Behörde für Gesundheit und Verbraucherschutz

Gesundheit Zweiter Forschungspreis zur Erforschung von Alternativen zum Tierversuch ausgelobt

Gesundheits- und Wissenschaftsbehörde setzen Preisgeld von 20.000 Euro aus – Bewerbungen bis 30. September möglich

Hamburg setzt sich dafür ein, die Zahl und die Belastung der in Lehre und Forschung eingesetzten Versuchstiere so weit wie möglich zu verringern. Um die Entwicklung von Alternativmethoden zum Tierversuch voranzutreiben, schreiben die Behörde für Gesundheit und Verbraucherschutz (BGV) und die Behörde für Wissenschaft, Forschung und Gleichstellung (BWFG) zum zweiten Mal einen Förderpreis in Höhe von 20.000 Euro aus. Ausgezeichnet werden sollen Arbeiten, deren Ergebnisse einen wesentlichen Beitrag zum Ersatz oder der Minimierung von Tierversuchen leisten. ​​​​​​​

Gesundheits- und Wissenschaftsbehörde setzen Preisgeld von 20.000 Euro aus – Bewerbungen bis 30. September möglich

„In Deutschland werden immer noch zu viele Tierversuche durchgeführt, weil keine anderen Methoden zur Verfügung stehen. Mit dem Forschungspreis wollen wir dafür werben, Alternativen zum Tierversuch in der Forschung zu entwickeln und damit den Tierschutz zu stärken. Ich hoffe, dass sich viele Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler mit ihren Arbeiten beteiligen“, so Gesundheits- und Verbraucherschutzsenatorin Cornelia Prüfer-Storcks.

„Um langfristig Tierversuche zurückzudrängen, müssen alternative Forschungsmethoden her. Mit der Verleihung des Preises wollen wir den Fortschritt in der Medizin und gleichzeitig den Tierschutz aktiv vorantreiben. Unser Ziel muss es sein, so wenig wie möglich mit Tieren zu forschen und in der Zukunft über Heilmethoden für schwere und tödliche Erkrankungen zu verfügen, die bestenfalls ohne Tierversuche entwickelt wurden“, sagt Wissenschaftssenatorin Katharina Fegebank.

Im Rahmen der Forschung werden zur Beantwortung vieler Fragestellungen immer noch Tiere eingesetzt. So liefern Tierversuche wichtige Informationen darüber, ob Medikamente wirken oder ob einzelne Stoffe für den Menschen giftig sind. Bei diesen Versuchen werden Tieren Schmerzen, Leiden oder Schäden zugefügt. Zugleich ist im Deutschen Grundgesetz eine Verantwortung für das Tier als Mitgeschöpf verankert, das Leben und Wohlbefinden von Tieren ist zu schützen. Vor diesem Hintergrund sind Tierversuche in Deutschland bundeseinheitlich rechtlich streng geregelt und auf das unerlässliche Maß zu beschränken. Nach dem Tierschutzgesetz dürfen Tierversuche nur durchgeführt werden, wenn zur Beantwortung der Fragestellung keine anderen Methoden oder Verfahren angewendet werden können. Trotz deutlicher Fortschritte im Bereich der Entwicklung wissenschaftlicher Alternativmethoden zu Tierversuchen besteht nach wie vor ein großer Bedarf nach weiteren Verfahren.

Der Hamburger Forschungspreis wird alle zwei Jahre für herausragende, innovative wissenschaftliche Arbeiten vergeben, die einen Beitrag dazu leisten, Tierversuche zu ersetzen oder zu minimieren. In zweiter Linie können auch Arbeiten ausgezeichnet werden, die zu einer Verbesserung der Versuchsbedingungen durch Verminderung von Schmerzen, Leiden oder Schäden führen oder die Haltungsumstände der Versuchstiere verbessern.

Über die Vergabe des Preises entscheidet eine unabhängige Jury. Details zur Ausschreibung sind unter http://www.hamburg.de/forschungspreis veröffentlicht. Die Bewerbungsfrist endet am 30. September 2018.

2016 war der Forschungspreis erstmals vergeben worden, Preisträger waren Professor Dr. Marcel Leist von der Universität Konstanz und  Dr. Christopher Weidner, wissenschaftlicher Mitarbeiter des Bundesinstituts für Risikobewertung.