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Behörde für Stadtentwicklung und Umwelt Behörde für Stadtentwicklung und Umwelt

In Reitbrook wird CO2 zu Biomasse

Im europaweit ersten Großversuch „verdauen“ Mikroalgen Kohlendioxid

28.08.2008

Anja Hajduk, Senatorin für Stadtentwicklung und Umwelt: „Diese in Europa bisher einzigartige Anlage stärkt Hamburgs Ruf als Standort für hochkarätige Klimaforschung. Hier wird komplett Neuland betreten, und wir hoffen auf richtungweisende Forschungsergebnisse, bis hin zur Wirtschaftlichkeit bei 100%ig klimaneutraler Produktion von Biomasse.“ 

Ein Zuchtbecken für Algen durch CO²

(BWF)

Die Forschungsanlage, in der mit Hilfe von Mikroalgen unter Zufuhr von CO2 aus Abgasen Biomasse zur weiteren energetischen Nutzung erzeugt wird, läuft ab heute in Hamburg-Reitbrook. Dieses europaweit einzigartige „Algen-Kraftwerk“ wurde in den letzten Monaten von im Rahmen des Projektes TERM (Forschungskonsortium zur Entwicklung von Technologien zur Erschließung der Ressource Mikroalgen) mit Unterstützung der Behörden für Stadtentwicklung und Umwelt sowie Wissenschaft und Forschung und E.ON Hanse auf firmeneigenem Gelände in Hamburg-Reitbrook errichtet. Dabei kamen auch Biophoto-Reaktoren der Firmen Strategic Science Consult (SSC GmbH) und der Subitec GmbH (Ausgründung des Fraunhofer Institutes in Stuttgart) zum Einsatz.  Insgesamt sind bisher zehn Partner beteiligt.

Wissenschaftssenatorin Dr. Herlind Gundelach: „Hier wird die wichtige Verbindung zwischen Grundlagen­forschung und angewandter Forschung deutlich. Mit dem Biozentrum Flottbek der Universität Hamburg und der Technischen Universität Hamburg-Harburg sind zwei leistungsstarke Hochschulpartner beteiligt, die ganz unterschiedliche Kompetenzen einbringen: in der Grundlagenforschung der Algenbiologie und in der angewandten Forschung der Verfahrenstechnik. Ich bin mir sicher, dass dieses Pilotvorhaben die Hamburger Wirtschaft dazu animieren wird, das in Hamburg vorhandene Wissens- und Forschungspotential an den Hochschulen und außeruniversitären Forschungseinrichtungen intensiver zu nutzen.“

Die Kultivierung von Mikroalgen ist eine vielversprechende Technologie zur Produktion von Biomasse. Die Mikroalgenkultur sowohl an Land als auch im Meer erfüllt viele Merkmale der Nachhaltigkeit, denn im Vergleich zu Landpflanzen können Mikroalgen viel schneller Biomasse aufbauen und somit auf gleicher Anbaufläche entsprechend mehr energiereiche Biomasse produzieren.

Langfristiges Ziel des Projektes TERM ist die Entwicklung von Verfahren zur großtechnischen Produktion von Mikroalgen in Biophoto-Reaktoren im Freiland. In der Pilotanlage kommt die an nordeuropäische Bedingungen besonders angepasste Alge Chlorella „Hamburgensis“ zum Einsatz, mit dem primären Ziel der Biomasseproduktion für energetische Zwecke, z.B als Grundlage für Biodiesel, Bioethanol oder als Input für eine Biogasanlage. 

Kontaktmöglichkeit
Pressestelle der Behörde für Stadtentwicklung und Umwelt Kerstin Graupner Pressesprecherin Umwelt Stadthausbrücke 8 20355 Hamburg
Tel.: Fax: E-Mail:
040 42840-3249 040 42840-3735 kerstin.graupner@bsu.hamburg.de