Behörde für Stadtentwicklung und Umwelt

Rathauspark Bergedorf

Verlässt man den Wanderweg entlang der Schulenbrooksbek im Zentrum Bergedorfs, um einen Abstecher zum schönen Bergedorfer Rathaus zu machen, dann sollte man sich nebenbei auch den dazugehörigen Park anschauen.

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Das Privileg des Bergedorfer Rathauses, einen „eigenen“ Park zu besitzen, ist auf seine wechselvolle Geschichte zurückzuführen. Es war einst die Villa des Kaufmannes Hermann Messtorff, welche er sich 1898/99 von dem Architekten Johann Grotjahn errichten ließ. Als am 8. April 1924 das Haus mit dem gesamten Grundstück in den Besitz der Stadt Bergedorf überging, sollte das schlossartige Gebäude zum Rathaus umgebaut werden.   

Zwischen 1925 und 1927 wurde es nach den Plänen des Stadtbaurates Wilhelm Krüger und des Architekten Georg Lindner durch kompletten Umbau den neuzeitlichen Anforderungen angepasst. Dabei wollte man jedoch die Haupträume der Villa mit ihrer aufwendigen historischen Ausstattung für Repräsentationszwecke erhalten: den Spiegelsaal, das Bürgermeisterzimmer sowie das östliche Treppenhaus. Der Rathaus-Neubau selbst wurde dagegen im Art-Deco-Stil eingerichtet. Die letzten umfangreichen Restaurierungen der historischen Räume liegen erst wenige Jahre zurück. 2003 bekam die Fassade ihren dritten Neuanstrich. 

Aus der Zeit der Messtorffschen Villa stammt auch der Park in seiner heutigen Ausdehnung. Der untere Parkteil war damals sogar durch einen eigens geschaffenen Tunnel erreichbar. Messtorff ließ einen Säulentempel am Fuß des damals größeren sogenannten Fischteiches der Schulenbrooksbek errichten. Ein Jahr, nachdem Villa und Park in den Besitz der Stadt Bergedorf übergegangen waren, wurde auf dieser parkähnlichen Gesamtanlage, in der Villa und einigen Nachbargärten die „Gartenbau-Ausstellung Bergedorf 1925“ ausgetragen. 

Grundformen des alten Messtorffschen Anwesens sind auch heute noch zu erkennen. Dennoch erfuhr der Park zwischenzeitlich mehrmalige Umgestaltungen, so zum Beispiel des Freilichtbühnen-Bereiches. Weiterhin wurden ein großes Spielplatz-Gelände geschaffen sowie mehrere Kunstwerke installiert. Hier im Bergedorfer Rathauspark beginnt die „SkulpturenLandschaft“, eine temporäre Kunstausstellung im öffentlichen Raum von Hamburg-Bergedorf. Skulpturen, Plastiken, Objekte, Installationen und Land-Art nationaler sowie internationaler Künstler werden momentan hier gezeigt.

Die Parkanlage ist ein bedeutendes Gartendenkmal


Zusatzinformationen: 

Bezirk: Bergedorf         

Lage: zwischen dem Rathaus Bergedorf, Möllers Kamp und August-Bebel-Straße

ÖPNV: S2 / Vorortbahn ab Hbf R20 Bergedorf, Bus 335 / Bus135 Zu den Eichen

Fläche: ca. 2 ha           

Spielplatz: vorhanden