Behörde für Wissenschaft, Forschung und Gleichstellung

Neuregelung Medizin-NC Länder einigen sich auf neue Regeln für Vergabe von Medizinstudienplätzen

Talentquote wird eingeführt, Wartezeitquote wird abgeschafft

Die Länder haben sich heute im Rahmen der Kultusministerkonferenz auf Eckpunkte zu einem neuen Staatsvertrag geeinigt. Dieser soll die Rahmenbedingungen für die Vergabe von Studienplätzen im Bereich Humanmedizin neu regeln. Das Bundesverfassungsgericht hatte die geltenden Regelungen als mit dem Grundgesetzt unvereinbar erklärt. Hamburg leitet die zuständige Arbeitsgruppe „Staatsvertrag Hochschulzulassung“. Wesentliche Änderung des Staatsvertrages wird der Wegfall der Wartezeitquote sein. Dafür wird eine neue Quote für sogenannte „versteckte Talente“ eingerichtet.

Länder einigen sich auf neue Regeln für Vergabe von Medizinstudienplätzen

Neben diesen Neuerungen haben sich die Länder auf die Beibehaltung der sogenannten „Abiturbestenquote“ von mindestens 20 Prozent und die Beibehaltung des Auswahlverfahrens der Hochschulen geeinigt.

Katharina Fegebank, Senatorin für Wissenschaft, Forschung und Gleichstellung: „Medizinstudienplätze sind sehr begehrt. Die Zulassung muss transparent und fair sein. Neben der Abiturnote werden jetzt erstmals auch Faktoren wie die besondere Eignung mit der Talentquote berücksichtigt. Das ist ein Fortschritt für alle - zukünftig stehen nicht ausschließlich schulische Bestnoten im Vordergrund, auch der eigene Lebenslauf und individuelles Engagement spielen eine wichtige Rolle. Die medizinische Fakultät am Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf führt seit Jahren transparente und nach unterschiedlichen Kriterien ausdifferenzierte Vergabeverfahren durch und verfügt über große Erfahrung bei der Auswahl von geeigneten Studierenden. Dieses Know-How wollen wir auch weiterhin in die von Hamburg geleitete Arbeitsgruppe einbringen.“

Hintergrund:
Das Bundesverfassungsgericht (BVerfG) hat im Dezember 2017 entschieden, dass das Zulassungsverfahren zum Medizin-Studium mit dem Grundgesetzt unvereinbar ist. Die Richterinnen und Richter haben den Gesetzgeber verpflichtet, bis zum 31.12.2019 neue Regelungen zu beschließen. Zurzeit werden diese neuen Regelungen von der Arbeitsgruppe „Staatsvertrag Hochschulzulassung“ unter dem Vorsitz der Freien und Hansestadt Hamburg erarbeitet.