Freie und Hansestadt Hamburg

ÖRA

Aufgeben oder aufraffen

ÖRA-Rechtsberatung und praktische Hilfe für Ratsuchende mit geringem Einkommen

Wenn zum Beispiel

  • die Vermieterin kündigt,
  • der Ehemann keinen Unterhalt zahlt,
  • die ARGE oder der Sozialleistungsträger die Hilfe verweigert,
  • die Nachbarn nachts randalieren,
  • der Arbeitgeber kündigt,
  • der Rentenversicherungsträger die Erwerbsunfähigkeitsrente ablehnt,
  • die Staatsanwaltschaft oder das Gericht Sie im Zusammenhang mit einem Straf- oder Bußgeldverfahren anschreibt

dann sagen Sie sich vielleicht:

  • "Es hat ja doch keinen Sinn; wer wird mir schon helfen?" oder
  • "Einen Rechtsanwalt müsste man sich nehmen - aber den kann ich mir nicht leisten."

Doch: Der Gesetzgeber hat für Hilfe gesorgt - Hamburg hilft Ihnen durch die Öffentliche Rechtsauskunft- und Vergleichsstelle (ÖRA).


Wir helfen Ihnen

Die ÖRA berät Sie

  • wenn Sie über geringes Einkommen und nur geringes Vermögen verfügen und
  • wenn Sie in Hamburg leben oder
  • soweit Sie in Hamburg arbeiten und zu diesem Arbeitsverhältnis Rechtsrat benötigen.

Falls Sie

  • in der Sache schon anwaltlichen Rat haben,
  • über die Gewerkschaft oder Interessenverbände (zum Beispiel Mieterverein) Rechtsrat erhalten können oder
  • Rechtsschutz versichert sind,

können Sie nicht durch uns, wohl aber über diese genannten Einrichtungen beraten werden.

Umsicht schützt vor Schaden

Fragen Sie die ÖRA um Rat, ehe "das Kind in den Brunnen fällt", also

  • bevor Sie einen Vertrag - oft nur ein "Formular" - unterschreiben, dessen rechtliche Bedeutung und Folgen Sie nicht überblicken wie zum Beispiel
    • Kreditvertrag,
    • Mietvertrag mit Zusatzklauseln,
    • Arbeitsvertrag,
  • bevor eine Frist abläuft, in der Sie sich zum Beispiel gegen eine Behördenentscheidung (meist Monatsfrist) zur Wehr setzen können,
  • bevor Sie aus einer gemeinsamen Mietwohnung ausziehen,
  • bevor Sie sich zu einer verbindlichen Trennung von Ihrem Ehepartner entschließen,
  • bevor Sie unvorbereitet einen Gerichtstermin wahrnehmen,
  • bevor Sie unvorbereitet eine Aussage bei der Polizei oder der Staatsanwaltschaft machen.

Wie hilft Ihnen die ÖRA?

vergrößern Logo der ÖRA-Rechtsberatung Aufgeben oder aufraffen - ÖRA-Rechtsberatung (Bild: ÖRA)

Die Beraterinnen und Berater der ÖRA sind im Hauptberuf Richterinnen und Richter, Rechtsanwältinnen und Rechtsanwälte oder Verwaltungsjuristinnen und -juristen. Sie kennen sich in dem von ihnen betreuten Rechtsgebiet aufgrund langjähriger Berufserfahrung gut aus.

Wir sind genau wie Rechtsanwälte zu besonderer Verschwiegenheit verpflichtet - insbesondere auch gegenüber Behörden und Gerichten.

In der ÖRA erhalten Sie nicht nur rechtliche Auskünfte, sondern, falls erforderlich, auch praktische Hilfe und Unterstützung durch

  • Schreiben an die Gegenseite. Wir teilen eine fundierte Rechtsansicht zur Angelegenheit mit und bitten die andere Seite um Stellungnahme. Häufig - nicht immer - erreichen wir auf diesem Wege eine einvernehmliche Lösung.
  • Wir formulieren für Sie ein an die Gegenseite gerichtetes Schreiben oder einen an die zuständige Behörde adressierten Schriftsatz (zum Beispiel Widerspruch).
  • Wird eine gerichtliche Auseinandersetzung unvermeidlich, beraten wir über Prozesskostenhilfe und erklären, wie Sie einen kompetenten Rechtsbeistand für Ihren speziellen Fall finden können.
  • Die ÖRA kann für Sie Akteneinsicht beantragen.

Wir vertreten Sie nicht vor Gericht! 

Was heißt geringes Einkommen?

Die Einkommensgrenzen richten sich nach dem Sozialgesetzbuch, zwölftes Buch (SGB XII).

Die Berechnung erfolgt individuell anhand Ihrer persönlichen Situation. Bringen Sie deshalb bitte auch Einkommensnachweise, Nachweise über Miet- und Unterhaltszahlungen, notwendige Versicherungen usw. mit. Eine individuelle Berechnung lohnt sich für Sie.

Welche Unterlagen werden benötigt?

Bitte bringen Sie die Unterlagen für Ihren Fall mit, zum Beispiel Verträge, Briefe, Bescheide und Urteile. Bitte ordnen und sortieren Sie diese Unterlagen. Damit helfen Sie den Beraterinnen und Beratern, Ihnen einen kompetenten Rechtsrat zu geben.

Was kostet die ÖRA-Rechtsberatung?

Im Regelfall kostet die Beratung einschließlich Folgeberatungen in derselben Sache zehn Euro.

Die Gebühr wir auf drei Euro ermäßigt, wenn Ihr Einkommen sehr niedrig ist.

Welche ÖRA-Stelle ist zuständig?

Sie können sich wahlweise an eine Bezirksstelle oder an die Hauptstelle wenden.

Beachten Sie bitte: Öffentliches Recht (Asylrecht, BAföG, Wohngeld, Ausländerrecht, SGB II, SGB XII usw.), Arbeitsrecht und Sozialversicherungsrecht (Renten-, Kranken-, Arbeitslosen- und Unfallversicherung) werden nur in der Hauptstelle beraten.

Bitte haben Sie Verständnis: Telefonisch, schriftlich oder per E-Mail können wir Sie nicht beraten.

Rechtsberatung speziell für Jugendliche und Kinder

Die ÖRA führt auch Rechtsberatung speziell für Jugendliche und Kinder durch. Auf diesen Bereich spezialisierte Rechtsanwältinnen und Rechtsanwälte vom Verein "Anwalt des Kindes"  beraten jeden erstem Montag im Monat von 17.00 bis 18.30 Uhr im ÖRA-Haus, Dammtorstraße 14. Selbstverständlich sind Kinder und Jugendliche auch zu allen anderen Beratungszeiten willkommen.