Behörde für Umwelt und Energie

Nachtflugbeschränkungen Hintergründe und Informationen

Von 23 Uhr bis 6 Uhr morgens gelten am Hamburger Flughafen Nachtflugbeschränkungen, um dem Ruhe- und Schlafbedürfnis der Anwohner Rechnung zu tragen.

Hintergründe und Informationen

Bestehende Regelung 

Der Flughafen ist ein bedeutender Wirtschafts- und Arbeitsplatzfaktor in Hamburg, der sich aus dem Anspruch unserer Gesellschaft auf Mobilität ergibt. Aufgrund seiner innerstädtischen Lage muss jedoch gleichzeitig dem Ruhebedürfnis der Anlieger - insbesondere dem Anspruch auf Nachtruhe - Rechnung getragen werden. 

vergrößern Nachtflugbeschränkungen am Hamburger Flughafen (Bild: BUE) Aufgrund der räumlichen Lage des Flughafens gibt es ab 23 Uhr Nachtflugbeschränkungen in Hamburg. Dazu kommt die restriktive Handhabung von Ausnahmegenehmigungen nach Mitternacht. Flugbewegungen dürfen zwischen 6 und 23 Uhr geplant werden. Das bedeutet, in der Zeit zwischen 22 und 23 Uhr, die zur Nachtzeit gehört, findet regulärer Flugbetrieb statt. Darüber hinaus gilt für verspätete Linienmaschinen und verspätete Flugzeuge im regelmäßigen Pauschalreiseverkehr bis Mitternacht die Genehmigung als erteilt, wenn sie unvermeidbar verspätet sind (sog. Verspätungsregelung). Die Unvermeidbarkeit der Verspätungen wird auf Grundlage der Angaben durch die Fluggesellschaft im Nachhinein von der Fluglärmschutzbeauftragten geprüft.

In der Zeit zwischen Mitternacht und 6 Uhr morgens sind neben medizinischen Hilfsflügen, Notfällen und Flügen hoheitlicher Stellen (z.B. Polizei) nur Flüge mit Einzelausnahmegenehmigung durch die Fluglärmschutzbeauftragte zulässig. Die Gründe für die Erteilung einer Ausnahmegenehmigung sind insbesondere die Vermeidung erheblicher Störungen im Luftverkehr und besonderes öffentliches Interesse. Die Entscheidung über eine Ausnahmegenehmigung nach Mitternacht beruht stets auf einer Abwägung mit dem Schutzbedürfnis der Bevölkerung auf Nachtruhe.

Aktuelle Situation

Die Zahl der Flugbewegungen während der Nachtzeit (22-6 Uhr) ist in den letzten Jahren gestiegen, sowohl in der regulären Betriebszeit (22-23 Uhr) als auch während der Zeit der Verspätungsregelung (23-24 Uhr). Die Flugbewegungen zwischen Mitternacht und 6 Uhr morgens (hoheitliche/medizinische Flüge und Flüge mit Einzelausnahmegenehmigung) haben in den letzten Jahren deutlich abgenommen.

Maßnahmen, um die Verspätungen zwischen 23 und 24 Uhr auf ein unvermeidbares Maß zu reduzieren, sind u.a. die Erhöhung der Start- und Landeentgelte und die verstärkte Verfolgung von mutmaßlich unrechtmäßiger Inanspruchnahme der Verspätungsregelung.

Seit 2001 müssen in den späten Abendstunden und in der Nacht Aufschläge auf Start- und Landeentgelte gezahlt werden. Die Entgeltordnung wurde mit Wirkung zum 14. Juni 2017 wiederum verschärft, indem u.a. die gewichtsabhängigen Entgeltbestandteile und der Lärmzuschlag erhöht sowie die Förderung von Flugzeugen mit lärmmindernden Wirbelgeneratoren durch Entgeltrabatte eingeführt wurde.  Mit der neuen Entgeltordnung des Flughafens wurde der Zuschlag für Starts und Landungen zwischen 23:00 und 24:00 Uhr in fünf Stufen zeitlich gestaffelt und bis zu 700 Prozent angehoben. So ist das verspätete Starten/Landen vergleichsweise teuer für die Fluggesellschaften.

Die Verspätungsregelung darf von den Fluggesellschaften nur bei unvermeidbaren Verspätungen in Anspruch genommen werden. Falls der Verdacht besteht, dass bestimmte Verspätungen durch eine bessere Planung zu verhindern gewesen wären, werden die Fluggesellschaften im Rahmen von Ordnungswidrigkeitsverfahren zur Verantwortung gezogen. Dabei fordert die BUE u. a. die sogenannten Taterträge von den Fluggesellschaften. Das bedeutet, dass die Erlöse des wirtschaftlichen Vorteils, den die Fluggesellschaften durch das verspätete Landen/Starten erzielen konnten, in Rechnung gestellt werden. Damit soll den Fluggesellschaften der wirtschaftliche Anreiz für Verspätungen genommen werden.

Downloads