Bezirk Hamburg-Mitte

Finkenwerder Neues Wohnen am Steendiekkanal in Finkenwerder

Siegerentwurf des städtebaulichen Wettbewerbs gekürt.

In Finkenwerder wird in unmittelbarer Wasserlage attraktiver Wohnungsneubau für Menschen unterschiedlicher Einkommensklassen, Paare, Familien und Singles entstehen.

Neues Wohnen am Steendiekkanal in Finkenwerder

Auf den Flächen des ehemaligen bezirklichen Betriebshofs am Doggerbankweg und weiteren zum Teil noch gewerblich genutzten privaten Grundstücken am Finksweg werden zunächst mehr als 120 neue Wohnungen entstehen. Die lokale Baugenossenschaft Finkenwärder-Hoffnung eG beabsichtigt zudem, ihren dortigen Wohnungsbestand langfristig zu erneuern.

Ziel des Wettbewerbs war die städtebauliche Neuordnung des zirka 3,4 Hektar großen Areals am Steendiekkanal. Er wurde gemeinsam durch das Bezirksamt Hamburg-Mitte, die Baugenossenschaft Finkenwärder-Hoffnung eG, die Otto Wulff Projektentwicklung GmbH die Herbert Meier Haus-und Grundstücksverwaltung sowie die Baugemeinschaft Finkenwerder ausgelobt.

Mit dem Beschluss, den städtischen Betriebshof am Standort Finkenwerder mit dem Betriebshof Wilhelmsburg an einem neuen Standort auf der Elbinsel zusammenzulegen, war der Weg frei, diese Fläche nunmehr zusammen mit weiteren Grundstücken privater Eigentümer in hochattraktiver und zentraler Wasserlage am Steendiekkanal in Nachbarschaft zur milieugeschützten Kapitänssiedlung als neuen Wohnstandort zu überplanen. Die im Wettbewerbsgebiet noch vereinzelt existierenden Gewerbebetriebe werden dabei berücksichtigt und in die weiteren Planungen in einer Größenordnung von 600 m² integriert. Der erhaltungswürdige Baumbestand am Doggerbankweg (es handelt sich hier insbesondere um acht zirka 60 bis 80 Jahre alte, dickstämmige Pappeln) bleibt erhalten.

Zwischenzeitlich erfolgte die Anhandgabe des Ende 2017 frei werdenden Betriebshofgrundstück an die Baugemeinschaft, die gemeinsam mit der Otto Wulff Projektentwicklung GmbH baugemeinschaftliche Eigentumswohnungen und öffentlich geförderten Mietwohnungsbau im 1. Förderweg für jeweils 20 Haushalte realisieren wird.

Auf den bisher gewerblich genutzten Flächen nördlich des Betriebshofs soll zukünftig Wohnungsbau mit zirka 85 frei finanzierten Mietwohnungen entstehen.

Die Baugenossenschaft Finkenwärder-Hoffnung eG beabsichtigt aktuell keinen Wohnungsneubau im Wettbewerbsgebiet. Hier steht vielmehr das Interesse im Vordergrund, auf ihren Grundstücken Vorsorge für eine bauliche Entwicklung mit einem langfristigen Planungshorizont zu treffen.

Der städtebauliche Wettbewerb konnte im großen Ausloberkreis mit einer klaren Juryentscheidung abgeschlossen werden: Das Preisgericht wählte jeweils einstimmig aus den sechs Wettbewerbsbeiträgen zwei Preisträger aus.

Der Siegerentwurf stammt von dem Hamburger Büro Heyden und Hidde Architekten BDA. Der 2. Preis ging an das Büro APB Architekten BDA (ebenfalls Hamburg).

Der Wettbewerbsbeitrag des Siegentwurfs sieht eine sensible Überplanung unter Berücksichtigung der vorhandenen unterschiedlichen Gebäudestrukturen vor. Ausgehend vom Finkenwerder Hauptdeich am Steendiekkanal mit vier- bis fünfgeschossigen Einzelbaukörpern staffelt sich die geplante Neubebauung auf 2-3 Geschosse nach Osten ab und vermittelt so überzeugend zur Bestandsbebauung der Kapitänssiedlung.

Versetzt angeordnete Baukörper und eine Durchwegung des neuen Quartiers erlauben Blick- und Wegebeziehungen zum Steendiekkanal. Durch die Gebäudekonzeption wird dabei eine sehr gute Ausrichtung der einzelnen Wohnungen hinsichtlich Belichtung und Sichtbeziehungen ermöglicht. Zwischen der Bebauung an der Wasserkante und der mittleren Gebäudezeile entsteht ein großzügiger Binnenraum mit hohen Freiraumqualitäten, in den die Pappelreihe am Doggerbankweg gut integriert ist.

Mit dem prämierten Entwurf wird gleichzeitig ein guter Wohnungsmix aus frei finanziertem Wohnungsbau, öffentlich geförderten Mietwohnungen und baugemeinschaftlichen Eigentumswohnungen für unterschiedliche Haushalte und Wohnungswünsche ermög­licht. Das Preisgericht hat für einzelne Aspekte Empfehlungen für die Weiterentwicklung ausgesprochen. Auf dieser Basis sieht die Jury in dem Entwurf eine solide Basis für die weiteren Planungsschritte. Vor Umsetzung des Wettbewerbsentwurfs muss zunächst das notwendige Planungsrecht geschaffen werden. Das hierfür erforderliche Bebauungsplanverfahren wird das zuständige Fachamt Stadt- und Landschaftsplanung Anfang 2018 einleiten.

Die Wettbewerbsergebnisse sollen vor Ort präsentiert werden. Über Ort und Zeitpunkt wird gesondert informiert.

Michael Mathe, Leiter Fachamt Stadt- und Landschaftsplanung im Bezirk Hamburg-Mitte: „Durch die städtebauliche Neuordnung wird in sehr zentraler Lage mit Wasserbezug attraktiver neuer Wohnraum für unterschiedliche Haushalte von der Eigentumswohnung bis zum preisgebundenen Mietwohnungsbau geschaffen und damit das Wohnen in
Finkenwerder weiter gestärkt.“

Bodo Hafke, Dezernent Wirtschaft, Bauen und Umwelt im Bezirk Hamburg-Mitte: „Der Siegerentwurf löst die komplexe Planungsaufgabe sehr schlüssig und qualitätsvoll. Finkenwerder wird um ein attraktives, lebenswertes Wohngebiet erweitert werden. Auf Basis des Entwurfs können jetzt die rechtlichen Voraussetzungen für die Umsetzung geschaffen werden.“

Andreas Seithe, Otto Wulff Projektentwicklung GmbH: „In Ergänzung und als Partner der Baugemeinschaft Finkenwerder den Baustein für den geförderten Mietwohnungsbau an dieser Stelle darstellen zu dürfen, freut uns sehr.“

Torben Schulte/Christoph Wiese, Baugenossenschaft Finkenwärder-Hoffnung eG: „Durch das genossenschaftliche Interesse der Vorsorge für eine bauliche Entwicklung mit einem langfristigen Planungshintergrund auf den Grundstücken der Baugenossenschaft können zukünftig mit dem neu zu schaffenden Planungsrecht unterschiedliche Zielgruppen angesprochen und gleichzeitig auch auf zukünftige Nachfragesituationen flexibel im Wohnquartier zum Wohle der Mitglieder der Baugenossenschaft reagiert werden.“

Achim Töter, Baugemeinschaft Finkenwerder: „Das Wettbewerbsergebnis bildet eine gute Grundlage für die Umsetzung unseres nachbarschaftlichen Ansatzes, bei dem auf dem ehemaligen Betriebshofareal eine kleinräumige Mischung von baugemeinschaftlichen Eigentumswohnungen und attraktiven geförderten Mietwohnungen geplant wird. Für wenige freie Wohnungen bietet unsere bunt gemischte Baugemeinschaftsgruppe sogar noch Platz für weitere Mitstreiter (info.bgm.finkenwerder@gmail.com).“