Senatskanzlei

Kooperationsvereinbarungen Stärkung der deutsch-französischen Zusammenarbeit

Deutschland und Frankreich bauen ihre Zusammenarbeit im Bildungsbereich aus. Auf der siebten Konferenz der Kultusministerinnen und Kultusminister der deutschen Länder mit den französischen Recteurs und Rectrices d’Académie im Hamburger Rathaus wurden dazu heute mehrere Kooperationsvereinbarungen unterzeichnet. Auf Einladung des Bevollmächtigten der Bundesrepublik für deutsch-französische kulturelle Angelegenheiten nahmen auch der französische Bildungsminister Jean-Michel Blanquer und die französische Botschafterin in Deutschland, Anne-Marie Descôtes, an der Konferenz teil.

Stärkung der deutsch-französischen Zusammenarbeit

Dr. Peter Tschentscher, Hamburgs Erster Bürgermeister und Bevollmächtigter der Bundesrepublik für deutsch-französische kulturelle Angelegenheiten: „Wir wollen es jungen Leuten ermöglichen, einen Teil ihrer Ausbildung im Partnerland zu absolvieren. Denn im gegenseitigen Austausch und dem Kennenlernen benachbarter Arbeitswelten erlernen sie Schlüsselkompetenzen, die sie für die moderne Berufswelt brauchen. Die deutsch-französischen Abkommen, die wir heute geschlossen haben, darunter die Partnerschaft zwischen der Hamburger Behörde für Schule und Berufsbildung mit der Académie von Aix-Marseille, fördern diese berufliche Mobilität und das Erlernen der Sprache des Partnerlandes. Als Gastgeber der Konferenz hier in Hamburg danke ich allen Teilnehmerinnen und Teilnehmern für die gute Zusammenarbeit.“ 

Jean-Michel Blanquer, französischer Bildungsminister: „Diese Konferenz gibt uns die Möglichkeit festzustellen, welche konkreten Fortschritte seit dem Ministerrat am 13. Juli 2017 erzielt wurden, vor allem durch die Wiedereinführung der zweisprachigen Klassen („classes bilangues“). Außerdem können wir für uns quantitative wie auch qualitative Ziele festlegen, sowohl für das Erlernen der Partnersprache, wie auch für die Entwicklung von Partnerschaften zwischen Berufsbildungszentren und berufsschulischen Einrichtungen in beiden Ländern. Gerade durch konkrete Projekte und gemeinsame Vorhaben können wir die deutsch-französische Freundschaft zugunsten der Jugend noch weiter voranbringen.“

Helmut Holter, Präsident der Kultusministerkonferenz und Thüringer Minister für Bildung, Jugend und Sport: „Ich freue mich sehr, dass wir im Jahr des 55. Geburtstages des Elysée- Vertrages und in dem Jahr, in dem beide Länder einen neuen Elysée-Vertrag für die nächste Jahrzehnte abstimmen, zusammenkommen. Unsere ,Kultusminister-Recteurs-Konferenz‘ ist mittlerweile zu einem festen Bestandteil der gelebten deutsch-französischen Bildungszusammenarbeit geworden und hat in den letzten Jahren eine neue Dimension erlangt. Wir bringen weitere Initiativen zur Vertiefung der dezentralen Kooperation zwischen Ländern und Académies und zur Förderung der Partnersprachen auf den Weg. Zugleich öffnen wir unsere Begegnung für einen Austausch über wichtige bildungspolitische Fragestellungen, die Deutschland, Frankreich und Europa betreffen, wie z.B. über die Integration und über den europäischen Bildungsraum. Die gemeinsame Bewältigung der aktuellen Herausforderungen im Bildungsbereich in Europa ist es, die das ,Franco-Allemand‘ und unsere heutige Zusammenkunft so wertvoll macht und auf besondere Weise auszeichnet." 

Folgende Vereinbarungen wurden heute geschlossen:

  • Erneuerung der institutionellen Partnerschaft der Hamburger Behörde für Schule und Berufsbildung mit der Académie von Aix-Marseille sowie zwischen der Berliner Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Familie und der Académie von Paris. Die institutionelle Partnerschaft beinhaltet beispielsweise die enge Zusammenarbeit im Bereich des Schüleraustauschs und der Lehrerbildung.

  • Mehrere Rahmenvereinbarungen zwischen der deutsch-französischen Industrie- und Handelskammer Paris (AHK) und Ländern bzw. Académies zur deutsch-französischen Plattform „Écoles-Entreprises“. Mithilfe dieser Plattform werden langfristige Partnerschaften zwischen (Berufs-)Schulen und Unternehmen, die auf dem deutschen und französischen Markt agieren, ins Leben gerufen. Durch Unternehmensbesuche, Expertenvorträge in Schulen oder Ausbildungsstätten, Informationen über Karrieremöglichkeiten und über Programme zur Förderung der Mobilität sowie durch ihre Praktikumsbörse bietet die Plattform jungen Menschen Unterstützung bei der beruflichen Orientierung. Darüber hinaus hilft sie Unternehmen, talentierte Nachwuchskräfte zu gewinnen.

Die Konferenz  der Kultusministerinnen und Kultusminister der Länder mit den französischen Recteurs bzw. Rectrices d’ Académie findet regelmäßig in Deutschland und Frankreich statt. Recteurs bzw. Rectrices sind die obersten Schulaufsichtsbeamtinnen und -Beamten eines Bildungsbezirks, die dem französischen Erziehungsminister unterstehen. Die enge Zusammenarbeit zwischen politischen Entscheidungsträgern im Schulbereich geht auf die im Rahmen des deutsch-französischen Ministerrates im Oktober 2004 verabschiedete „Strategie zur Förderung der Partnersprache“ zurück. So soll die dezentrale deutsch-französische Bildungskooperation gefördert und vertieft werden. Das letzte Treffen war 2016 in Paris. 

Bürgermeister Tschentscher hat am 28. März 2018 das Amt des Bevollmächtigten der Bundesrepublik für deutsch-französische kulturelle Angelegenheiten von seinem Vorgänger Olaf Scholz übernommen. Tschentscher vertritt die Interessen der 16 Bundesländer und des Bundes in bildungspolitischen und kulturellen Angelegenheiten gegenüber Frankreich. 

Bilder der Unterzeichnung und der Teilnehmerinnen und Teilnehmer  der Konferenz können unter http://www.hamburg.de/pressefotos/ heruntergeladen werden. 

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