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Freiwillige vor!

von Berit Lütteke - 12.09.2008, 14:35 Uhr

Sich als Ausgleich zum Alltag fürs Gemeinwohl engagieren - auf diese Idee kommen viele! Rund 460.000 Hamburger tun es bereits. Für die meisten ist es aber gar nicht einfach, die passende Stelle zu finden.

 

Freiwilligenbörse Hamburg
Das Herz in die Hand nehmen (Bild: Pixelio/Uschi Dreiucker)

Dabei hilft seit fünf Jahren die „eAktivoli - Freiwilligenbörse“. In der Internetdatenbank sind mittlerweile 571 Organisationen verzeichnet, die dort aktuell Zeitspender für rund 1.600 Aufgaben in über 1.000 Projekten suchen.

Hinter diesen nüchteren Zahlen verbergen sich spannende Tätigkeiten in Sportvereinen oder Wohlfahrtsverbänden. Hilfestellung gibt dabei eine Datenbank mit Auswahlfeldern. Wer schon eine Vorstellung hat, kann hier wählen, ob er sich lieber im Sport, für die Feuerwehr, die Natur oder etwas anderes engagieren möchte.

Für diejenigen, die schon eine ganz genaue Vorstellung haben, gibt es die Möglichkeit, die Suche weiter zu verfeinern. Man kann Stadtteil, Art der Tätigkeit, Zielgruppe oder Zeitaufwand angeben. Ist man dabei allerdings zu genau, kann es schon mal passieren, dass die Suche keinen Treffer anzeigt. Ein bisschen Flexibilität ist auch hier gefragt.

Neben Sportvereinen und Wohlfahrtsverbänden annoncieren hier auch zahlreiche kleinere Vereine und Projekte wie Theatergruppen, Bands oder Nachhilfegruppen. Hat man etwas passendes gefunden, stehen unter der Suchanzeige direkt die Kontaktdaten der Organisation. Zwischen Ihnen und dem Ehrenamt steht dann nur noch ein Anruf.

Die Freiwilligenbörse bietet aber vielmehr als nur diese Datenbank. Sie baut auf den drei Säulen Information, Beratung und Vermittlung auf. Falls man selbst nicht im Internet recherchieren will, kann man sein Anliegen auch bei einem der 57 Mitarbeiter loswerden – per Mail, per Telefon oder auch persönlich in einer der Servicestellen.

Allen, die nicht wissen, wo sie sich einbringen wollen, steht die Börse auch beratend zur Seite. In Gesprächen werden Fähigkeiten und Wünsche herausgekitzelt. „Wir bringen den Bürger zu dem, was er wirklich machen will“, beschreibt Projektleiter Bernd P. Holst das Anliegen der Freiwilligenbörse, „denn es ist wichtig, dass die Freiwilligen Freude an ihrer Arbeit haben und Ergebnisse sehen“.

Holst wünscht sich, dass Hilfe-Suchende und Hilfe-Bietende im Dialog zur Zusammenarbeit finden. Die Hauptaufgabe der Börse sieht er darin, Verbindungen und Kontakte entstehen zu lassen, die möglichst nachhaltig wirken. „Wir geben Struktur und organisieren, wir mischen uns aber nicht ein“, beschreibt Holst das Vorgehen. „Klappt es aber mal nicht, sind wir wieder für die Freiwilligen da.“

Doch nicht nur den Ehrenamtlern steht die Börse zur Seite, sondern auch den Organisationen. Sie überprüft jede Anfrage genau, bevor sie veröffentlicht wird. Bei Problemen wie einer Vereinsgründung beraten und helfen die Mitarbeiter. Mit der internetgestützten Datenbank bietet sich beiden Seiten eine einfache und schnelle Kommunikationsplattform. Die Organisationen haben die Möglichkeit, sich zielgerichtet an die Öffentlichkeit zu wenden, und die Freiwilligen sind mit wenigen Klicks schnell bei ihrem passenden Ehrenamt.

Die Betreiber hoffen, dadurch auch die Leute zu motivieren, die sich zwar gerne engagieren wollen, aber keine Lust haben, lange zu recherchieren. Ziel ist es, das ehrenamtliche Engangement auszuweiten. Für Holst ist dies auch für Projekte wie „Metropole Hamburg - wachsende Stadt“ wichtig. Die Freiwilligenbörse Hamburg unterstützt auch Stadtteilprojekte, die das Miteinander fördern.

AUCH INTERESSANT

  • » www.eaktivoli.de:
    Freiwilligenbörse auf Draht Hamburg: Wer sich engangieren will, bekommt hier Informationen oder findet die Servicestelle in seiner Nähe. Infos auch unter 040/ 411886 - 900.

Wenn man sich den Zusatznamen „Agentur für bürgerschaftliches und unternehmerisches Engagement“ ansieht, erkennt man ein weiteres Anliegen. Nicht nur Privatpersonen sollen ermutigt werden, sondern auch Unternehmen. Sie können sich geschlossen für einmalige Projekte engagieren oder Projekte nach dem Vorbild des Gruner und Jahr-Verlages initiieren. Dort sollen neuerdings Führungskräfte und Mitarbeiter mit finanziellen Zuschüssen und zusätzlichen Urlaubstagen gezielt zu persönlichem, sozialen oder karitativen Einsatz angeregt werden. Die Börse treibt dieses Idee auch in anderen Unternehmen voran. 

Auf jeden Fall ist die Freiwilligenbörse Hamburg für alle, die sich hier gerne in irgendeiner Weise engagieren wollen, aber nicht wissen, wo sie gebraucht werden, eine echte Hilfe.