Behörde für Wirtschaft, Verkehr und Innovation

Pflanzenschutz aktuell Krankheiten an Rosskastanien

Pflanzenschutz aktuell - FHH - Hamburg

Stadtgrün:

Die wichtigsten und wohl bekanntesten Erreger von Blattflecken an der Rosskastanie sind die Kastanienminiermotte (Cameraria ohridella) und der Pilz Guignardia aesculi. Durch diesen Befall sterben die Kastanien nicht aus, werden jedoch hinsichtlich ihrer Vitalität extrem geschwächt, so dass sie leicht angreifbar in Bezug auf andere Krankheitserreger sind. vergrößern Pseudomonas sy. aesculi Blutende Flecken am Stamm durch Pseudomonas (Bild: Pflanzenschutzamt HH) Einer davon ist das Bakterium Pseudomonas syringae pv. aesculi, welches seit einigen Jahren immer mal wieder an Kastanien vorzufinden ist. Geschädigt werden können Kastanien jeden Alters und das Schadbild zeigt sich anhand einer schütteren Krone mit einzelnd absterbenden Ästen, blutende Stellen am Stamm und an den Ästen, sowie Risse im Stamm. Manchmal ist auch gelb-brauner Schleimfluss an den blutenden Stellen zu erkennen. Dieser trocknet an der Rinde äußerlich ein und ist als dunkle Flecken auf der Rinde gut zu erkennen.

Für eine exakt Bestimmung ist immer eine Laboranalyse notwendig.Da der Erreger noch recht neu ist und das damit vorhandene Schadpotential noch nicht vollkommen analysiert ist, melden Sie Befall im öffentlichen Grün bitte Ihrem Bezirksamt oder der  Pflanzenschutzberatung "Haus und Garten". Ein Risiko befallener Bäume besteht vor allem in der Infektion von Sekundärrerregern (holzzersetztende Pilze oa.) die in den Baum über die Wunden eindringen und die Standfestigkeit somit beeinträchtigen können.

 

Informationen über die Kastanienminiermotte und den Pilz Guignardia aesculi erfahren Sie auf unserer Internetseite unter "Haus und Garten" in der Rubrik "Schädlinge" und "Krankheiten".

 

Haus und Garten:

Gallmilben

Gallmilben lieben trocken, warme Standorte und je nach Gattung hat sich jede Milbe auf eine bestimmte Pflanzenart spezialisiert. Zur Zeit sieht man weit verbreitet das Auftreten dieser kleinen Spinnentiere, deren Schaden aber hauptsächlich nur optischer Natur ist.

Anbei ein Steckbrief dieses Schädlings:

Erreger:

Gallmiben gehören, obgleich sie nur 2 Beinpaare besitzen, zur Gruppe der Spinnentiere. Mit einer durchschnittlichen Größe von 0,2 mm sind diese Tiere recht klein und mit bloßem Auge kaum zu identifizieren. Viele Pflanzenarten werden befallen und je nach Gattung hat sich jede Milbe auf eine bestimmte Pflanze spezialisiert. Befallen werden Beerensträucher wie Himbeeren, Brombeereb oder Johannisbeeren, wobei sie hier meist in den Fruchtständen leben, so dass diese nicht ausreifen. Vielfach sind Gallmilben auch an Nadelgehölzen vorzufinden. Hier werden in der Regel die Nadeln in Stammnähe besiedelt, welche sich später verfärben und abfallen. Auch an Laubgehölzen wie Ahorn, Hainbuche, Linde oder Ulme sind Gallmilben anzutreffen. Der Schädling überwintert hinter der Borke oder in den Knospenschuppen und mit dem Laubaustrieb besiedeln sie Blätter und Triebe ihrer Wirtspflanzen. Dort leben sie bis zum Sommer in ihren Gallen, legen hier auch ihre Eier ab, so dass je nach Wetterlage mehrere Generationen im Jahr entstehen können. Ab Ende Juli verlassen die Milben die Gallen und wandern zu ihren neuen Winterquartieren. vergrößern Gallmibe an Buche Gallmilbe an Buche (Bild: Pflanzenschutz Hamburg)

 

 

Schadbild:

Vor allem an trockenen und warmen Standorten fühlen sich die Gallmilben besonders wohl. Sobald sie zum Laubaustrieb die Blätter und Triebe besiedelt haben, beginnen sie Pflanzensaft zu saugen. Durch die dabei entstehenden Ausscheidungen der Tiere werden die Zellen der Pflanze zum Wachsen angeregt und es entstehen die charakteristischen Gallen oder andere Deformationen, vor allem blattoberseits. Bei der Erlengallmilbe entstehen zum Beispiel pockenartige Gallen, bei der Lindengallmilbe stiftartige. Auch filzige Strukturen auf der Blattunterseite können verursacht werden, wie bei Buche oder Pfaffenhütchen. Bei Hainbuche kräuseln sich die Blätter. vergrößern Gallmilben Rebenpockenmilbe (Bild: Pflanzenschutz Hamburg)

 

 

 

Vorbeugung und Bekämpfung:

Der Schaden ist vor allem optischer Natur. Befallenen Blätter sollten noch vor dem Abwandern der Tiere im Spätsommer entfernt werden. Bei starkem Befall im Vorjahr kann zum Austrieb ein Pflanzenschutzmittel angewendet werden. vergrößern Gallmilben Gallmilben an Ulme (Bild: Pflanzenschutz Hamburg)