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Bezirk Hamburg-Mitte
Die Situation an der Kersten-Miles-Brücke
24.11.2011, 15:00 Uhr
Die Situation rund um die Kersten-Miles-Brücke an der Helgoländer Allee (St. Pauli) war in den vergangen Monaten wiederholt Gegenstand der öffentlichen Auseinandersetzung. Höhepunkt war der Streit um den dort installierten Zaun im September 2011. Wobei in der medialen Berichterstattung kaum etwas über die „Vorgeschichte“ zu erfahren war.
Kersten-Miles-Brücke um ca. 1900
(Bild: Library of Congress, Washington, D.C., 20540-4730 - Prints & Photographs Division, Photochrom Collection, [reproduction number, e.g., ppmsc.05566])
Ende 2010 lagerten bis zu 40 Obdachlose dauerhaft unter der Kersten-Miles-Brücke, was zu erheblichen Konflikten führte. Anwohner und Passanten fühlten sich belästigt und bedroht. Die Grünanlagen rund um die Brücke wurden als WC und Müllablageplatz missbraucht.
Nach Berichten der Polizei kam es dort wiederholt auch zu Straftaten, u.a. drei schwere Köperverletzungen (in einem Fall mit Todesfolge), Sexualdelikten und Eigentumsdelikten.
Die unhaltbaren Zustände waren mehrfach Thema der Bezirksversammlung Hamburg-Mitte. So wurde damalige Behörde für Soziales und Gesundheit (BSG) um Unterstützung bezüglich der Unterbringung gebeten, hielt dies aber in erster Linie für ein ordnungspolitisches Problem.
Um ein Eskalieren der Situation zu vermeiden, beschloss die Bezirksversammlung Hamburg-Mitte mit den Stimmen der SPD und GAL umfangreiche Umbaumaßnahmen zur historischen Wiederherstellung der Brücke und stellte die für erforderlichen finanziellen Mittel bereit. Allerdings begannen die Umbaumaßnahmen erst, nachdem den Obdachlosen vom Bezirk alternative Angebote gemacht wurden.
Im Sommer dieses Jahres waren die Bauarbeiten abgeschlossen. Es zeigte sich jedoch, dass sich wieder Obdachlose unter der Brücke niedergelassen hatten. Um nicht wieder zu einer Situation zurückkommen wie 2010, wurde entschieden, einen Zaun zu installieren. Dabei wurde die Symbolwirkung eines Zauns unterschätzt.
Nach umfangreichen Protesten wurde der Zaun am 30.09.2011 wieder entfernt. Ein Runder Tisch wurde einberufen, um Alternativen zu entwickeln. Dieser tagte erstmals am 05. Oktober 2011. Die Vorschläge des runden Tisches befinden sich aktuell noch in der Prüf- bzw. Umsetzungsphase. Angedacht ist u.a. ein Toilettencontainer unter der Brücke. Der nächste Runde Tisch ist für den 25. November 2011 vorgesehen.
Gerd Baum
Dokumantation der Situation an der Kersten-Miles-Brücke
Um die Entwicklung für Sie transparent darzustellen und um die Berichterstattung der Medien zu ergänzen, bietet Ihnen das Bezirksamt Hamburg-Mitte auf den folgenden Seiten die Möglichkeit, die "Historie" des Streits anhand ausgewählter Texte nachzuvollziehen. Diese Seiten werden ergänzt, sobald aktuellere Informationen zur Verfügung stehen. Die neueste Information finden Sie auf Seite 2. Um chronologisch zu lesen beginnen Sie bitte auf der letzten Seite.