Behörde für Schule und Berufsbildung

Musteraufgaben 2015 Deutsch: Einführung

Vorbemerkungen

Deutsch: Einführung

1   Erläuterungen zur Wahl der Aufgabenart
Das erörternde Erschließen pragmatischer Texte ist – neben z. B. der Interpretation literarischer Texte – eine in den Einheitlichen Prüfungsanforderungen in der Abiturprüfung (EPA) Deutsch definierte  prüfungsrelevante  Aufgabenart  (vgl. www.kmk.org/fileadmin/veroeffentlichungen_beschluesse/1989/1989_12_01-EPA-Deutsch.pdf, u.  a.  S.  21  u.  S.  29  ff).  Sie  fordert  analytische  und  argumentative  Kompetenzen  und  greift inhaltlich  auf  wesentliche  Themenfelder  des  Deutschunterrichts  zurück:  Sprache,  Medien, Lesen/Literatur.  Die  zugrunde  gelegten  Texte  beziehen  sich  in  der  Regel  auf  aktuelle Fragestellungen und die Lebenswelt der Schülerinnen und Schüler.

Auf der Grundlage der EPA ergeben sich Möglichkeiten, das erörternde Erschließen pragmatischer Texte in Form des adressatenbezogenen Schreibens weiterzuentwickeln. Im Abitur 2015 wird deswegen neben der herkömmlichen Texterörterung als Variante 2 adressatenbezogenes Schreiben in Form journalistischen argumentierenden Schreibens (z. B. eines Kommentars) angeboten. Dabei gilt: „Der zu schreibende Text muss sich zum einen an den formalen und sprachlichen Bedingungen der vorgegebenen Gestaltungsform orientieren und zum anderen den kommunikativen Kontext, insbesondere die Adressatengruppe, berücksichtigen.“ (vgl. EPA; S. 23).

2   Beschreibung der Aufgabenart
Das erörternde Erschließen, in dessen Zentrum die Erörterung einer Fragestellung steht, erfolgt auf  der  Grundlage  des  untersuchenden  Erschließens  pragmatischer  Texte.  Erörtern  ist  die eingehende,  methodisch  aufgebaute  Auseinandersetzung  mit  einem  Thema  in  schriftlicher Form. Es fördert die Urteilsfähigkeit und Standpunktbildung in einer zunehmend pluralistischen Informationsgesellschaft  und  setzt  in  besonderer  Weise  die  Kenntnis  und  die  Verfügbarkeit geeigneter Argumentationsstrategien und -verfahren voraus.

Die Schülerinnen und Schüler haben die Möglichkeit, zwischen zwei Varianten argumentierenden Schreibens zu wählen.

Für beide Varianten des erörternden Erschließens auf der  Grundlage  eines  pragmatischen  Textes  werden  folgende  Operationen  bzw.  Leistungen erwartet:

  • Erfassen des Textes in wesentlichen Elementen und Strukturen
  • Aufzeigen der Position des Verfassers
  • funktionales Erläutern der wesentlichen sprachlich-stilistischen Gestaltungsmittel im Hinblick auf die Aussage
  • argumentative Auseinandersetzung mit zentralen Thesen, Argumenten, Darstellungsformen der Textvorlage im Rahmen des historischen und aktuellen Verstehenshorizontes
  • weiterführende  Problematisierung:  Aufbau  und  Entfaltung  einer  eigenständigen  fach-spezifischen Argumentation
  • begründete Urteilsbildung. 

Für Variante 2 ergeben sich andere Akzentuierungen als in Variante 1:

  • pointiertere Darstellung der eigenen Position
  • der Textsorte angemessene sprachlich-stilistische Gestaltung
  • deutlicher Adressatenbezug.

3   Inhaltliche Ausrichtung

Die Texte beziehen sich weiterhin auf Inhalte und Themenfelder des Deutschunterrichts:

Sprache: aktuelle Entwicklungen der deutschen Sprache: Sprachnormen, Sprachwandel, Sprachvarietäten 

Medien: Medienbegriff, Medienwandel, Medienkritik, mediales Handeln

Lesen und Literatur: Leseprozess, persönliche Leseerfahrungen, Funktionen von Literatur. Überschneidungen  sind  möglich,  z. B.  indem  der  Einfluss  bestimmter  Medien  auf  Sprachnutzung und Sprachentwicklung thematisiert bzw. erörtert wird. Übergreifende Fragestellungen zielen  auf  Formen  der  Kommunikation  sowie  auf  die  Bedeutung  von  Sprache,  Medien  und Literatur für die persönliche bzw. gesellschaftliche Entwicklung.

Kontakt

Kirsten Räthling, Zentrale Prüfungen (BQ 23)

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