Straßenverkehr 2008: Mehr Unfälle, weniger verunglückte Kinder
+ Vor allem Sach- und Blechschäden lassen die Unfallzahlen steigen + Noch nie wurde in Hamburg so viel Fahrradverkehr gezählt
(© Thomas Adrian, Innenbehörde)
Innensenator Christoph Ahlhaus: „Ich freue mich, dass die Zahl der verunglückten Kinder erneut zurückgegangen ist, trotz des verantwortungslosen Verhaltens mancher Verkehrsteilnehmer. Unsere Kinder müssen im Straßenverkehr sicher sein, hier setzen wir unsere Schwerpunktarbeit konsequent fort. Mit der Verkehrsmoral mancher Autofahrer, Fahrradfahrer und Fußgänger und den deshalb steigenden Unfallzahlen bin ich allerdings überhaupt nicht zufrieden, daraus mache ich gar keinen Hehl. Ich bin überzeugt, dass die Straßenverkehrslage ohne die hervorragende Verkehrssicherheitsarbeit von Innenbehörde und Polizei noch schlechter wäre. Daher werden wir die Hauptunfallursachen und damit notorische Raser, Drängler und Rotlicht-Sünder, die das Leben und die Gesundheit anderer rücksichtslos aufs Spiel setzen, mit allen Mitteln bekämpfen. Dazu gehören auch manche Radfahrer, die auf erschreckende Art und Weise rücksichtslos Vorschriften missachten. Wir werden die Präventionskampagnen wie ,Rücksicht auf Kinder’, aber auch die gezielte Verkehrsüberwachung an Unfallbrennpunkten ohne Wenn und Aber fortsetzen.“
Verkehrsunfälle mit jungen Erwachsenen (18 bis 24 Jahre)
In der Gruppe der jungen Erwachsenen besteht ein höheres Unfallrisiko als in anderen Altersgruppen, zum Beispiel Senioren. Die jungen Erwachsenen stellen einen Bevölkerungsanteil von nur 8,2 Prozent, sind aber zu 16,7 Prozent an den Unfällen insgesamt und zu 23,4 Prozent an den Unfällen mit Personenschaden beteiligt. 2008 stieg die Zahl der Unfälle um +1,5 Prozent (+161 auf 10.851) und es gab +6,5 Prozent mehr Verunglückte (+99 auf 1628). Auch wenn der Langzeittrend nach unten zeigt: Die Polizei wird weiterhin ein besonderes Auge auf junge, unerfahrene Fahrer werfen und mit speziellen Präventions-, aber auch Repressionsmaßnahmen arbeiten.
Verkehrsunfälle mit Senioren (ab 65 Jahre): 84,4 Prozent Sachschadensunfälle
Die Anzahl der Unfälle ist hier um +7,1 Prozent gestiegen, das heißt um +623 Verkehrsunfälle (von 8774 auf 9397). Die Zahl der Verunglückten ging um -2 zurück (von 994 auf 992). Senioren verursachen zu 84,4 Prozent Sachschadenunfälle, zum Beispiel Blechschäden beim Einparken oder Rückwärtsfahren. Ursache für den Anstieg der Zahlen ist, dass ältere Menschen heutzutage länger mobil bleiben und auch der Anteil der Senioren an der Gesamtbevölkerung steigt.
Fahrradfahrer: Noch nie wurde so viel Fahrrad gefahren wie im Jahr 2008
Im Jahr 2008 gab es den historischen Höchststand des Fahrradverkehrs in der Stadt. An den Messstellen wurden fast 50.000 Radfahrer gezählt, das sind fast 12.000 mehr als im Jahr 2007. Ursache dafür dürften die hohen Benzinpreise im vergangenen Jahr sein. Diese Entwicklung führte auch zu einem Anstieg der verunglückten Fahrradfahrer von 2282 auf 2498 (+9,5 Prozent = +216 Verunglückte). Diese Steigerung führte maßgeblich zur Steigerung der Verunglückten insgesamt (+139), obwohl die Zahl der verunglückten Pkw-Insassen um -147 zurückgegangen ist. 9 Radfahrer kamen ums Leben, das sind 3 mehr als im Jahr 2007.
Motorradfahrer: Weniger Verunglückte, weniger Unfälle – aber leider mehr Tote
Bei den Verkehrsunfällen mit Motorradfahrern gab es einen Rückgang um -2,4 Prozent (-19 Unfälle) von 777 auf 758. Die Zahl der Verunglückten sank hier um -2,9 Prozent (-15) von 521 auf 506. Trotz dieser rückläufigen Zahlen gibt es einen deutlichen Anstieg der bei Unfällen getöteten Motorradfahrer von 4 auf 11 Unfalltote. Dieser Anstieg um +7 ist der wesentliche Grund für den Anstieg der Verkehrstoten auf Hamburgs Straßen.
Lkw-Unfälle: Hauptursache für den Anstieg der Sachschadenunfälle
Die Lkw-Sachschadenunfälle sind um +1309 gestiegen. Hier liegt eine Hauptursache für den Anstieg der Sachschadenunfälle.
Alkohol und Drogen im Straßenverkehr: Hohes Risiko für Leben und Gesundheit
Wer unter Alkohol- oder Drogeneinfluss im Straßenverkehr unterwegs ist, riskiert überproportional hoch das Leben und die Gesundheit seiner Mitmenschen. Die Alkohol-Unfälle stiegen um +6,7 Prozent (+64 Unfälle) von 961 auf 1025 an. Auch die Zahl der Verunglückten stieg um + 7,7 Prozent (+ 33) von 429 auf 462. Im Bereich der Unfälle unter Drogeneinfluss führen die immer besseren Testgeräte der Polizei zu einer weiteren Aufhellung des Dunkelfeldes. Auch im Jahr 2009 wird die Polizei ihre entsprechenden Kontrollen fortsetzen. Bei den Unfällen stieg die Zahl um +28 von 91 auf 119 Fälle. 65 Menschen verunglückten unter Drogeneinfluss, das sind 15 Fälle mehr als im Jahr 2007. Bei 10 Verkehrstoten waren Alkohol- oder Drogenkonsum die Ursache; rund 40 Prozent der Unfälle unter Alkohol- oder Drogeneinfluss waren Unfälle mit Verletzten.
Rasen, Drängeln, Rotlicht-Verstöße, Rücksichtslosigkeit: die Hauptunfallursachen
Innensenator Christoph Ahlhaus kündigt an, dass die Bekämpfung der Hauptunfallursachen auch in Zukunft ein Schwerpunkt der Verkehrssicherheitsarbeit in Hamburg bleiben wird. So sind die Rückgänge bei den Unfallursachen „Geschwindigkeit“ (-239) und „Rotlicht“ (-50) auch und gerade ein Ergebnis der Verkehrsüberwachung. Bei Verunglückten sind die Unfallursachen Geschwindigkeit und zu geringer Sicherheitsabstand 3727 mal festgestellt worden. Außerdem gehören zu dieser traurigen Hitliste:
- Fehler und Rücksichtslosigkeit beim Abbiegen, Wenden, Rückwärtsfahren oder Einbiegen in den fließenden Verkehr mit 2681 Nennungen;
- Missachtung von Vorfahrt und Vorrang sowie Rotlicht mit 1697 Nennungen.
Weitere Informationen
-
» Verkehrssicherheit:
Meldungen, Kampagnen und Organisationen für mehr Verkehrssicherheit in Hamburg -
» Jahresbilanzen:
Schwerpunkte und Trends der Innenbehörde im Rückblick
Innensenator Christoph Ahlhaus appelliert an alle Verkehrsteilnehmer „Rücksicht zu nehmen, insbesondere auf schwächere Verkehrsteilnehmer – und speziell auf unsere Kinder. Rasen, Drängeln, bei Rot über die Ampel fahren, rücksichtsloses und egoistisches Verhalten im Straßenverkehr können anderen Menschen – oder Ihnen selbst – das Leben kosten. Die Gefahren durch das Fahren unter Alkohol- oder Drogeneinfluss werden noch immer unterschätzt, das geht auf keinen Fall.“
Download:
Verkehrsunfallstatistik 2008
PDF-Datei, 9 Seiten, 104 kBSicherheit im Straßenverkehr 2008 - Bilanz und Ausblick
Präsentationsfolien der Pressekonferenz,
PDF-Datei, 38 Seiten, 2,8 MB
(Innenbehörde)
Die Innenbehörde im Internet: www.hamburg.de/innenbehoerde

Mister Wong
Webnews
Yigg
Del.icio.us










