Behörde für Schule und Berufsbildung

Ausstellung und Begleitprogramm 7.4. bis 31.5.2017 "Wem gehört Polen?"

Propagandapostkarten aus dem Ersten Weltkrieg

"Wem gehört Polen?"

In Hamburg leben ca. 40.000 Menschen mit polnischer Herkunft, Pass oder Identität. Eine Vielzahl von Institutionen besitzt seit Jahrzehnten enge Bezüge zu unserem östlichen Nachbarland, so u.a. die Deutsch-Polnische Gesellschaft oder das Mahnmal St. Nikolai. Schon die europäischen Grenzveränderungen nach dem Ersten Weltkrieg besaßen maßgebliche Einflüsse auf Hamburg, seine bis dahin gültigen nationalen und internationalen Beziehungen und die heimische Wirtschaft, auch auf den Hafen.

Die Ansichtspostkarten zeigen Fotos, Karikaturen oder Zeichnungen; in einer Zeit vor dem bewegten Bildern des Kinos, dem Telefon oder gar von TV und Internet stellten Ansichtspostkarten ein wichtiges Mittel des Massenkonsums, der Massenkommunikation und der politischen Einflussnahme des beginnenden 20. Jahrhunderts dar.

Die Ausstellung, konzipiert von Prof. Dr. Rudolf Jaworski (Konstanz), zeigt diese Funktionen eines in ganz Europa weit verbreiteten Mediums anhand der im Ersten Weltkrieg propagierten Polenbilder: neben der patriotischen Selbstdarstellung der Polen sowie der ihnen sekundierenden französischen Perspektive eben auch der Blickwinkel der drei Mächte Russland, Preußen-Deutschland und Österreich-Ungarn, die Polen Ende des 18. Jahrhunderts geteilt und in einem Konsens der Großmächte ihrem jeweiligen Staatsgebiet zugeschlagen hatten. Die Zusammenschau dieser konkurrierenden Sehweisen erlaubt einen Gesamteindruck, welche Optionen für eine europäische Nachkriegszeit propagiert und wie sie visuell umgesetzt wurden.

Damit ist die Ausstellung auch für Lehrende, Studierende sowie Schülerinnen und Schüler geeignet, um politische Debattenkultur und die Funktionsweisen von Propaganda nachvollziehen zu können.

Die Ausstellung ist bis zum 31. Mai 2017 täglich von 10.00 bis 17.00 Uhr im Gewölbekeller des Mahnmals St. Nikolai zu besichtigen.

Eintritt frei.

Weitere Informationen unter www.mahnmal-st-nikolai.de/?page_id=18

Begleitveranstaltungen (Beginn 18:00)

7.April 2017
Eröffnung der Ausstellung mit einem Einleitungsvortrag von Prof. Dr.
Włodzimierz Borodziej (Warschau/Jena) zum Thema Der Große Krieg als vergessener Erinnerungsort. Polen 1914–1921 sowie Grußworten von Prof. Dr. Bogusław Dybaś (Wien) und Prof. Dr. Rudolf Jaworski (Konstanz)
In Kooperation mit der Deutsch-Polnischen Gesellschaft Hamburg

22. April 2017
Lange Nacht der Museen mit History Slam Noch ist Polen nicht verloren!
In Kooperation mit der Universität Hamburg, Bereich Public History, und Hauser Kommunikation, Berlin

04. Mai 2017
Prof. Dr. Stephan Lehnstaedt (Berlin): Vom Ersten zum Zweiten Weltkrieg.
Kontinuitäten und Brüche in der deutschen Wahrnehmung Polens

10. Mai 2017
Dr. Piotr Szlanta (Warschau): Neue Herren oder Befreier? Die polnischen Okkupationserfahrungen des Ersten Weltkriegs im Lichte von Karikaturen

11. Mai 2017
PD Dr. Joachim Tauber (Lüneburg): Deutschland, Polen und Litauen 1916–1939

18. Mai 2017
Dr. Libby O’Connell (Chicago) u.a.: Erinnern an den Großen Krieg: Der Kriegseintritt der USA 1917. Vorträge und Podiumsdiskussion
In Kooperation mit und gefördert durch das Generalkonsulat der Vereinigten Staaten von Amerika (HH)

Eine Ausstellung des Wissenschaftlichen Zentrums der Polnischen Akademie der Wissenschaften in Wien, präsentiert von der Landeszentrale für politische Bildung Hamburg.

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