Behörde für Kultur und Medien

Kulturelles Erbe Speicherstadt digital erleben 

Zahlreiche digitale Angebote eröffnen neue Blicke auf Hamburgs  UNESCO-Welterbe


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Speicherstadt digital erleben 

Die Hamburger Speicherstadt digital für alle erlebbar zu machen, ist das Ziel des Projekts „Speicherstadt digital“, das die Behörde für Kultur und Medien initiiert hat. Die Ergebnisse präsentierte Dr. Carsten Brosda, Senator für Kultur und Medien, heute. Eine neue App mit historischen Fotos, Hintergrundinformationen, Hörspielen und Augmented Reality, Virtual-Reality-Stationen im Dialoghaus und ein eigener Auftritt auf der Plattform Google Arts & Culture bieten neue Einblicke in die Geschichte der Hamburger Speicherstadt. Über freies WLAN im gesamten Areal ist dieses  Angebot besonders gut zugänglich. 

Dr. Carsten Brosda, Senator für Kultur und Medien: „Mit der Speicherstadt hat Hamburg einen weltweit einmaligen kulturellen Schatz, der jedes Jahr Millionen Gäste anzieht. Es gibt viele spannende historische Fotos und Geschichten rund um das Welterbe zu entdecken. ‚Speicherstadt digital‘ erlaubt jedem vertiefende Einblicke in die Geschichte und zeigt am Beispiel des größten zusammenhängenden Speicherensembles der Welt, wie die Verbindung von Kultur und Medien gelingen kann. Mit dem in der Speicherstadt flächendeckend eingerichteten freien WLAN-Netz steht vor Ort die ideale Infrastruktur dafür bereit.“ 

App „Speicherstadt digital“

Die App „Speicherstadt digital“ gibt es für die Betriebssysteme Android und iOS. Sie ist kostenlos und vermittelt auf anschauliche Weise die Geschichte des Hamburger UNESCO-Welterbes. Viele historische Fotos, die zum Beispiel aus den Archiven der Stiftung Historische Museen Hamburg, der HHLA und aus dem Staatsarchiv stammen, lassen vergangene Zeiten in der historischen Speicherstadt lebendig werden. Durch erläuternde Texte und Zeitzeugenberichte erfährt man mehr über die Entstehung der Speicherstadt und das tägliche Leben dort. Eine Kartenansicht ermöglicht schnelle Orientierung und zeigt, wo sich Sehenswertes befindet. Vom NDR Hörfunk produzierte Hörspiele nehmen die Zuhörerinnen und Zuhörer mit auf eine Reise in die Vergangenheit. So wird zum Beispiel die Schlusssteinlegung durch Kaiser Wilhelm II. im Jahr 1888 oder der Arbeitsalltag der Schauerleute lebendig nachgestellt. Vor Ort kann jeder mittels Augmented Reality auf dem eigenen Smartphone oder Tablet den direkten Vergleich zwischen Jetzt und Einst ziehen. Betrachten Besucherinnen und Besucher durch die App ihre Umgebung, werden historische Aufnahmen eingespielt und zeigen, wie die Speicherstadt früher aussah. Mit einer Filterfunktion können sie sich außerdem Informationen und Material zu verschiedenen Themen wie „Vor dem Bau der Speicherstadt“, „Bauabschnitte“ oder auch den Wiederaufbau nach dem Zweiten Weltkrieg anzeigen lassen.

Virtual Reality

Auch mit Virtual-Reality-Elementen, die von der Hochschule für Angewandte Wissenschaften Hamburg entwickelt wurden, wird das Vergangene erlebbar gemacht. Besucherinnen und Besucher erfahren an Bildschirmen im Foyer des Dialoghauses (Alter Wandrahm 4) spielerisch, wie in der Speicherstadt vor 100 Jahren gearbeitet wurde. Außerdem stehen spezielle Virtual-Reality-Brillen und Controller zur Verfügung, mit denen Besucherinnen und Besucher zum Beispiel die Arbeit im Kesselhaus der Speicherstadt in einer virtuellen 3D-Welt nachspielen können. Kohle schaufeln, Waren verladen oder Maschinen bedienen – für einen Moment können sie in das Leben eines Hafenarbeiters vor rund 100 Jahren eintauchen. 

Google Arts & Culture

Abgerundet wird das Erlebnis durch virtuelle Touren durch die Speicherstadt auf der Plattform Google Arts & Culture. Anhand von 360-Grad-Aufnahmen können Interessierte einen Blick in die historischen Speicher werfen, durch die Straßen und über Brücken flanieren und sogar eine virtuelle Fleetfahrt unternehmen. 

Freies WLAN

Damit die neuen Angebote vor Ort optimal genutzt werden können, hat die Stadt gemeinsam mit dem Anbieter wilhelm.tel in der Speicherstadt ein flächendeckendes WLAN-Netz eingerichtet. Die Nutzung des „MobyKlick“-Netzes ist kostenfrei.  

Die Speicherstadt gehörte einst zu den innovativsten und modernsten Bauprojekten der Hansestadt und ist auch heute noch weltweit der größte zusammenhängende historische Lagerhauskomplex. Ende des 19. Jahrhunderts errichtet, wird sie heute nicht nur gewerblich genutzt. Eine Vielzahl von Museen präsentiert mit unterschiedlichen Schwerpunkten das kulturelle Erbe der Speicherstadt.

Das Projekt „Speicherstadt digital“ ist Teil der Digitalisierungsstrategie der Stadt im Kulturbereich. Ziel ist es, Kulturgüter für jedermann digital erlebbar zu machen und so einen umfassenden und übergreifenden Zugang zu unserem kulturellen Erbe zu schaffen. 

Zahlreiche Kooperationspartner haben an „Speicherstadt digital“ mitgearbeitet. Beteiligt waren die Behörde für Kultur und Medien, Dataport, die Stiftung Historische Museen Hamburg, der Norddeutsche Rundfunk, Google Arts & Culture, Fraunhofer FOKUS, die Hamburg Hafen und Logistik AG (HHLA), HITeC, die Hochschule für Angewandte Wissenschaften Hamburg (HAW), die IG Kulturquartier, die Universität Hamburg und wilhelm.tel. 

Weitere Informationen zur „Speicherstadt digital“ finden Sie unter www.speicherstadt-digital.de. Die App „Speicherstadt digital“ kann kostenlos in allen App-Stores heruntergeladen werden. Die kostenlosen Virtual-Reality-Elemente werden in der Zeit vom 14.12.2017 bis 31.3.2018 im Foyer des Dialoghauses in der Speicherstadt (Alter Wandrahm 4) präsentiert. Um Wartezeiten zu vermeiden, können Termine auf www.speicherstadt-digital.de oder telefonisch unter 040 309 634 0 vorgebucht werden.

Zitate der Partner: 

Börries von Notz, Alleinvorstand der Stiftung Historische Museen Hamburg: „Es wird immer wichtiger, dass Kulturgut auch digital von historisch Interessierten erschlossen werden kann. Das gilt insbesondere für Kulturgut von nationaler und internationaler Bedeutung. Mit der App ‚Speicherstadt digital‘ ist nun ein erster Schritt in diese Richtung für das UNESCO-Welterbe getan. Als Begleiter bei einem Besuch der Speicherstadt hält die App für den Nutzer in spielerischer und anschaulicher Art und Weise wertvolle Informationen zur Geschichte dieses besonderen Ortes bereit.“

Dr. Roland Lappin, Mitglied des Vorstands der HHLA: „Das Projekt ‚Speicherstadt digital‘ ist ein wichtiger Schritt für das Quartier auf dem Weg in die digitale Zukunft. Mit leistungsfähigem, frei zugänglichem WLAN, der App ‚Speicherstadt digital‘ und den VR-Anwendungen wird ein neuer Standard im öffentlichen Raum gesetzt, der für Touristen wie Hamburger hoch attraktiv ist.“

Die Generalunternehmerschaft für die „Speicherstadt digital“ hat Dataport AöR übernommen. Esther Lara, Projektleiterin bei Dataport: „Dieses spannende Projekt war für uns eine bereichernde Erfahrung. Die Koordination der vielen Partner aus verschiedenen Branchen ist für uns nicht alltäglich. Dass wir innerhalb eines Jahres jetzt ‚Speicherstadt digital‘ vorstellen können, ist für uns ein voller Erfolg. Es war uns eine große Freude, dieses richtungsweisende Kulturprojekt gesteuert zu haben. Wir haben gemeinsam einen großen Schritt in Richtung digitale Stadt gemacht.“

Die Audios hat der NDR Hörfunk produziert. Michael Plöger, Leiter des Bereichs Zentrale Programmaufgaben Hörfunk im NDR: „Mit zwölf dramaturgisch gestalteten Kurzhörspielen und neun Zeitzeugenberichten, die Hörfunkproducer des NDR gemeinsam mit unserem Sprecher-Team geschaffen haben, ist es gelungen, die Geschichte der Speicherstadt nicht nur abzubilden, sondern auch mit Stimmen und Stimmung sinnlich erfahrbar zu machen. Wir schlagen damit eine Brücke zu historisch belegten Fakten und versetzen die Nutzer der neuen App zurück in die Vergangenheit.“

Prof. Dr. Roland Greule, Department Medientechnik der HAW Hamburg: „Wir haben die Rekonstruktion und Modellierung des Kesselhauses und der Maschinenzentralstation zu einem 3D-Modell durch eine Virtual Reality Anwendung erweitert. Sie ermöglicht den Besuchern der Ausstellung, in einen Bereich des heutigen Welterbes einzutauchen und die technologisch innovative Nutzung der lokalen Energiegewinnung um 1910 zu erleben. Der Einsatz von Virtual Reality und Augmented Reality wird maßgeblich die Zukunft der Gesellschaft in den unterschiedlichsten Bereichen prägen. Vor diesem Hintergrund haben wir den Masterstudiengang ‚Digital Reality‘ entwickelt, um unserer Verantwortung gerecht zu werden, junge Menschen am Puls der technischen Entwicklungen mit Blick auf die Zukunft, innovativ und am Markt orientiert zu qualifizieren.“ 

Kay Oberbeck, Director Corporate Communications & Public Affairs DACH, Benelux & Nordics bei Google: „Mit dem Projekt ‚Speicherstadt digital‘ ist Hamburg dank neuer Technologien nun auch virtuell das Tor zur Welt. Wir freuen uns, dass Google Arts & Culture die Geschichte des hanseatischen Weltkulturerbes für alle Hamburger und Hamburg-Freunde erlebbar macht – in Form von Virtual-Reality-Touren, Onlineausstellungen sowie mit begehbaren 360-Grad-Panorama-Aufnahmen von Straßen, Kontoren und Fleeten.“

Die Augmented Reality (AR)-Funktion hat das Fraunhofer-Institut für Offene Kommunikationssysteme FOKUS entwickelt. Manuel Schiewe, Entwicklungsleiter Augmented Reality am Fraunhofer FOKUS: „Im AR-Modus erhalten die Nutzer passend zum Standort historische Bilder, die sich auf dem Tablet oder Smartphone in das Kamerabild der realen Umgebung integrieren. Damit dies möglichst nahtlos gelingt, werden die Nutzer zum optimalen Betrachtungspunkt navigiert und die historischen Bilder perspektivisch angepasst.“

Die Universität Hamburg hat das efoto-Hamburg-Portal konzipiert, auf dem die „Speicherstadt digital App“ aufbaut. Prof. Dr. Jan Christoph Meister, Professor für Digital Humanities: „Mit mobilen Apps wie ‚efoto Hamburg‘ und ‚Speicherstadt digital‘ wird Hamburgs Kultur und Geschichte den Bürgern der Stadt buchstäblich in die Hände gelegt. Ob direkt vor Ort oder im gemütlichen Café mit Blick auf den Hafen – mit ‚Speicherstadt digital‘ können Sie das Kulturerbe Ihrer Stadt individuell erkunden.“

Theo Weirich, Geschäftsführer wilhelm.tel GmbH: „Wenn wir den Menschen entgegenkommen wollen, dann ist es wichtig, dass sie sich in Zukunft nicht mehr um ihren Internetzugang kümmern müssen. Mit unserem WLAN-Zugang MobyKlick ist das der erste Schritt. Einfach frei und unkompliziert. Wir sind froh, dass uns dies in der Hamburger Speicherstadt gelungen ist.“

Das IG Kulturquartier war inhaltlich und konzeptionell bei der Redaktion des Text- und Bildmaterials für das Projekt „Speicherstadt digital“ beteiligt. Thomas Hampel für die IG KulturQuartier Speicherstadt und HafenCity: „Hamburgs Welterbe geht online! Wer in Hamburg und der Welt an Architektur, Kultur oder Geschichte interessiert ist, hat jetzt die Möglichkeit, mobil und vor Ort mehr zu erleben. Mehr Texte, Töne und Bilder, mehr Hintergrundinformationen, mehr wissenschaftliche Einordnung und auch mehr Spaß und Unterhaltung. Das hanseatische Holodeck steht zur Erkundung bereit. Die 10 Ausstellungen und Museen im KulturQuartier Speicherstadt und HafenCity freuen sich auf die neue Dimension des Hamburger Welterbes!“

HITeC e.V., das Technologie Transfer-Center des Fachbereich Informatik der Universität Hamburg, hat die Entwicklung der Apps geleitet und weiterhin die Infrastruktur konzipiert und entwickelt. Lothar Hotz, Geschäftsführer von HITeC: „Mit der Speicherstadt Digital App und der dahinterstehenden Infrastruktur, welche die dargestellten Inhalte verwaltet, ist die Basis für zukünftige Zugänge auf kulturelle Objekte der Stadt geschaffen worden. Durch diese Entwicklung können nun weitergehende Forschungsaufgaben, die die Bereitstellung kultureller Inhalte für den Bürger vereinfachen, betrachtet werden.“ 

Die effective WEBWORK hat die App „Speicherstadt digital“ technisch umgesetzt. Matthias Finck, Geschäftsführer der effective WEBWORK: „Die effective WEBWORK ist als Ausgründung aus der Universität tief verbunden mit der Stadt, weshalb wir uns als Spezialisten für Recherchesysteme und App-Entwicklung sofort für das Projekt begeistert haben. Und der Aufwand hat sich gelohnt, da die App ‚Speicherstadt digital‘ nicht nur eine spannende Möglichkeit ist, Hamburger Geschichte hautnah zu erleben, sondern uns als Firma wieder einmal darin bestätigt, dass wir uns auf Entwicklungsprojekte im Kultur- und Bildungsbereich konzentrieren."

Pressebilder und ein Video finden Sie unter http://www.hamburg.de/bkm/pressemeldungen.