Behörde für Wissenschaft, Forschung und Gleichstellung

Perspektiven für die Universität Hamburg

Ergebnisse der Entwicklungsstudie mit vier Szenarien vorgestellt

Perspektiven für die Universität Hamburg

Um dem besorgniserregenden baulichen Zustand der Universität Hamburg ein Ende zu bereiten und der Uni optimale Perspektiven zu sichern, hatte Wissenschaftssenatorin Dr. Herlind Gundelach im Sommer 2008 eine Expertenstudie in Auftrag gegeben, um vier Szenarien für die bauliche Entwicklung der Universität Hamburg auf ihre Realisierbarkeit und Eignung zu prüfen. Heute wurden die Ergebnisse dieser Entwicklungsstudie vorgestellt. Die Szenarien reichen von einer Sanierung oder einem Neubau am jetzigen Standort über eine Verlegung wichtiger Bereiche der Uni von Eimsbüttel auf Teile des Kleinen Grasbrooks bis hin zu einem kompletten Hochschul-Neubau am Hafen.

Neben den Perspektiven für die Uni stellt die Studie auch die finanzielle Realisierbarkeit der einzelnen Szenarien und die Auswirkungen auf die Entwicklung der Stadt dar. Im nächsten Schritt sollen die Ergebnisse der Studie mit den Hamburger Bürgerinnen und Bürgern sowie allen Interessierten diskutiert werden. Hierzu richtet die Wissenschaftsbehörde ein Bürgerforum im Internet ein. Ziel ist es, auf Grundlage der Ergebnisse der Entwicklungsstudie und der Bürgerbeteiligung eine Entscheidung des Senats in der zweiten Jahreshälfte vorzubereiten.

Wissen als Schlüsselrolle

Die Gesellschaft befindet sich heute in einem tiefgreifenden Wandel von der Industrie- zur Wissensgesellschaft. Gerade die wissensbasierten Wirtschaftsbranchen wachsen enorm. Wissenschaft und Forschung sind ein entscheidender Erfolgsfaktor im internationalen Wettbewerb der Standorte und somit auch wesentliche Grundlagen für die Zukunft Hamburgs. Um die Hansestadt weiter auf hohem internationalem Niveau zu positionieren, müssen Attraktivität und Zukunftsfähigkeit des Standortes im Wettbewerb um Spitzenforscher, Studenten und Investoren entscheidend verbessert werden. Der Universität Hamburg kommt hierbei eine Schlüsselrolle zu. Neben der strukturell-inhaltlichen Stärkung muss auch nachhaltig in die bauliche Infrastruktur investiert werden, um den derzeitigen baulichen Missstand zu korrigieren sowie zukünftige Flächen- und Raumbedarfe zu der Uni abdecken zu können.

Desolater Bauzustand und fehlender Raum für Wachstum

Von den rund 125 Gebäuden des zentralen Campus der Universität sind ca. zwei Drittel in einem schlechten bis sehr schlechten Zustand. Bis auf wenige, in den vergangenen Jahren modernisierte bzw. neu errichtete Bauten weisen die meisten Universitätsgebäude einen erheblichen Sanierungsstau auf. Darüber hinaus benötigt die Universität in der Zukunft deutlich mehr Fläche als ihr heute zur Verfügung steht. Das zu erwartende Flächenwachstum wurde in zwei Schritten für den Zeitraum bis 2012 und bis 2020/2025 ermittelt und den Planungen zu Grunde gelegt. Wesentlich für den zunehmenden Flächenbedarf sind der steigende Personalbestand der Universität, veränderte räumliche Anforderungen an Forschung und Lehre als Folge der neuen Studienstruktur (Einführung Bachelor/Master), zu erwartendes Wachstum infolge erheblicher Budgetsteigerungen im Wissenschaftshaushalt und bei Drittmitteln für Forschungsvorhaben sowie die Entwicklung von Weiterbildungsangeboten im Rahmen des lebenslangen Lernens. Darüber hinaus werden zusätzliche Flächen für die mit der Universität verbundenen externen Forschungseinrichtungen, den Wissens- und Technologietransfer, Start-Ups und Wirtschaftskooperationen benötigt.

Dies erfordert allein bis 2012 einen Zuwachs der betrachteten Hauptnutzflächen (HNF) von derzeit rund 262.000 m² auf 304.000 m². Bis 2020/2025 ist von einem zusätzlichen Wachstum von 60.000 m² HNF auszugehen. Insgesamt ergibt sich daraus gegenüber der heute vorhandenen HNF ein zusätzlicher Bedarf von 102.000 m².

Die Studie berücksichtigt die HNF der Universität inklusive der integrierten Institutionen (z.B. Staats- und Universitätsbibliothek, Studierendenwerk) und externen Forschungseinrichtungen. Nicht einbezogen wurden die Flächen von Universitätseinrichtungen, die in keinem Szenario umziehen werden (z.B. Universitätseinrichtungen in Klein Flottbek, Bahrenfeld oder Bergedorf).

Wissenschaftssenatorin Dr. Herlind Gundelach: „Wissenschaft hatte in Hamburg lange nicht die Bedeutung und Wahrnehmung, die sie jetzt erfährt! Diese Chance – auch in der Krise – müssen wir nutzen! Gerade jetzt brauchen wir eine Investitions- und Qualitätsoffensive für Bildung, Wissenschaft und Forschung. Dies gilt insbesondere für die Universität Hamburg. Nur eine gut aufgestellte Universität trägt dazu bei, die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit und den Wohlstand unserer Stadt nachhaltig zu sichern. Wissenschaft in Hamburg muss eine langfristige Zukunfts- und Wachstumsperspektive auf Weltniveau haben, sie muss ein tragendes Standbein der Metropole werden und eng mit der Wirtschaft verzahnt sein. Hamburg als Uni-Standort muss an Attraktivität gewinnen, sonst können wir nicht zu den Spitzen-Unis in Deutschland und Europa aufschließen. Deshalb müssen wir die Universität Hamburg als fünftgrößte Universität Deutschlands fit machen. Mit der Entwicklungsstudie liegt nun eine Bestandsaufnahme der baulichen Situation der Universität Hamburg vor; Entwicklungsperspektiven werden in vier verschiedenen Szenarien mit allen ihren Möglichkeiten und Herausforderungen dargestellt.

Nachdem nun die Fakten aufbereitet sind, wünsche ich mir einen vorurteilsfreien und konstruktiven Dialog mit den Bürgern unserer Stadt. Denn es handelt sich um eine Entscheidung, die das Gesicht und das Gewicht unserer Stadt die nächsten 100 Jahre prägen wird. Die Investition in eine leistungsfähige Universität ist eine Investition in die Zukunft aller Bürgerinnen und Bürger. Deshalb soll auch ihr Votum einfließen in die Entscheidung des Senats, die für die zweite Jahreshälfte vorgesehen ist.

Wachsen mit Weitsicht – dies ist unser Leitmotiv. Unser Projekt soll dazu einen Beitrag leisten. Diskutieren Sie mit!“

Online-Bürgerforum ab 6. April

Das dreiwöchige Bürgerforum im Internet startet am 6. April 2009 unter www.zukunft-uni.hamburg.de. Hierzu wird es eine gesonderte Pressekonferenz mit Live-Start des Portals geben.

Kurzfassung und Gesamtdarstellung der Studie im Internet

Die Ergebnisse der Entwicklungsstudie als Kurzfassung sowie die Bilder der Studie als hochauflösende Grafik stehen ab sofort im Internet zum Download bereit: www.hamburg.de/bwf.

Ab dem 6. April kann dann auch die Gesamtfassung der rund 600 Seiten starken Entwicklungsstudie in Einzelkapiteln heruntergeladen werden.

Anlage: Einzeldarstellung und qualitative Beurteilung der vier Szenarien, Projektbeteiligte