Behörde für Wissenschaft, Forschung und Gleichstellung

Hamburg startet eigene Landesexzellenzinitiative

Wissenschaftliche Forschung soll schnell gefördert und Vorsprung des süddeutschen Raums verringert werden

Hamburg startet eigene Landesexzellenzinitiative

landesexzellenzinitiativeDer Wissenschaftsstandort Hamburg zeichnet sich durch einige hochrangige Forschungsbereiche aus. Trotzdem konnte sich die Hansestadt in der ersten Runde der Exzellenzinitiative von Bund und Ländern in 2006/2007 mit nur einem Exzellenzcluster durchsetzen (CliSAP). Damit sich Hamburg im bundesweiten Wettbewerb der Forschungsförderung zukünftig besser positionieren kann, hat der Senat vor kurzem die Gründung einer Wissenschaftsstiftung Hamburg beschlossen.

Da die Stiftung erst im Jahr 2012 in vollem Umfang fördern wird, die nächste Runde der Exzellenzinitiative von Bund und Ländern aber voraussichtlich schon im Herbst 2010 ausgerufen wird, startet die Hansestadt jetzt eine eigene Landesexzellenzinitiative, um Hamburger Forschungsverbünde unverzüglich zu fördern. Bereits im Februar soll die Ausschreibung erfolgen, für April werden Anträge der Wissenschaftler erwartet. Die Förderung soll im Juli beginnen und bis zum Ende des Jahres 2010 reichen.

Die Landesexzellenzinitiative zielt dabei – wie auch die Wissenschaftsstiftung – auf die Förderung exzellenter Grundlagenforschung ab, deren Schwerpunkte entweder auf der Forschung in Projekten (Exzellenzcluster) oder auf der strukturierten Ausbildung von Nachwuchswissenschaftlern (Graduiertenschulen) liegen. Sie wird auch die fachspezifischen Besonderheiten der Geistes- und Sozialwissenschaften berücksichtigen. Exzellenzcluster sollen in einem Umfang von etwa 1 Mio. Euro pro Jahr und Graduiertenschulen im Umfang von etwa 150.000 Euro pro Jahr gefördert werden, je nach Volumen des Antrages. Der Senat stellt dafür in den Jahren 2009 und 2010 bis zu 15 Mio. Euro zur Verfügung.

Wissenschaftssenatorin Dr. Herlind Gundelach: „In der ersten Runde der Exzellenzinitiative von Bund und Ländern hat sich gezeigt, dass Bundesländer, die über spezielle Förderprogramme zur erfolgreichen Einwerbung von Drittmitteln verfügen, besonders erfolgreich abgeschnitten haben. Insbesondere in den süddeutschen Bundesländern, aber auch in Niedersachsen und Berlin, konnten Forschungsschwerpunkte  davon profitieren. Den Vorsprung dieser Länder gilt es jetzt aufzuholen.

Die „Bordmittel“ der Universitäten und deren Partner reichen dafür in der Regel nicht aus.  Mit der Landesexzellenzinitiative wollen wir hervorragende Forschungsbereiche in den Hamburger Hochschulen zügig identifizieren und rechtzeitig an die Förderungsfähigkeit durch überregionale Förderer, wie z.B. die Deutsche Forschungsgemeinschaft oder die EU, heranführen und günstige Voraussetzungen vor allem für eine Antragstellung in der zweiten Runde der Exzellenzinitiative von Bund und Ländern schaffen. Die Lücke zwischen der staatlichen Grundfinanzierung der Hochschulen und den Fördermitteln überregionaler Förderer kann so bestmöglich geschlossen werden.“

Alle Hamburger Universitäten können Anträge stellen. Weitere Partner, insbesondere außeruniversitäre Einrichtungen, sind erwünscht und werden ebenfalls gefördert. Unternehmen können sich beteiligen, müssen sich jedoch an der Finanzierung beteiligen. Die Auswahl der Forschungsprojekte wird ausschließlich nach Kriterien wissenschaftlicher Exzellenz erfolgen. Gefördert werden nur Projekte, die sich im Wettbewerb mit anderen Projekten als Beste durchgesetzt haben. Die Anträge sollen durch externe Wissenschaftler begutachtet werden, die Entscheidung über die Förderung erfolgt durch ein mit Experten besetztes Auswahlgremium.

Mit Ablauf des Jahres 2010 wird die Landesexzellenzinitiative vollständig in der Wissenschaftsstiftung Hamburg aufgehen. Die Forschungsbereiche sollen dann von der Stiftung weiter gefördert werden. Ziel ist es, Ende 2012 entweder eine Förderung durch den Bundeswettbewerb oder alternative Drittmittel-Förderungen durch überregionale Förderer zu erhalten.

Für die künstlerischen Hochschulen, die erfahrungsgemäß durch die Exzellenzinitiativen auf Landes- und Bundesebene nicht angesprochen werden, soll die Wissenschaftsstiftung Hamburg bereits Ende 2009 Mittel ausschütten, damit bedarfsgerechte Förderprogramme aufgelegt werden können.

Ausschreibung für die Landesexzellenzinitiative Hamburg:

- Ausschreibung Landesexzellenzinitiative
  
(PDF/24 KB)

- Hinweise zur Antragstellung Landesexzellenzcluster
  
(PDF/21 KB)

- Hinweise zur Antragstellung Landesgraduiertenschulen
  
(PDF/21 KB)

- Kriterien zur Bewertung von Landesexzellenzclustern
  
(PDF/16 KB)

- Kriterien zur Bewertung von Landesgraduiertenschulen
  
(PDF/16 KB)

Ansprechpartner:

Frau Dr. Birgit Gruner
(birgit.gruner@bwf.hamburg.de, 040/42863-4089)

Herr Dr. Rolf Greve
(rolf.greve@bwf.hamburg.de, 040/42863-2338)