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NS-Dabeigewesene Hamburg App zur Datenbank eröffnet Blick auf Hamburger NS-Täter und Profiteure

App zur Datenbank eröffnet Blick auf Hamburger NS-Täter und Profiteure

Für iOS und Android steht nun eine App unter "NS-Dabeigewesene Hamburg" kostenlos zur Verfügung. Ganz einfach können mit dem Mobiltelefon Recherchen nach Menschen realisiert werden, die auf unterschiedliche Art und Weise Anteil an den NS-Gewaltverbrechen in der Hansestadt hatten. Neben Personenprofilen lassen sich hier auch NSDAP-Organisationen und Einrichtungen aufrufen. Die Suche ist über die Eingabe von Namen, Straßen und Stadtteilen möglich. Auch eine Umkreissuche, ausgehend vom aktuellen Standort, ist machbar. Die Suchergebnisse werden dann in einer Kartenansicht angezeigt.

Die Datenbank umfasst bislang 862 Einträge und kann stetig erweitert werden. Vollständig und abgeschlossen wird diese Übersicht aber nie werden können; zu viele Akten und Hinweise wurden nach dem Krieg vernichtet.

Menschen wurden auf unterschiedlichste Weise zu „Dabeigewesenen“. Als Karrieristen, Profiteure, Befehlsempfänger, Denunzianten, Mitläufer und Täter stützten sie das System. Auch Menschen, die nach durchlittener Gestapo-Folter zum Spitzel wurden, zählen zu diesem Personenkreis.

vergrößern App NS-Dabeigewesene Start und Suche (Bild: Landeszentrale für politische Bildung) In vielen Profilen wird der Enthusiasmus vieler Deutscher für den Nationalsozialismus etwa gegenüber seiner Wirtschafts- und Sozialpolitik, seine Architektur oder seiner Weltanschauung deutlich. Menschen stützten das NS-System, indem sie bereitwillig moralische und soziale Normen des NS-Staates übernahmen; ohne darüber nachzudenken oder die Gegebenheiten zu hinterfragen. Mit Schaffung der „Ausgrenzungsgesellschaft“ war es für die „Mehrheitsgesellschaft“ möglich, zum Beispiel die NS-Rassentheorien praktisch umzusetzen.

Unter www.hamburg.de/ns-dabeigewesene kann die Datenbank auch mittels eines regulären PC aufgerufen werden.

Funktionen der App:

vergrößern App NS-Dabeigewesene Karte (Bild: Landeszentrale für politische Bildung) • Suche nach Einträgen anhand von Name, Straße oder Stadtteil
• Umkreissuche: Anzeige von Einträgen in der Nähe ausgehend vom aktuellen Standort
• Anzeige der Biographien
• Kartenansicht der Suchergebnisse
• Möglichkeit der Navigation zu ausgewählten Adressen mittels Apple Karten oder Google Maps.

Ansprechpartnerin:
Annika Samesch | Referentin für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Telefon: (040) 428 23-48 08, E-Mail: annika.samesch@bsb.hamburg.de