „Vorläufige Berechnungsmethode für den Umgebungslärm an Schienenwegen VBUSch“ vom 10.05.2006 angewendet. Der Schienenbonus von 5 dB(A), welcher nach der bundesdeutschen Verkehrslärmschutzverordnung (16. BImSchV) bis Ende 2014 zu berücksichtigen war, entfiel in o.g. vorläufigen Berechnungsmethode.

Flugverkehr

Die Berechnung des Fluglärms entspricht nicht dem im Fluglärmgesetz beschriebenen Verfahren. Sie erfolgte auch hier nach der „Vorläufigen Berechnungsmethode für den Umgebungslärm an Flugplätzen (VBUF)“ vom 10.05.2006. Die Belastung wird u.a. aus der Zahl der Starts und Landungen, der Eigenschaften der verwendeten Flugzeuge, die in Flugzeugklassen zusammengefasst sind, und der benutzten Flugspuren berechnet.

Industrie- oder Gewerbegelände einschließlich Häfen

Die EG-Umgebungslärmrichtlinie fordert eine Berechnung nur für bestimmte Anlagentypen, die in der „Richtlinie über die Integrierte Vermeidung und Verminderung der Umweltverschmutzung (IVU-Richtlinie, seit 2010 integriert in die Richtlinie über Industrieemissionen, IE-Richtlinie)“ genannt sind. Grundlage sind die flächenbezogenen Schallleistungspegel der jeweiligen Anlagen. Außerdem wurde der gesamte Hafenbereich kartiert.

In den Karten werden die Lärmindizes als sogenannte A-bewertete äquivalente Dauerschallpegel in Dezibel dargestellt:

Lden = Tag-Abend-Nacht-Lärmindex und

Lnight = Nachtlärmindex

Der Lden ist ein gewichteter Mittelwert, der 12 Tagesstunden (von 6 Uhr bis 18 Uhr), 4 Abendstunden (von 18 Uhr bis 22 Uhr) und 8 Nachstunden (von 22 Uhr bis 6 Uhr) umfasst. Der Lnight bezieht sich nur auf die 8 Nachtstunden, die aber aus Sicht der Gesundheitsvorsorge (Vermeidung von Schlafstörungen) besonders bedeutsam sind.

Die strategischen Lärmkarten sind im unten angegebenen Downloadbereich als pdf-Datei bereitgestellt.

Für den Straßenverkehr sind die Daten auch über eine interaktive Karte für den jeweiligen Straßenabschnitt anzeig- und ausdruckbar. Durch Anklicken des Reiters "Themen" lassen sich die Isohohnen Bänder  für die Tag- oder Nachtsituation anzeigen.

Hinweis: Die Rohdaten (wie z.B. Rasterpunkte) der strategischen Lärmkartierung 2012 finden Sie auf dem Transparenzportal Hamburg.

Die Karten für 2007 finden sich im Archiv.

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