Behörde für Wissenschaft, Forschung und Gleichstellung

Evaluation Wissenschaftsrat zu Gast in Hamburg

Institute der Friedens- und Konfliktforschung werden begutachtet

Der Wissenschaftsrat, das wichtigste wissenschaftspolitische Beratungsgremium in Deutschland, evaluiert deutschlandweit die Friedens- und Konfliktforschung. Im Rahmen des Evaluationsprozesses tagt die Arbeitsgruppe unter der Leitung von Prof. Dr. Brockmeier, Vorsitzende des Wissenschaftsrates, heute am Institut für Friedensforschung und Sicherheitspolitik (IFSH) an der Universität Hamburg. In Hamburg werden neben dem IFSH auch das GIGA German Institute of Global and Area Studies, die Universität Hamburg, das Institut für Theologie und Frieden und das Hamburger Institut für Sozialforschung begutachtet. Mit einem Empfehlungsentwurf des Wissenschaftsrates wird in der ersten Jahreshälfte 2019 gerechnet.

Wissenschaftsrat zu Gast in Hamburg

Katharina Fegebank, Senatorin für Wissenschaft, Forschung und Gleichstellung: „Die Friedens- und Konfliktforschung ist angesichts der internationalen Herausforderungen wichtiger denn je. Politik, Wirtschaft und Gesellschaft profitieren gleichermaßen von der Expertise und unabhängigen Beratung der Expertinnen und Experten. In Hamburg existiert schon jetzt eine einmalige Konstellation von herausragenden universitären und außeruniversitären Einrichtungen der Friedens- und Konfliktforschung. Wir erhoffen uns von der Evaluierung des Wissenschaftsrates Empfehlungen zur Weiterentwicklung und Profilbildung der Hamburger Institute.“

Prof. Dr. Brockmeier, Vorsitzende des Wissenschaftsrates: „Hamburg zeichnet sich durch eine in Deutschland einzigartige Dichte und Vielfalt universitärer und außeruniversitärer Einrichtungen aus, die in der Friedens- und Konfliktforschung aktiv sind. Deshalb hat sich die Arbeitsgruppe des Wissenschaftsrates dafür entschieden, hier eine ihrer Sitzungen abzuhalten. Unser besonderes Interesse gilt dabei der engen Verbindung von gesellschafts- und naturwissenschaftlicher Expertise, die seitens der Politik wie auch der Medien intensiv nachgefragt wird und die einen spezifischen Markenkern Hamburgs ausmacht.“ 

Hintergund:
Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) hat den Wissenschaftsrat im Dezember 2016 darum gebeten, eine umfassende Evaluation des Forschungsfeldes „Friedens- und Konfliktforschung“ unter Berücksichtigung aller relevanten Einrichtungen in Deutschland durchzuführen. Die Begutachtung soll sich gleichermaßen auf die universitäre Forschung und Lehre, die außeruniversitäre Forschung und die Rolle der Deutschen Stiftung Friedensforschung (DSF) als Förderorganisation erstrecken.

Einrichtungen der Friedens- und Konfliktforschung in Hamburg

Institut für Friedensforschung und Sicherheitspolitik an der Universität Hamburg
Das Institut für Friedensforschung und Sicherheitspolitik ist eine interdisziplinär arbeitende Forschungseinrichtung an der Universität Hamburg, die von der Freien und Hansestadt Hamburg gefördert wird. Das IFSH arbeitet und forscht unabhängig. Das IFSH bringt Grundlagenforschung mit den aktuellen Fragen der Friedens- und Sicherheitspolitik zusammen. Die IFSH-Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen erforschen die Bedingungen des Friedens. Sie analysieren, prüfen und entwickeln Strategien zur Vermeidung oder Minderung von gewaltsamen Konflikten: Was macht erfolgreiche Friedens- und Sicherheitspolitik aus? Insbesondere unter den Bedingungen der Globalisierung und den mit ihr verbundenen Verwerfungen in der Welt? Was gefährdet den Frieden? Wie lassen sich die Unsicherheitsfaktoren eindämmen? Welche Schlüsse sollte die Politik daraus ziehen?
Weitere Informationen unter: https://ifsh.de/ 

GIGA German Institute of Global and Area Studies
Das GIGA German Institute of Global and Area Studies ist ein unabhängiges, sozialwissenschaftliches Forschungsinstitut mit Sitz in Hamburg. Es forscht zu politischen, sozialen und wirtschaftlichen Entwicklungen in Afrika, Asien, Lateinamerika und Nahost sowie zu globalen Fragen. Als Mitglied der Leibniz-Gemeinschaft folgt das Institut dem Leibniz-Grundsatz "Theoria cum Praxi": Wissenschaft zum Wohl und Nutzen des Menschen. Das GIGA betreibt das größte außeruniversitäre Informationszentrum für Area Studies und Comparative Area Studies in Deutschland.
Weitere Informationen unter: https://www.giga-hamburg.de/de 

Institut für Theologie und Frieden
Das Institut für Theologie und Frieden (ithf) ist eine wissenschaftliche Forschungseinrichtung der Katholischen Kirche in Trägerschaft der Katholischen Militärseelsorge zum Zweck der ethischen Auseinandersetzung mit Fragen des Friedens und der Friedensgefährdungen. Die interdisziplinär angelegten Forschungsprojekte des ithf bearbeiten aktuelle Problemstellungen in der politischen und militärischen Praxis sowie angrenzender Wissenschaften (wie z. B. der Politikwissenschaft und des Völkerrechts) auf der Basis eines christlichen Wertefundaments und aus der Kenntnis der christlichen friedensethischen Tradition. Deren Erforschung spielt selbst eine wichtige Rolle im Aufgabenfeld des ithf. Die intensive Beschäftigung mit dem Friedensdenken im Islam ist in den vergangenen Jahren hinzugekommen.
Weitere Informationen unter: https://ithf.de/ 

Hamburger Institut für Sozialforschung
Das Hamburger Institut für Sozialforschung (HIS) wurde im Jahre 1984 von Jan Philipp Reemtsma gegründet. Seit April 2015 wird es von dem Soziologen Wolfgang Knöbl geleitet. Das unweit der Hamburger Universität angesiedelte Institut zeichnet sich durch eine große thematische Offenheit und ein ausgeprägtes Serviceangebot an die interessierte Öffentlichkeit aus. Hierzu zählen die öffentlich zugängliche Bibliothek und das in der Bundesrepublik Deutschland einzigartige Archiv, zu dessen Schwerpunkten u.a. die Sammlung zum Thema "Protest" gehört. Den Kern der Institutsarbeit bildet die Forschung. Sie setzt auf den Dialog und die Zusammenarbeit vor allem geistes- und sozialwissenschaftlicher Fächer und ist somit nicht auf eine akademische Disziplin festgelegt.
Weitere Informationen unter: https://www.his-online.de/