Bezirk Hamburg-Mitte

Hamm Ohlendorffstraße 15 – Treuhänderschaft erfolgreich abgeschlossen

Ohlendorffstraße 15 – Treuhänderschaft erfolgreich abgeschlossen

Das Bezirksamt Hamburg-Mitte hat die erste Treuhänderschaft für ein Wohnhaus nach dem Hamburgischen Wohnraumschutzgesetz (HmbWoSchG) erfolgreich abgeschlossen. In dem Wohnhaus Ohlendorffstraße 15 sind die sechs Wohnungen, die jahrelang leer standen, seit 15. April 2018 alle saniert, vermietet und neu bezogen. Im Einzelnen:

In dem Wohnhaus Ohlendorffstraße 15 in Hamburg-Hamm standen sechs von acht Wohneinheiten zum Teil seit 2012 leer. Unerlaubter Leerstand stellt nach dem Hamburgischen Wohnraumschutzgesetz eine Zweckentfremdung von Wohnraum dar. Das Bezirksamt Hamburg-Mitte hatte mit den alltäglichen ordnungsrechtlichen Mitteln des Hamburgischen Wohnraumschutzgesetzes und des Verwaltungsvollstreckungsgesetzes keinen Erfolg bei der Beendigung dieser Leerstände. Es entschied sich schließlich, als erste Vollzugsstelle in Hamburg, für die Einsetzung eines Treuhänders nach den 2013 eingeführten Paragrafen 12a und 12b HmbWoSchG. Mit der Einsetzung eines Treuhänders wird dem Eigentümer dabei der Besitz seines Objektes entzogen und einem Treuhänder übergeben. Der Treuhänder ist ermächtigt, die leerstehenden Wohnungen in einen bewohn- und vermietbaren Zustand zu bringen und zu vermieten.

Bezirksamtsleiter Falko Droßmann hierzu: „In einer Zeit von massivem Wohnraummangel will ich mit der Treuhänderschaft an diesem Wohnhaus eine Botschaft an alle Immobilieneigner in der Stadt senden. Wir sind bereit und in der Lage auch massive Eingriffe durchzuführen, um unvertretbare Leerstände von Wohnraum zu beenden, sei es aus Nachlässigkeit oder aus Spekulationsinteresse.“

Für die Übernahme der Treuhandtätigkeit konnte die „Hausmann Hausverwaltung GmbH“ aus Norderstedt gewonnen werden. Nach Feststellung des Sanierungsumfangs wurde die Treuhandtätigkeit durch einen öffentlich-rechtlichen Vertrag ab dem 1. März 2017 aufgenommen. Als erste Maßnahmen im Wege der Treuhänderschaft wurden notwendige Sanierungen geplant und durchgeführt, um die Mindestanforderungen an Wohnraum und eine Vermietbarkeit herzustellen. Diese Baumaßnahmen waren nach rund sechs Monaten abgeschlossen. Die Gesamtkosten für die Sanierungsarbeiten beziffern sich auf rund 91.000 Euro.

Die Wohnungen wurden je nach Zeitpunkt der Bezugsfertigkeit auf dem Wohnungsmarkt angeboten. Bei der Auswahl der Mieter haben Hausverwaltung und Bezirksamt einen ausgewogenen sozialen Mix vollzogen, insbesondere vor dem Hintergrund einer moderaten Miethöhe für nach wie vor einfache Wohnungen. Die erste Wohnung konnte zum 1. Januar 2018 vermietet werden; die letzte Wohnung wurde zum 15. April 2018 vermietet. Zwei Wochen nach Bezug wird der Besitz der Wohnung der Eigentümerin per Verwaltungsakt zurückgegeben. Ab diesem Zeitpunkt endet die Treuhänderschaft für die jeweilige Wohnung. Die Gesamtkosten des Treuhänderverfahrens werden nach Vorlage aller Schlussrechnungen der Eigentümerin in Rechnung gestellt.