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Modellprojekt startet: Neue Wege aus Wohnungs- und Obdachlosigkeit für junge Menschen

09.03.2009

Das Hamburger Hilfesystem für wohnungs- und obdachlose Menschen ist umfangreich und vielfältig. Zum 16. März wird es im Rahmen eines modellhaften Wohnprojektes um eine neue Maßnahme ergänzt, die sich speziell an junge Wohnungslose im Alter von 18 bis 25 Jahren richtet.

„Junge Wohnungslose haben ganz besondere Problemlagen, die wir mit dem neuen Wohnprojekt gezielt angehen“, sagt Hamburgs Sozialsenator Dietrich Wersich. „Unsere Intention dabei ist es nicht nur, dauerhafte Wohnungslosigkeit frühzeitig zu verhindern und die Betroffenen bei der Integration in eigenen Wohnraum zu unterstützen, sondern gleichzeitig Perspektiven für Ausbildung und Beruf zu entwickeln, damit sie schnell und sicher wieder auf eigenen Füßen stehen.“ Dies entspricht auch einer Vereinbarung aus dem Koalitionsvertrag.

Das einjährige Modellprojekt wird am Montag kommender Woche mit vorerst 19 Plätzen in der Unterkunft „An der Hafenbahn“ von „fördern und wohnen AöR“ im Bezirk Hamburg-Mitte seine Arbeit aufnehmen. Es richtet sich vorrangig an junge Wohnungslose im Alter von 18 bis 25 Jahren aus dem Bezirk Hamburg-Mitte mit der Bereitschaft, ihre eigene Lebenssituation verbessern zu wollen. Die Wohnungslosen werden in separaten Wohnbereichen untergebracht, um durch diese räumliche Trennung vom Wohnungslosenmilieu einer Verfestigung ihrer Situation entgegenzuwirken. Die Unterbringung wird grundsätzlich auf drei Monate mit einer Verlängerungsoption auf sechs Monate befristet, in denen die Projektteilnehmer von einer sozialpädagogischen Fachkraft betreut und bei der Neustrukturierung ihrer Lebensumstände unterstützt werden. Hierbei wird eng mit den Fachstellen für Wohnungsnotfälle sowie der ARGE zusammengearbeitet. Nach Ablauf der Modellphase soll über die Fortführung und gegebenenfalls Ausweitung des Projektes entschieden werden.

Hintergrund: Um zu vermeiden, dass in Wohnungsnot geratene Menschen „auf der Straße“ leben müssen, hat jeder wohnungslose Mensch einen Anspruch auf öffentliche Unterbringung. Im Jahr 2008 waren in Hamburg rund 2.500 wohnungslose Menschen öffentlich untergebracht, davon etwa 220 im Alter zwischen 18 und 25 Jahren. In den öffentlichen Wohnunterkünften stehen ausreichend und aktuell freie Kapazitäten zur Verfügung. So waren Ende Januar 2009 rund 650 Plätze in öffentlichen Wohnunterkünften frei. In der Notunterkunft Pik As sind aktuell etwa 35 Plätze nicht belegt, sodass obdachlose Hilfesuchende unbürokratisch aufgenommen werden können. Sollten diese Kapazitäten erschöpft sein, könnten sie schnell erweitert werden.

Bei der öffentlichen Unterbringung handelt es sich um eine Übergangsphase, bis die Betroffenen in eigenen Wohnraum vermittelt wurden. Hierbei werden sie unter anderem von den bezirklichen Fachstellen für Wohnungsnotfälle unterstützt, die im Jahr 2008 rund 1.660 Wohnungen an wohnungslose Haushalte vermitteln konnten.

Weitere Informationen zum Hamburger Hilfesystem für wohnungslose Menschen gibt es im Internet unter www.hamburg.de/obdachlosigkeit .

Kontaktmöglichkeit
Pressestelle der Behörde für Soziales, Familie, Gesundheit und Verbraucherschutz Julia Seifert Pressesprecherin Soziales und Familie Hamburger Straße 47 22083 Hamburg
Tel.: Fax: E-Mail:
040 42863-2889 040 42863-3849 pressestelle@bsg.hamburg.de