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Planten un Blomen - ein Parkführer

04.02.2010

"Planten un Blomen" ist an Vielfältigkeit kaum zu überbieten. Ein Parkführer informiert darüber von Geschichte bis Restaurant und von Pflanzen bis Kunst. Eine große Übersichtskarte hilft Besuchern, sich in der 45 Hektar großen Grünanlage zurecht zu finden. Sie reicht von den Landungsbrücken bis zur Alster und umfasst die Areale "Planten un Blomen", "Alter Botanischer Garten", "Kleine Wallanlagen" und "Große Wallanlagen".

Ob sommerliche Konzerte im Musikpavillon, Ruhe und Erholung in den Themengärten, farbige Wasserlichtspiele auf dem Parksee, ein Besuch auf den Kinderspielplätzen, der Rollschuhbahn, im Rosengarten oder in den beiden Japanischen Gärten, alles ist mit dem Parkführer leicht zu finden.

In dieser Reihe sind bereits Parkführer für den "Hamburger Stadtpark", "Rund um die Alster", "der Wandse-Grünzug" und der "Harburger Stadtpark erschienen.

Den Parkführer gibt es kostenlos beim Stadtmodell in der Wexstraße 7. Außerdem können die Faltblätter im Bezirksamt Hamburg-Mitte, in der Tourismuszentrale, und natürlich bei der Parkaufsicht in "Planten un Blomen" abgeholt werden.

Planten un Blomen - Hamburgs "Grüne Lunge"

Mitten im Herzen der Stadt, umgeben von Einkaufsmeilen, Congress-Centrum, Messegelände und St. Pauli liegt "Planten un Blomen". Die 45 Hektar große Parkanlage macht ihrem Namen alle Ehre: Prachtvolle Pflanzenrabatten und Blumenbeete erfreuen das Auge und laden zum Verweilen ein. Weite Rasenflächen, idyllische Bäche und kleine Seen sowie einzigartig angelegte Themengärten versprechen Ruhe und Erholung.

Die von allen Seiten zugängliche Parkanlage lädt aber auch zu Unterhaltung und Freizeitgestaltung ein. Besonders beliebt sind die sommerlichen Konzerte im Musikpavillon und die farbigen Wasserlichtspiele auf dem Parksee, die allabendlich von Mai bis September stattfinden.

Die Vielfältigkeit und die zentrale Lage machen den Park für Hamburgerinnen und Hamburger und Gäste der Hansestadt gleichermaßen attraktiv.

Geschichte und Entwicklung

Wo heute Erholung und Freizeit im Mittelpunkt stehen, wurde früher die Unabhängigkeit Hamburgs verteidigt. Hier befanden sich die Wallanlagen, die zwischen 1616 und 1625 durch Johan van Valckenburgh als Befestigungsring um den damalige Stadtkern angelegt wurden.

Als die Wallanlagen Ende des 18. Jahrhunderts in Europa militärisch bedeutungslos wurden, bekam der bremische Kunstgärtner Isaak Hermann Altmann den Auftrag, die Anlage nach englischem Vorbild umzugestalten. Fortan dienten die Wälle den Bürgerinnen und Bürgern zur Erholung und erfreuten sich großer Beliebtheit.

Während aus der Ostseite des Wallrings bereits Anfang des 20. Jahrhunderts eine Verkehrszone wurde - etwa durch den 1906 eingeweihten Hauptbahnhof -, blieb der westliche Teil Parkanlage. Dieser Grüngürtel wurde im Laufe der Zeit vergrößert und umfasste seinerzeit neben den von Alt- mann umgewandelten Wallanlagen die Friedhöfe vor dem Dammtor, den ehemaligen Botanischen Garten sowie den 1861 nördlich davon errichteten Zoologischen Garten, dessen erster Leiter Alfred Brehm war, bekannt als Verfasser von "Brehms Tierleben". 1930 wurde aus dem Zoo ein Volks- und Vergnügungspark.

Seinen heutigen Namen erhielt dieser Teil des Parks anlässlich der Niederdeutschen Gartenschau "Planten un Blomen" im Jahre 1935, als das Gelände von dem bekannten Hamburger Gartenarchitekten Karl Plomin in eine Parkanlage umgestaltet wurde.

Die Internationalen Gartenausstellungen (IGA) in den Jahren 1953, 1963 und 1973 veränderten das Gesicht der Anlage erheblich. Nach der letzten IGA wurden die Areale "Planten un Blomen", "Alter Botanischer Garten", "Kleine Wallanlagen" und "Große Wallanlagen" zum "Wallringpark" zusammen gefasst. 1986 erhielt die gesamte Anlage dann auch offiziell den traditionsreichen Namen

Zahlreiche alte Strukturen wie Wassergräben und ehemaligen Bastionen dokumentieren zusammen mit Elementen und Architekturen der verschiedenen Ausstellungen die wechselvolle Geschichte der Anlage und unterstreichen die historische und gartendenkmalpflegerische Bedeutung.

Gärten von A bis R

Den Apothekergarten entwarf wiederum der Gartenarchitekt Karl Plomin mit Unterstützung des Hamburger Apothekervereins. Er wurde zur IGA 1963 der Öffentlichkeit übergeben. Im Zuge der Neugestaltung von "Planten un Blomen" wurde dieses Kleinod an die Tiergartenstraße verlegt und dort in gleicher Art und Weise neu errichtet. Mit seinen "Sieben Höfen der Gesundheit" präsentiert er zahlreiche Heilpflanzen und Kräuter. Die Besucherinnen und Besucher erfahren anschaulich, wie bedeutsam Pflanzen für die menschliche Gesundheit sind und lernen die Vielfalt der Arzneipflanzen kennen. Informationstafeln in Braille-Schrift und Wegeführungen machen den Apothekergarten auch für Blinde und Sehbehinderte erlebbar.

Die Bürgergärten unterhalb des Fernsehturms stammen aus dem Jahre 1935. Hier finden sich prächtige und farbenfrohe Staudenanpflanzungen. Eine besondere Sehenswürdigkeit ist die Schwertlilienblüte im Juni und Juli. Das mediterrane Ambiente lädt viele Besucherinnen und Besucher zum Verweilen ein.

Eine weitere Attraktion sind die beiden japanischen Gärten. Der Japanische Garten aus dem Jahre 1990, zwischen Congress-Centrum und Hamburg-Messe gelegen, ist der größte seiner Art in Europa. Zusammen mit dem Japanischen Landschaftsgarten, 1988 auf der anderen Seite des Messegangs angelegt, prägt er den zentralen Bereich der Parklandschaft. Beide Gärten wurden von dem japanischen Landschaftsarchitekten Yoshikuni Araki konzipiert. Die Wege durch dieses Gesamtkunstwerk führen vorbei an Felsen, Wasserläufen und stillen Teichen. Den Mittelpunkt des Japanischen Gartens bilden ein See und an seinem Ufer das rustikale japanische Teehaus. Hier werden in den Sommermonaten Teezeremonien zelebriert.

Der 5.000 Quadratmeter große Rosengarten wurde 1993 neu angelegt. Etwa 300 verschiedene Rosensorten blühen hier neben Stauden, Kleingehölzen und Sommerblumen. Stählerne Rosenbögen mit blauen Rosenkugeln runden das Bild ab. Im Mittelpunkt der Anlage befindet sich ein offener Informationspavillon. Hier können Besucherinnen und Besucher in der Sommersaison klassischer Musik lauschen.

Südliches Flair und mehr...

Die Mittelmeerterrassen wurden von den Gartenarchitekten Plomin, Raderschall und Schulze angelegt. Die Mauern aus Schiefergestein - der dunkle Schiefer speichert die Sonnenenergie - bieten Platz für viele verschiedene südländische Pflanzen, etwa Hibiskus, Clematis, Feigen, Mammutblatt und Limonen. Die Anlage mit ihrem mediterranen Flair ist der sonnigste Platz in Hamburg.

Ein Besuch der angrenzenden Schaugewächshäuser lohnt sich zu jeder Jahreszeit. Sie entstanden zur IGA 1963 anstelle der im Krieg zerstörten Gewächshäuser nach einem Entwurf des Architekten Prof. Bernhard Hermkes. Die Gewächshäuser beherbergen Pflanzen aus den verschiedenen Klimazonen der Erde: vom tropischen Dschungel bis zur Wüste. Bemerkenswert sind vor allem die außen liegende Konstruktion und die Art der Verglasung.

Unterhalb der Schaugewächshäuser liegt der Wallgraben. Diese letzte aus den Zeiten der Befestigungsanlage stammende Wasserfläche ist heute Lebensraum für zahlreiche Vögel, Enten, Fische und Wasserschildkröten. Einen sehr schönen Gesamtblick auf die botanische Anlage hat man von der Johan-van-Valckenburgh-Brücke. Mit ihrer einmaligen, leicht wirkenden Betonkonstruktion bildet sie zusammen mit den Gewächshäusern und den Mittelmeerterrassen ein einmaliges Ensemble der sechziger Jahre und wurde als Kulturdenkmal in die Hamburger Denkmalliste eingetragen.

Zu einer der ältesten Anlagen gehören die Wasserkaskaden. Sie wurden 1935 von Karl Plomin anlässlich der Niederdeutschen Gartenschau erbaut und erfreuen noch heute, von Goldfischen und Enten bevölkert, die Besucherinnen und Besucher. Gartenstühle laden zum Verweilen ein.

Überhaupt ist der Park nicht nur durch eine Vielzahl von Pflanzen und Blumen geprägt, sondern auch durch das Element Wasser. Einzigartig ist die 1993 restaurierte Wassertreppe in den Kleinen Wallanlagen. Sie lässt kleine und große Besucher staunen, denn sie befördert das Wasser von der unteren auf die obere Ebene.

Ein anderes Wasserspiel sind die Millerntorspeier, die das Wasser über Wehre durch das Museums- becken zum Teehausteich in den Großen Wallanlagen befördern. Großzügige Rasenflächen an den Uferzonen bieten sonnenhungrigen Besucherinnen und Besuchern angenehme Liegeplätze.

Freizeit im Park

Die Freizeitangebote in "Planten un Blomen" sind so vielfältig, dass Jung und Alt auf ihre Kosten kommen. Auf zwei außergewöhnlichen Spielplätzen können Kinder mit Sand und Wasser spielen, plantschen, klettern, rutschen, balancieren oder die "Buller-Berge" erklimmen. Das Kindertheater, die Rollschuhbahn, die im Winter zur Eisbahn wird, die Töpferei, die Pony-Reitbahn, die Minigolf- und Trampolinanlage und Schachgärten lassen nicht nur Kinderaugen strahlen.

Kostenlose musikalische Veranstaltungen im Grünen bietet der im Norden der Parkanlage gelegene Musikpavillon. Im Sommer ertönen dort Klänge für jeden Geschmack. Ein weiterer sommerlicher Höhepunkt sind die einmalig farbigen Wasserlichtkonzerte auf dem Parksee.

Für das leibliche Wohl der Besucherinnen und Besucher sorgen zahlreiche Restaurants, Cafés und Kioske, die sich über die gesamte Parkanlage verteilen.

Jäger der Nacht

Am Tag flanieren Besucherinnen und Besucher entlang der Bäche und Seen - und in der Dämmerung gehört dieses Revier auch den Fledermäusen. Doch keine Angst: diese kleinen Parkbewohner jagen ausschließlich Insekten.

In "Planten un Blomen" sind drei von zehn in Hamburg vorkommenden Arten anzutreffen: Wasserfledermäuse, Breitflügelfledermäuse sowie die Däumlinge der Hansestadt, die Zwergfledermäuse. Sie finden bequem in einer Streichholzschachtel Platz und wiegen soviel wie drei Gummibärchen. Nachts jagen sie, genau wie die Wasserfledermäuse, dicht über der Gewässeroberfläche. Die Breitflügelfledermäuse stellen ihrer Beute entlang der Bäume in Gewässernähe nach oder auch an Wegen und auf Freiflächen.

Kontaktmöglichkeit
Behörde für Stadtentwicklung und Umwelt Heino Grunert Gartendenkmalpflege Alter Steinweg 4 20459 Hamburg
Tel.: E-Mail: