Smart City und MLOVE Apartimentum in Hamburg - Wohnen 2020

Was hinter den Fassaden aus der Gründerzeit im Mittelweg entsteht, wird in Kürze als intelligentestes Haus Deutschlands einzugsbereit sein. Eine Begehung des Ortes, an dem durch das "Internet der Dinge" aus Wohnraum ein "Smart Home" wird.

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Mit dem Internet der Dinge wird aus Wohnraum das Smart Home

Hamburgs intelligenter Hafen, der "Smart Port", findet bereits heute internationale Beachtung. Unweit der Alster wird nun ein Haus gebaut, das europaweit in puncto Wohnintelligenz und Vernetzung allen anderen weit überlegen ist. Wo derzeit noch unverputzte Betonwände auf provisorische Holzgeländer treffen, wird in naher Zukunft das "Internt of things (iot)" - Internet der Dinge - den Bewohnern personalisierten Wohnkomfort bieten und den Alltag deutlich erleichtern. 

MLOVE lädt zum Smart City Salon in das Apartimentum

Für die monatliche Ausgabe des Smart City Salons MLOVE luden dessen Gründer Harald Neidhardt und Hausherr Lars Hinrichs am 22. April 2015 zu einer ersten Begehung des Apartimentums mit Hamburgs Erstem Bürgermeister Olaf Scholz. XING-Gründer Hinrichs errichtet mit der Immobilie einen Bau, der schon jetzt als das intelligenteste Haus Deutschlands, wenn nicht ganz Europas gilt. 37 Wohnungen entstehen am Mittelweg 169, die ersten sollen im Herbst bezugsfertig sein.  

Zielgruppe sind vor allem Expats

Gedacht sind die Wohnräume für sogenannte Expatriates (kurz Expats), Fach- und Führungskräfte aus aller Welt, die meist für eine begrenzte Zeit zwischen sechs Monaten und vier Jahren beruflich an einen Ort gebunden sind. "Wir wollen ihnen mit dem Einzug ins Apartimentum intelligenten Wohnkomfort bieten.", so Bauherr Lars Hinrichs. Wer häufig umzieht und nur für kurze Zeit bleibt, soll sich im Smart Home schnell heimisch fühlen können. Smart Home ist für mich nicht nur der intelligente Kühlschrank, der per IP-Adresse selbstständig Lebensmittel nachbestellt, sondern das Heim, das über die Wohn-ID die Bedürfnisse des jeweiligen Menschen wiedererkennt und auf ihn reagiert. Zimmertemperatur, Raumklima, Lichtverhältnisse, Weckgewohnheiten, Musikgeschmack: Das alles soll sich ein intelligentes Heim merken und die Informationen automatisch aufrufen, sobald ich mein Heim betrete - egal wo auf der Welt sich diese vier Wände befinden. Deshalb vermiete ich keine Quadratmeter Wohnfläche, sondern Kubikmeter Lebensqualität."

Wohnen 2020

3,70 Meter hoch sind die Decken, unter denen diese Lebensqualität möglich werden soll. Was nach Altbaumaßen klingt, ist energiesparender und Dank Cisco Systems optimal vernetzer Neubau für 37 Mietparteien. Alle Räume werden über eine Eisheizung des Herstellers Viessmann beheizt. Diese zukunftsweisende Form des Heizens macht sich Kristallisationsenergie zu Nutze, bei der Wärme abgegeben wird. Im laufenden Betrieb werden kaum Kosten verursacht. Die Technologie ist äußerst energiesparend und umweltfreundlich und wird daher staatlich bezuschusst. Obendrein sollen die intelligenten Wohnungen erkennen, ob jemand einen Raum verlässt und daraufhin die Temperatur nach unten regulieren. Betritt ein Mieter das Haus, wird die Wohnung vorgeheizt. Ähnlich verhält es sich beim Duschen und Baden. Durch die Vernetzung der Dinge, dem "Internet of things", soll ein smarter und energiesparender Tagesablauf möglich sein, der den Bewohnern obendrein höchsten Komfort bietet. Das Smartphone prüft die Kalendereinträge des Besitzers, weckt automatisch rechtzeitig vor dem ersten Termin, steuert Heizung und Warmwasser im Bad, checkt Verkehrslage und sucht bei Staus bereits nach alternativen Routen um gegebenenfalls auch die Weckzeit anzupassen. Bei der Rückkehr in das Gebäude fährt der Fahrstuhl bereits nach unten, während der Bewohner in die Garage einfährt.

Deutschlands größte e-Tankstelle

Von den 32 Stellplätzen in der Tiefgarage ist bereits die Hälfte mit einer e-Ladestation von Mennekes ausgestattet. Damit ist die Garage des Apartimentums die größte Elektroauto-Tankstelle Deutschlands. Der begeisterte Tesla-Fahrer Hinrichs will die Garage zudem als Tankstelle öffentlich zugänglich machen, um auch anderen Elektro-Autofahrern Lademöglichkeiten zu bieten.

Hauseigene Packstation von DHL

Verlässt der Bewohner die Garage, passiert er auf dem Weg zum Haus eine moderne DHL-Packstation. Pakete werden direkt dort abgegeben und aufbewahrt, bis der jeweilige Empfänger die mit einem Chip versehenen Fächer mithilfe seines Smartphones öffnet. Wurde etwas in der falschen Größe geliefert oder muss der Paketinhalt aus anderen Gründen zurückgeschickt werden, legt der Bewohner das Paket einfach in die Station zurück, wo es anschließend wieder abgeholt wird.

Haustür funktioniert mit Farbcodes

Die intelligente Haustür des Herstellers Schörghuber aus der Hörmann-Gruppe öffnet schließlich schlüsselfrei über das Smartphone. Verschiedene personalisierte Öffnungscodes können für Familienmitglieder unbegrenzt oder für Freunde, Nachbarn, Lieferservice und andere Besucher zeitlich begrenzt verteilt werden. Ist niemand zu Hause, kann der Bewohner bei unangekündigten Besuchern die Video-Funktion nutzen und über Fernöffnung Eintritt gewähren.

Blick in die Zukunft mit Vade

Was im bisher noch recht kahlen Rohbau nur schwer vorzustellen ist, wird vom Datenvisualisierer Vade per Virtual Reality Glasses von Samsung sichtbar gemacht. Beim virtuellen Rundgang durch das Apartimentum können potenzielle Mieter und Investoren sich den fertiggestellten Wohnraum mit seinen Besonderheiten ansehen. "Architektonische Zeichnungen und Grundrisse können die Wenigsten lesen, geschweige denn sich vorstellen, wie ein Raum später aussehen wird. Auf einem flachen Plan sind 3,70 Meter Raumhöhe schlecht zu erkennen, aber sie tragen schließlich entscheidend zur Wohnqualität bei. "Wir helfen zu veranschaulichen, wofür der Interessent eine nicht unbeträchtliche Summe investieren soll, bevor mit dem bloßen Auge überhaupt richtig fassbar ist, wie das Endergebnis aussehen wird.", so Simon Krüger von VADE VR.

Wir werden wir wohnen?

"Im Jahr 2025 soll es bereits 50 Milliarden mit dem Internet verbundene Geräte geben", so Axel Telzerow, Chefredakteur von Computer Bild und eHome. Den Eintritt in das Zeitalter des Internets der Dinge haben wir jedoch schon jetzt erreicht. Im intelligenten Hafen werden Abläufe künftig immer effizienter verknüpft, potenzielle Störungen im engmaschigen Nervensystems des Smart Ports schneller aufgespürt. Die Smart City verbessert durch innovative Infrastruktur die Lebensqualität ihrer Bewohner, Hamburg ist auf dem Weg eine Innovationsmetropole zu werden. Das Smart Home soll in Zukunft immer mehr Bewohnern mehr Lebensqualität und personalisierten Wohnkomfort bieten. Je stärker sich die technischen Innovationen etablieren, desto leistbarer und auch akzeptabler werden sie für einen Großteil der Menschen. Pionier Lars Hinrichs ist besonders wichtig, dass dieser Komfort dennoch auf an jeweilige Individuum anpassbar bleibt. In seinem Haus möchte er keine standardisierten Lösungen, die eine Personalisierung ausschließen. Er hält auch nichts von Schnittstellen, die nur von Technikern bedient werden können. Sein Traum vom Wohnen, den er sich mit dem Apartimentum ein stückweit erfüllt, ist die Vorstellung vom intelligenten Heim, das den Bewohner wiedererkennt und auf ihn reagiert - "Egal ob in Singapur, New York oder in Hamburg." In Hamburg wird es ein solches intelligentes Heim ab dem Herbst 2015 jedenfalls geben.

 

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Apartimentum in Hamburg - Wohnen 2020
Was hinter den Fassaden aus der Gründerzeit im Mittelweg entsteht, wird in Kürze als intelligentestes Haus Deutschlands einzugsbereit sein. Eine Begehung des Ortes, an dem durch das "Internet der Dinge" aus Wohnraum ein "Smart Home" wird.
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