Behörde für Arbeit, Soziales, Familie und Integration

Obdachlosigkeit Start der Untersuchung zu obdach- und wohnungslosen Menschen in Hamburg

Im März 2018 findet eine erneute Untersuchung zu obdachlosen Menschen in Hamburg statt. Erstmals werden auch in Wohnunterkünften lebende Menschen befragt. Ziel ist, Einschätzungen zur Größenordnung und Struktur dieser Gruppe zu ermöglichen sowie einen Überblick über ihre Lebenslagen zu erhalten und Rückschlüsse auf das bestehende Hilfesystem zu ziehen.

Start der Untersuchung zu obdach- und wohnungslosen Menschen in Hamburg

Bei der Untersuchung werden neben grundlegenden Strukturdaten wie Geschlecht, Alter und Nationalität unter anderem Informationen zur Dauer und Ursache der Obdachlosigkeit erhoben. Auch die Nutzung von Übernachtungs- und anderen Hilfeangeboten sowie die individuelle finanzielle Situation, gesundheitliche Selbsteinschätzung und ob die Menschen eine Krankenversicherungskarte haben, wird erfragt.

Wie in den zurückliegenden Erhebungen werden die Betroffenen anhand standardisierter Fragebögen befragt. Die Teilnahme ist freiwillig. Es sind mehrsprachige Interviewerinnen und Interviewer im Einsatz. Die erhobenen Daten werden anonymisiert und anschließend ausgewertet.

Die Befragung der Obdachlosen wird vom 19. bis 25. März 2018 in Einrichtungen und Anlaufstellen für obdachlose Menschen, in den Standorten des Winternotprogramms sowie in Drogenberatungsstellen und bei der Straßensozialarbeit durchgeführt. Darüber hinaus findet erstmals die Befragung einer repräsentativen Stichprobe von wohnungslosen Menschen in Wohnunterkünften von fördern und wohnen AöR statt.

„Wir brauchen gesicherte Informationen, um unser bestehendes Hilfesystem zu überprüfen“, sagt Senatorin Melanie Leonhard. „Wer in Not gerät, findet viele Anlaufstellen in Hamburg. Wir haben in den letzten Jahren aber gemerkt, dass sich die Zielgruppe der Angebote verändert hat. Immer mehr Menschen aus EU-Ländern kommen nach Hamburg. Wir haben deshalb seit Jahren auch spezialisierte Beratungsangebote. Unser Hilfesystem ist also breit aufgestellt. Für eine Weiterentwicklung der Angebote brauchen wir mehr Informationen, damit wir den Menschen noch zielgerichteter dabei helfen können, ihre Notlage zu überwinden.“

Bei der Untersuchung werden auch Angaben zur Lebenssituation in den Blick genommen, um einzelne qualitative Aspekte der Lebenslage im Zusammenhang mit dem sozialen Hilfesystem für Obdach- und Wohnungslose zu beleuchten. Dabei liegt ein besonderes Augenmerk auf der Personengruppe ohne deutsche Staatsangehörigkeit. Erstmals werden auch in Wohnunterkünften lebende Menschen angesprochen, um auch ihre Lebenssituation gezielter beleuchten zu können.

Die Durchführung der Befragungen und die Auswertung der empirischen Daten übernimmt die von der BASFI beauftragte „Gesellschaft für Organisation und Entscheidung“ mit Sitz in Bielefeld. Unterstützt und begleitet wird die Befragung von einer gemeinsamen Arbeitsgruppe aus Vertreterinnen und Vertretern der Behörde, der Wohlfahrtsverbände, von „fördern und wohnen AöR“ und den Fachstellen für Wohnungsnotfälle.

Die bevorstehende Erhebung ist die vierte ihrer Art nach 1996, 2002 und 2009. Der Fragenkatalog orientiert sich an den vorangegangenen Analysen, um eine Vergleichbarkeit herzustellen.