Moorfleet – Der Hamburger Stadtteil Moorfleet lebt von seinen Kontrasten
Der Hamburger Stadtteil Moorfleet liegt südöstlich des Stadtzentrums und gehört zum Bezirk Bergedorf. Er ist vergleichsweise dünn besiedelt, auf 4,3 Quadratkilometern leben hier nur rund 1.100 Einwohner. Der Name Moorfleet führt dabei in die Irre. Der Stadtteil liegt nicht etwa im Moor, sondern in den tief gelegenen und von vielen Wasserläufen durchzogenen Vier- und Marschlanden. Das größte dieser Fließgewässer ist ein Dove Elbe genannter Seitenarm der Elbe, der ein beliebtes Revier für Wassersportler darstellt.
Die Siedlungsgeschichte von Moorfleet setzte im 12. Jahrhundert ein, damals begann die Urbarmachung und es wurde ein erster Deich errichtet. Trotzdem war das Gebiet in der Folgezeit immer wieder von Überflutungen betroffen. Ab 1860 entstand das Industriegebiet Tiefstack, das bald mit einer Eisenbahn an die Stadt Hamburg angeschlossen wurde. Nach dem Zweiten Weltkrieg errichtete man dann die Bille-Siedlung, deren Bau einen der größten Hamburger Umweltskandale markiert.
Zur Bodenverbesserung war dioxinverseuchter Hafenschlick aufgetragen worden, was in den 1990er Jahren aufwändige Sanierungsarbeiten erforderlich machte. Heute ist ein Teil des Geländes zu einem Golfplatz umgestaltet worden, die verbleibenden Wohnungen liegen auf erneuertem und gesundheitlich unbedenklichem Boden.
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