Behörde für Stadtentwicklung und Wohnen

Wohnen Soziale Erhaltungsverordnung für Eimsbüttel/Hoheluft-West/Stellingen-Süd tritt in Kraft

Soziale Erhaltungsverordnung für das bisher größte Hamburger Gebiet

Mit der morgen in Kraft tretenden Sozialen Erhaltungsverordnung werden in Hamburg ab sofort weitere 64.000 Einwohnerinnen und Einwohner citynaher Wohnquartiere vor einem steigenden Aufwertungs- und Verdrängungsdruck geschützt. Die neue Verordnung ist in zentralen Bereichen Eimsbüttels, im südlichen Stellingen und dem Generalsviertel wirksam. Es handelt sich um die elfte Soziale Erhaltungsverordnung in Hamburg. Insgesamt profitieren nun rund 190.000 Bewohnerinnen und Bewohner dauerhaft von diesem Schutz vor Aufwertung und Verdrängung.

Soziale Erhaltungsverordnung für Eimsbüttel/Hoheluft-West/Stellingen-Süd tritt in Kraft

Senatorin Dr. Dorothee Stapelfeldt: „Der Schutz der Bevölkerung vor Verdrängung hat für den Senat oberste Priorität. Mit Eimsbüttel und den nördlich und östlich angrenzenden Altbauquartieren genießt ein weiteres attraktives innerstädtisches Quartier den Schutz der Sozialen Erhaltungsverordnung. Damit können wir auch hier, wie schon seit längerer Zeit im südlichen Eimsbüttel, den Verdrängungseffekten wirksam begegnen und günstigen Wohnraum bewahren. Mit der nunmehr elften Sozialen Erhaltungsverordnung in Hamburg sind insgesamt 190.000 Hamburgerinnen und Hamburger vor den Folgen von Luxusmodernisierungen, Wohnungsumwandlungen und spekulativen Immobilien-verkäufen geschützt.“

Bezirksamtsleiter Kay Gätgens: „Wir erleben die Sorgen der Menschen im Bezirksamt fast täglich. Deshalb ist die Soziale Erhaltungsverordnung ein wichtiger Beitrag für mehr Schutz der angestammten Bevölkerung und gegen Luxussanierungen und Spekulationen. Es ist uns gelungen, dass im gesamten Bezirk Eimsbüttel nunmehr ein Viertel aller Haushalte unter Schutz von Sozialen Erhaltungsverordnungen stehen. Das ist auch ein gutes Signal für den sozialen Zusammenhalt.“

In Eimsbüttel, Hoheluft-West und Stellingen-Süd häufen sich seit einigen Jahren Hinweise auf Verdrängungs- und Aufwertungsprozesse. Vier Fünftel der Gebäude sind älter als 60 Jahre und können daher umfangreiche und kostenintensive Modernisierungsmaßnahmen für die im Gebiet vorhandenen 90 Prozent Mieterhaushalte nach sich ziehen. Bereits jetzt muss ein Viertel aller Haushalte mehr als 40 Prozent des Einkommens für die Miete aufwenden. Da knapp die Hälfte der Haushalte in Eimsbüttel über ein mittleres oder geringes Einkommen verfügt, wird bei weiter steigenden Wohnkosten ein Verbleib im Quartier zusehends schwierig.

Hinzu kommt, dass die bereits beachtliche Zahl von Büros und Praxen weiter anwächst und sich die enge Verzahnung von Wohnen und Arbeiten mehr und mehr zu Lasten des Wohnens entwickelt. Die Anzahl an Eigentümern und Eigentümergemeinschaften nimmt zu.

Eine Fortsetzung der unkontrollierten Aufwertung, verbunden mit einer weiteren Verdrängung der Bewohnerinnen und Bewohnern kann ab jetzt wirksam eingedämmt werden.

Hintergrund: Soziale Erhaltungsverordnung 

Das Instrumentarium der Sozialen Erhaltungsverordnung kommt, in Verbindung mit der Umwandlungsverordnung und dem allgemeinen Vorkaufsrecht vorwiegend in innenstadtnahen, unter Aufwertungs- und Verdrängungsdruck stehenden Gebieten zum Einsatz. Ziel ist es, günstigen Wohnraum zu bewahren und der Verdrängung der dort ansässigen Bewohnerinnen und Bewohner entgegenzuwirken. Die Sozialstruktur soll erhalten bleiben, Bewohnerinnen und Bewohner mit niedrigem Einkommen nicht verdrängt werden.

Die Soziale Erhaltungsverordnung ist die einzige im Baugesetzbuch (BauGB) vorgesehene Möglichkeit, bauliche Maßnahmen hinsichtlich ihrer verdrängenden Wirkung zu bewerten und zu kontrollieren. Dazu unterliegen die folgenden Maßnahmen einer zusätzlichen Genehmigungspflicht: Abriss, bauliche Änderungen, insbesondere Luxusmodernisierungen, Nutzungsänderungen und die Umwandlung von Miet- in Eigentumswohnungen.

 

 

Gebiete mit erlassener SozErhVO

seit

Bewohner/innen

1

Südliche Neustadt

1995

3.600

2

St. Georg

2012

8.500

3

St. Pauli

2012

22.200

4

Sternschanze

2013

7.800

5

Osterkirchenviertel

2013

4.350

6

Altona-Altstadt

2014

27.900

7

Eimsbüttel-Süd

2014

10.100

8

Ottensen

2016

19.500

9

Bahrenfeld-Süd

2016

13.600

10

Nördliche Neustadt

2018

6.000

11

Eimsbüttel/Hoheluft-West/Stellingen-Süd

2018

64.000

 

insgesamt

187.550

Weitere Informationen finden Sie online unter: www.hamburg.de/soziale-erhaltungsverordnungen

Rückfragen der Medien

Pressestelle der Behörde für Stadtentwicklung und Wohnen
Tel. 040-42840-2051
E-Mail: pressestelle@bsw.hamburg.de

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