Behörde für Umwelt und Energie

Neustadt Großneumarkt

Unter einem grünen Linden-Dach verbirgt sich mitten in der Hamburger Neustadt der Großneumarkt. Umsäumt von unzähligen Bars, Cafés, Restaurants und Modeläden wird man hier behutsam vom Trubel der Innenstadt abgeschirmt.

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Großneumarkt

Flair eines Dorfplatzes

Es ist ein gepflasterter Platz inmitten eines, wenn man es nicht besser wüsste, kleinstädtisch anmutenden Viertels, zwischen Ludwig-Erhard- und Kaiser-Wilhelm-Straße. Der Großneumarkt bildete und bildet noch heute das Zentrum des „Dorfes zu Füßen des Michels“, wie es die Anwohner gerne betiteln. Denn bereits im 17. Jahrhundert endeten alle Straßen, die in die Hamburger Neustadt führten, auf dem „großen Neumarkt“. Daher auch der Name. Bereits um 1660 war er vollkommen bebaut. Zudem diente der Ort über einen langen Zeitraum als Exerzier- und Budenplatz für Schausteller.

Schöner Wochenmarkt

An zwei Tagen in der Woche (Mittwoch & Samstag) findet unter dem grünen Blätterdach des Platzes ein Wochenmarkt statt. Von Obst und Gemüse, über Fleisch und frischen Fisch bis hin zu Backwaren und Käse, lässt das Angebot keine Wünsche offen. Hier trifft man sich, um seinen Wocheneinkauf zu erledigen, mit Freunden einen Kaffee zu trinken oder um einfach mal wieder mit der Nachbarin zu schnacken.

Unter Denkmalschutz: Historische Litfaßsäule

Neben dem Wochenmarkt gibt es auch Attraktionen auf dem Platz, die dauerhaft verankert sind. Während der Marktzeit fallen sie aufgrund des Trubels jedoch nicht sehr auf. Es handelt sich zum einen um eine der letzten acht historischen Litfaßsäulen der Stadt. Sie stammt aus der Zeit um 1900 und steht am südöstlichen Rand des Platzes. Sie setzt sich aus einem gemauerte Sockel und einem kleinen runden Spitzdach zusammen. Das aufliegende kegelförmige grüne Keramikdach wird von einer Eisenkonstruktion getragen. An der Dachspitze befindet sich die sogenannte „Hamburger Rose“.

Jubiläumsbrunnen

Die alten Litfaßsäulen stehen allesamt unter Denkmalschutz. Ein weiterer Hingucker auf den Großneumarkt ist der Jubiläumsbrunnen – oder Großneumarktbrunnen. Er steht in der Mitte des Platzes. Die Künstlerin Doris Waschk-Balz entwarf den insgesamt vier Meter hohen Brunnen aus Bronze. In Anlehnung an die starken Zerstörungen des Marktes im zweiten Weltkrieg, zeigt der Brunnen eine Wendeltreppe, auf der sich unterschiedlich große Figuren befinden, die durchgehend vom Wasser benetzt werden, um vor Feuer geschützt zu sein. Gestiftet wurde der Brunnen 1976 von der Hamburger Feuerkasse. Im westlichen Teil des Platzes befindet sich die um 1696 gegründete Pelikan-Apotheke. Im Jahre 1913 wurden Fenster und Türen mit zahlreichen bunten Holzornamenten verziert.

Auch die Kleinen kommen auf ihre Kosten

Doch der Großneumarkt hat nicht nur für Erwachsenen einiges zu bieten. Auch die Jungs und Deerns der Stadt kommen hier auf ihre Kosten. Der ansässige Fahrradladen auf dem nördlichen Teil des Platzes verleiht tolle Spielgeräte an die Kinder. Mit Kinderfahrrädern, Bobbycars oder Rollern wird dann über den Platz gesaust. Kindern der hier lebenden Familien, müssen für das Ausleihen nicht einmal etwas bezahlen. Und da der Platz eine autofreie Zone ist, steht dem Herumtollen nichts mehr im Weg. Weiterhin existieren ein überdimensionales Schachbrett sowie ein steinernes Buchstabenrätsel auf dem Platz.

Die Geschichte von der Entdeckung der Currywurst

Die Berliner unter uns sollten nun ganz stark sein oder den kommenden Absatz überspringen. Denn nach Überlieferungen wurde hier auf dem Großneumarkt die Currywurst erfunden und 1947 zum ersten Mal verkauft. In der Novelle „Die Entdeckung der Currywurst“ (1993) von Uwe Timm, wird eine mutige Frau beschrieben, die sich unter anderem nach dem zweiten Weltkrieg mit einer Imbissbude auf dem Großneumarkt selbstständig macht. Durch einen Zufall entdeckte sie die Rezeptur der Currywurst. Nach Kindheitserinnerungen Uwe Timms, habe er hier seine erste Currywurst gegessen. Eine Gedenktafel auf dem Markt erinnert seit 2003 an die Erfindung der Currywurst, die hier 1947 vermutlich das erste Mal angeboten wurde.

Heute ist der Platz zu einem beliebten Kneipentreff geworden und bietet zahlreiche Möglichkeiten, bei lauschigen Sommerabenden draußen zu sitzen und seinen Arbeitstag entspannt ausklingen zu lassen.

Karte

Parkanlagen

Zusatzinformation

Bezirk:Mitte
Lage:Neuer Steinweg / Alter Steinweg / Wexstraße / Erste Brunnenstraße / Thielbek
ÖPNV:S1,S3: Stadthausbrücke
U3: Rödingsmarkt
Bus 6, 37: Michaeliskirche