Hamburg Marathon Sportliches Sightseeing

Das gab es noch nie beim Marathon in Hamburg: Mit Stephen Kiprotich startete bei der 32. Auflage der Veranstaltung erstmals ein Olympiasieger in der Hansestadt – und wurde Zweiter. Sieger: Tsegaye Mekonnen (Äthopien).

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Hamburg Marathon

Haspa Marathon wird durch Halbmarathon ergänzt

Schon mal im Kalender notieren: Der 33. Haspa-Marathon findet am Sonntag, 29. April 2018 statt. Das Interesse ist schon jetzt riesig, bereits kurz nach Anmeldestart waren alle 1.000 Frühbucherstartplätze ausgebucht. Für die Auflage in 2018 gibt es eine Neuerung: Ein Halbmarathon wird Deutschlands größten Frühjahrsmarathon ergänzen. Der Halbmarathon ersetzt dabei den Women's Run, der 2017 als reiner Frauenlauf seine Premiere feierte. Jetzt wird die halbe Marathondistanz auch für Männer geöffnet. Mit Erfolg: Die 999 Startplätze waren bereits am 23. November 2017 ausverkauft. Auch für den Marathon sind bereits 10.000 Startplätze vergeben. Der Hamburg Marathon ist 2018 auf 16.000 Startplätze begrenzt.

Für den Halbmarathon wird es einen eigenen Start- und Zielbereich geben, die Strecke verläuft zu 99 Prozent auf der ersten Hälfte der Marathonstrecke. Der Startschuss fällt eine Stunde vor dem Start des Marathons. „Das zusätzliche Wettkampf-Format eines Halbmarathons spricht eine noch breitere Zielgruppe an und folgt damit einmal mehr Hamburgs Masterplan als Active City", sagte Sportstaatsrat Christoph Holstein. 3.333 Startplätze stehen für die Premiere des Halbmarathons im Rahmen des Marathon Hamburg bereit, gut 700 Plätze sind bereits vergeben.

Weitere Informationen und Anmeldung: Marathon Hamburg

Äthopier Mekkonen gewinnt

Eine Hitzeschlacht war der Haspa Marathon in diesem Jahr beileibe nicht. Vielmehr hatten die Teilnehmer mit Temperaturen um die zehn Grad, Regen und sogar Hagel zu kämpfen. So wurde es auch nichts mit dem Streckenrekord, den der Ugander Stephen Kiprotich aufstellen wollte. Das schlechte Wetter machte  dem Olympiasieger von 2012 einen Strich durch die Rechnung. Im Schlussspurt wurde Kiprotich dann sogar noch überflügelt. Dort lieferte er sich nach kräftezehrenden 42,195 Kilometern ein Duell mit dem Äthopier Tsegaye Mekonnen. Und der siegte am Ende mit einer Zeit von 2:07:27 Stunden - knapp zwei Minuten über dem Streckenrekord (2:05:30 Stunden). Auf Platz drei kam mit Jacob Kendagor aus Kenia (2:08:50 Stunden) einer der Pacemaker. Als bester Deutscher lief Marcus Schöfisch (Polizei Sachsen, 2:17:56 Stunden) auf Rang zwölf ins Ziel.

Bei den Frauen gewann die Portugiesin Jéssica Augusto in 2:25:30 Stunden. Das war die siebtschnellste Zeit, die je eine Frau in Hamburg gelaufen ist. Rang zwei belegte Mergutu Ifa aus Äthiopien (2:29:47 Stunden), Dritte wurde die Kenianerin Viola Kibiwot (2:30:33 Stunden). Beste Deutsche wurde mit Mona Stockhecke vom Haspa-Laufteam eine Hamburgerin als Achte. Sie benötigte am Ende 2:36:36 Stunden. „Es war ein derbes Spiel mit den Jahreszeiten. Wenn die Sonne kam, dachte ich, jetzt komme ich ins rollen und schwups war ich wieder im Hagel drin“, sagte Stockhecke. Ihr Ziel, die WM-Norm für London 2017 zu laufen, erreichte sie aufgrund der schwierigen Bedingungen, die das Wetter stellte, nicht.

Schnelle Handbiker und gute Laune

Am schnellsten im Ziel waren übrigens die Handbiker. Dort gewann bei den Männern der Niederländer Jetze Plat (1:06:24 Stunden) vor den beiden Deutschen Vico Merklein (1:07:42 Stunden) und Patrick Gabriel (1:07:42 Stunden), die nahezu zeitgleich ins Ziel fuhren. Bei den Frauen kam Katrin Möller (1:39:00 Stunden) als Erste ins Ziel. Ihr folgten Annett Zenker-Urban (2:04:24 Stunden) und Kerstin Horn (3:05:46 Stunden, alle Deutschland) auf den Plätzen.

Trotz des Schietwetters waren über 16.000 Teilnehmer am Start und machten den Marathon wieder zu einem riesigen Sportfest. Die Laune ließ sich keiner der Teilnehmer vermiesen. Rechnet man die Teilnehmerzahl des Marathon mit der des Zehntel zusammen, waren es sogar über 32.000 Teilnehmer am Hamburger Marathon-Wochenende. Das Zehntel fand einen Tag vor dem Marathon statt und ist der größte Jugend- und Kinderlauf Norddeutschlands.

Alle Ergebnisse vom Marathon finden Sie unter: Haspa Marathon

Vorbei an Elphi, Alster und Stadtpark

Der Hamburg Marathon nimmt die Teilnehmer kreuz und quer mit durch die Hansestadt und führt vorbei an zahlreichen Sehenswürdigkeiten. Los geht es an der Karolinenstraße vor dem Eingang zur Messe von wo es über die Reeperbahn in Richtung Altona und zurück zu den Landungsbrücken geht. Wenn die Läufer schließlich in der HafenCity sind, wird das Feld in diesem Jahr erstmals von der im Januar eröffneten Elbphilharmonie beobachtet. 

Von der Speicherstadt geht es schließlich durch den Wallringtunnel zum Jungfernstieg, einmal rum um die Binnenalster und schließlich auf der Ostseite der Außenalster nach Norden. Dort warten die City Nord und der Stadtpark. In Ohlsdorf geht es über den Alsterfluss und schließlich über Maienweg und Alsterkrugchaussee sowie die Stadtteile Eppendorf und Rotherbaum zurück zur Innenstadt. Das Ziel befindet sich wiederum zu Füßen des Fernsehturms vor der Messe.

30 Jahre Marathon

Der Marathon Hamburg ist mittlerweile über 30 Jahre alt. Die 30. Jubiläums-Ausgabe fand am 26. April 2015 statt. Und das mit einem Teilnehmerrekord: über 30.000 Läuferinnen und Läufer waren trotz strömendem Regen und einer Temperatur von lausigen 13 Grad am Start. Ausgerechnet zum Jubiläum begann das Elite-Rennen mit einem Fehlstart, danach lief jedoch alles nach Plan.

Bei den Männern triumphierte Lucas Rotich aus Kenia mit einer Zeit von 2:07:17 Stunden. Bester Deutscher beim 390. Hamburg Marathon war Julian Flügel auf Platz 16 mit einer Zeit von 2:14:51 Stunden. Das Rennen der Frauen gewann die Favoritin Meseret Hailu aus Äthiopien mit einer Zeit von 2:25:41 Stunden. Beste Deutsche wurde Sabrina Mockenhaupt, die nach 2:32:41 Stunden als Sechste ins Ziel lief. 

Blickt man zurück zum ersten Hamburg Marathon, so fand dieser fünf Jahre vor dem Mauerfall statt. Bundeskanzler war noch Helmut Kohl, Deutscher Fußballmeister wurde der VfB Stuttgart – vor dem Hamburger SV. Doch der Hamburg-Marathon ist bei Weitem nicht der älteste Lauf seiner Art. Marathon-Oldie ist das Rennen „Rund um den Baldeneysee“ in Essen. Diese Strecke wird seit 1963 ununterbrochen gelaufen.

Weitere Informationen: Haspa Hamburg Marathon

Der Streckenverlauf

Karte

Sportliches Sightseeing
Das gab es noch nie beim Marathon in Hamburg: Mit Stephen Kiprotich startete bei der 32. Auflage der Veranstaltung erstmals ein Olympiasieger in der Hansestadt – und wurde Zweiter. Sieger: Tsegaye Mekonnen (Äthopien).
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