Planten un Blomen Park auf dem Areal der Hamburger Wallanlagen

Der Park Planten un Blomen ist auf einem Teilgebiet der ehemaligen Hamburger Wallanlagen entstanden und für jeden Naturliebhaber ein Muss. Als eine der grünsten Attraktionen der Hansestadt lädt die Parkanlage nicht nur zum Sonnenbaden und Entspannen ein, sondern auch diverse Attraktionen wollen entdeckt werden.

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Planten un Blomen

Adresse
Jungiusstraße 1, 20355 Hamburg
Telefon
040 428544723
Homepage
Planten un Blomen
Öffnungszeiten
Mai bis September 7 bis 23 Uhr
Oktober bis März 7 bis 20 Uhr
April 7 bis 22 Uhr
Öffentliche Verkehrsmittel
U1 Haltestelle Stephansplatz
U2 Haltestelle Messehallen
S11, S21, S31 Haltestelle Bahnhof Dammtor
Termine
Veranstaltungen

Planten un Blomen

Der Park Planten un Blomen befindet sich auf dem Gebiet der ehemaligen Wallanlagen an der westlichen Grenze zur Neustadt. Der Name ist Plattdeutsch und steht für „Pflanzen und Blumen“. Sattes Grün sowie das Blau zahlreicher kleiner Seen und des Wallgrabens bestimmen das Bild auf der gesamten Fläche. Wer sich vornimmt, den ganzen Park samt Attraktionen, wie dem Schiller-Denkmal, zu erforschen, sollte für die etwa 47 Hektar mehrere Stunden einplanen. Ab 2017 kommt außerdem ein weiterer Hektar Grünfläche hinzu, da im Zuge der Revitalisierung des Congress Centers Hamburg eine Garagen-Zufahrt entfällt. Diese soll von einem Berliner Landschaftsarchitektenbüro umgestaltet werden.

Vor oder nach einem Besuch in Planten un Blomen bietet sich auch eine Entdeckungstour der angrenzenden Sehenswürdigkeiten an: Die Dammtor Denkmäler, das Karolinenviertel, der Gänsemarkt, die St. Michaeliskirche und die Reeperbahn.

Für Naturliebhaber

Naturliebhaber erfreuen sich am romantischen Rosengarten und Hobby-Landschaftsarchitekten am verwinkelten Japanischen Garten samt urigen Teehaus. Die Wasserrutschen samt Kletterparkour sind in der Hansestadt einmalig und begeistern vor allem die Jüngsten. Der Botanische Garten mit Tropenhaus indes ist gerade in der kalten Jahreszeit eine beliebte Anlaufstelle für Wärmesuchende jeden Alters. Außerdem finden im Sommer zahlreiche Veranstaltungen für die Lütten wie Kinderfeste, Kindertheater und die beliebte Töpferstube statt. 

Für Wasser-Fans

Abends erfreuen den Besucher täglich stimmungsvolle Wasserlichtkonzerte mit Musik auf dem Parksee von Mai bis Ende September. Der Beginn ist um 22 Uhr, ab September eine Stunde früher. Viele Musikfreunde versammeln sich auf den Wiesen um den See, lauschen auf ausgelegten Picknickdecken der klassischen Musik und beobachten das Licht- und Wasserspektakel. Die zahlreichen Fontänen erstrahlen im Rhythmus der Musik in hellen Farben.
Das aktuelle Programm finden Sie unter Wasserlichtkonzerte.

Für Aktive

Auch für Bewegungsfreunde bietet der Park viele Attraktionen: Auf dem Minigolfplatz wird noch eher eine ruhige Kugel geschoben, doch auf der Rollschuhbahn oder der im Winter aufgebauten Indoo Eisarena, Deutschlands größte Open Air Eisbahn, kann sich so richtig ausgetobt werden. Zudem sind Jogger auf dem gesamten Gebiet willkommen.

Für Kulturbegeisterte 

Konzerte, Lesungen, Teehaus-Veranstaltungen, Theatervorstellungen und Schachgärten nahe dem Eingang Glacischaussee runden das facettenreiche Programm des Parks ab. Führungen und Rundgänge zu verschiedenen Themen werden regelmäßig angeboten.


Quelle: www.bilderbruecke.com

Geschichte der ehemaligen Hamburger Wallanlagen

Wie ein Bogen verläuft Planten un Blomen um die Innenstadt und diese Form begründet sich in einer historischen Gegebenheit des 17. Jahrhunderts. Denn von 1616 bis 1625 wurden um die Alt- und Neustadt massive Wallanlagen erbaut, um die Stadt vor massiven Schäden im 30-jährigen Krieg zu schützen. Der Plan ging auf: Die Hansestadt war einer der wenigen Orte, in denen noch frei gehandelt werden konnte. Das Resultat war, dass Hamburg aus dem Krieg als wohlhabendste und bevölkerungsreichste Stadt Deutschlands hervorging. Innerhalb von rund 100 Jahren verdoppelte sich zudem die Bevölkerungszahl um mehr als die Hälfte. Hamburg war fortan eine der bedeutendsten europäischen Handelsstädte. 

Von der Torsperre über die französische Besatzung zur Errichtung der Grünflächen

In 1798 wurde die Torsperre in Hamburg eingeführt, die die immer drastischeren Verhältnisse in Bezug auf Bevölkerungsanstieg und daraus resultierendem beengten Wohnraum nach und nach entspannte. Nach Torschluss war der Einlass durch die Stadttore nur noch gegen ein Sperrgeld möglich. Ehemalige Stadttore wie das Damm- oder Millerntor sind immer noch in der Stadt bekannt, allerdings mit einer anderen Funktion. 

Rund 200 Jahre nach ihrer Errichtung waren die Wallanlagen bereits stark veraltet und so wurde in 1804 ihre Umwandlung in einen Park beschlossen. Jedoch nahmen die Franzosen die Stadt zwei Jahre später ein und auf deren Befehl mussten die Hamburger unter Zwangsarbeit die Wallanlagen wiederherstellen. Die Franzosen nutzten unter anderem die Hauptkirchen, darunter St. Petri, für ihre eigenen Zwecke. In 1814 endete die französische Besatzung und Hamburg wurde Mitglied im Deutschen Bund. Aufgrund der veränderten politischen Lage und der sich immer stärker ausdehnenden Stadt wurden die Wallanlagen in den Jahren 1820 bis 1837 komplett abgetragen und unter Isaak Altmann in Grünflächen umgewandelt. Die Torsperre blieb jedoch bis ins Jahr 1860 bestehen.

Deutschlandweites Vorbild, zwei Weltkriege und Gartenbauaustellungen

Altmanns Grünanlagen wurden in ganz Deutschland als vorbildlich angesehen. Doch bereits ab den 1840er Jahren erhielt die Gestaltung gravierende Einbußen. Vor allem der Bau des Hamburger Hauptbahnhofes Ende des 19. Jahrhunderts und die Errichtung öffentlicher Gebäude wie der Kunsthalle büßten einen Großteil der östlichen Grünflächen ein. Nur im Westen der Innenstadt blieben die Flächen bis zur Zeit der Weltkriege unverändert.

Während noch um 1890 weite Teile des Stadtgrabens erhalten waren, verschwand dieser durch die Ablagerung von Trümmerschutt und weitere bauliche Maßnahmen nach 1945. Die Gestaltung der heutigen westlichen Wallanlagen wurde erheblich durch die Internationalen Gartenbauaustellungen in 1963 und 1973 geprägt. So kam es zu einer Aufteilung in Alter Botanischer Garten, Große- und Kleine Wallanlagen, die mittels Brücken und einer Straßenüberdachung zu einem Gesamtareal verbunden wurden. Seit 1986 tragen die Wallanlagen zwischen Millerntor und Dammtor offiziell den Namen Planten un Blomen. 

Ehemalige Bastionen und ihre heutigen Nutzungen 

Bastionen sind Anlagen, die als fünfeckige Pentagone aus der Linie des Festungswalls herausragen und ursprünglich zu Verteidigungszwecken gebaut wurden. In Hamburg bestanden insgesamt 22 Bastionen. Die einzige Stelle in Hamburg, an der eine der ehemaligen Bastionen samt ehemaligem Wallgraben auch heute noch ersichtlich ist, ist die Bastion Rudolphus in Nähe des Stephansplatzes. Mitten auf dem Gebiet befindet sich heute das Café Schöne Aussichten. Auf der Bastion Casparus steht seit 1906 das Bismarckdenkmal und das nahe liegende Hamburg Museum befindet sich heute auf der ehemaligen Bastion Henricus. Dessen Architektur als Festungsbau soll an die historische Bedeutung des Ortes erinnern. Vor dem Bau des Museums stand ein Vorgänger der Sternwarte auf diesem Areal. In Nähe der Bastion Petrus befindet sich der heutige Dammtor-Bahnhof. Auf der Bastion Fernandus steht die Galerie der Gegenwart der Hamburger Kunsthalle und der Albau der Hamburger Kunsthalle wurde auf der ehemaligen Bastion Vincent errichtet. Die Bastion Hieronymus befand sich in Nähe des Hauptbahnhofs, die Bastion Bartholdus nahe den Deichtorhallen und die Bastion Ericus existierte beim Gebäude des Spiegel Verlagshauses. Zusätzlich ist ein Teilstück des ehemaligen Stadtwalls erhalten geblieben – dieses trennt damals wie heute die Außen- von der Binnenalster

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Park auf dem Areal der Hamburger Wallanlagen
Der Park Planten un Blomen ist auf einem Teilgebiet der ehemaligen Hamburger Wallanlagen entstanden und für jeden Naturliebhaber ein Muss. Als eine der grünsten Attraktionen der Hansestadt lädt die Parkanlage nicht nur zum Sonnenbaden und Entspannen ein, sondern auch diverse Attraktionen wollen entdeckt werden.
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