•  
  •  
  •  
  •  
Behörde für Soziales, Familie, Gesundheit und Verbraucherschutz Behörde für Soziales, Familie, Gesundheit und Verbraucherschutz

Zahl der Drogentoten in Hamburg gesunken

Polizei registriert weniger erstauffällige Konsumenten harter Drogen

07.04.2009

Die Zahl der Drogentoten in Hamburg ist entgegen der bundesweiten Entwicklung im Jahr 2008 leicht gesunken und bleibt auf dem niedrigen Niveau des Vorjahres.

Gegenüber dem Jahr 2007 (59 Tote) starben im vergangenen Jahr 58 Menschen an den Folgen des Konsums illegaler Drogen. Im bundesweiten Vergleich der Großstädte fällt Hamburg in der Quote der Drogentodesfälle damit zurück. Ähnlich ist die Entwicklung bei erstauffälligen Konsumenten harter Drogen (EKhD). Bundesweit stieg die Zahl im Jahr 2008 gegenüber dem Vorjahr von 18.620 auf 19.203 Personen an. Dies entspricht einer Steigerung von drei Prozent. In Hamburg hingegen sank die Zahl der erstauffälligen Konsumenten harter Drogen gegenüber dem Jahr 2007 spürbar um 69 auf insgesamt 390 Personen (-15 %) im Jahr 2008. Somit hat sich die Zahl der registrierten EKhD in den letzten zehn Jahren mehr als halbiert (1999: 794 EKhD).

Innensenator Christoph Ahlhaus Innensenator Christoph Ahlhaus

(Michael Zapf)

Innensenator Christoph Ahlhaus: „Jeder Drogentote ist einer zu viel! Wer illegale Drogen konsumiert, setzt sich einer hohen Gefahr für seine Gesundheit und für sein Leben aus. Das muss jedem Drogenkonsumenten bewusst sein. Die konstanten Zahlen zeigen jedoch, dass die Aufklärungsarbeit der Behörden ebenso wie die konsequente Bekämpfung der Drogenkriminalität durch unsere Polizei erfolgreich ist. Die Menschen in Hamburg können sich darauf verlassen, dass wir diese erfolgreiche Drogenpolitik unbeirrt fortsetzen werden. Die Drei-Säulen-Konzeption Hamburgs, die neben Prävention und Therapie auch auf Repression setzt, ist die bewährte Handlungsgrundlage."

Dietrich Wersich, Präses der Behörde für Soziales, Familie, Gesundheit und Verbraucherschutz (Foto: Jürgens)

(Dietrich Wersich)

„Insbesondere der Rückgang von erstauffälligen Konsumenten harter Drogen in den vergangenen zehn Jahren auf die Hälfte zeigt den Erfolg unserer Präventionsarbeit“, so Gesundheitssenator Dietrich Wersich. „Die ebenfalls auf die Hälfte reduzierte Zahl der Drogentoten in diesem Zeitraum belegt zudem, dass wir in Hamburg ein wirksames Hilfe- und Unterstützungssystem haben. Besonders erfreulich ist auch, dass sich die Entwicklung in Hamburg in beiden Fällen vom Bundestrend mit seinen Steigerungen abgekoppelt hat.“

Zahlen und Entwicklungen

Entwicklung der Drogentoten in Hamburg 1998 bis 2008
Entwicklung der Drogentoten in Hamburg

(FHH)

 

Drogentote 2007

Drogentote 2008

Einwohner (31.12.2007)

Drogentote pro 100.000 Einw. (2008)

Köln

58

54

995.397

5,4

Frankfurt

44

33

659.021

5,0

Berlin

158

152

3.416.255

4,4

Hannover

22

22

518.069

4,2

München

50

50

1.311.573

3,8

Essen

32

22

582.140

3,8

Nürnberg

13

19

503.110

3,8

Mannheim

7

11

309.795

3,6

Düsseldorf

22

20

581.122

3,4

Hamburg

59

58

1.770.629

3,3

Dortmund

24

18

586.909

3,1

Stuttgart

12

12

597.176

2,0

Leipzig

12

8

510.512

1,6

Dresden

5

5

507.513

1,0

Quelle: Rauschgift - Jahreskurzlage 2008 des Bundeskriminalamtes; Einwohnerzahlen des Statistischen Bundesamtes.

 

Die Hauptursachen für den Drogentod sind nach bisherigen Erkenntnissen weiterhin:

  • Überdosis von Betäubungsmitteln, insbesondere Heroin,
  • Langzeitschäden oder
  • Suizide.

Die Maßnahmen erfolgreicher Drogenpolitik in Hamburg

Hamburg weist im Hinblick auf Beratung, Prävention und Therapie ein differenziertes ambulantes Hilfesystem auf, bestehend aus über 24 Beratungsstellen Freier Träger für Menschen mit Suchtproblemen. Die Angebote umfassen Suchtberatung, Therapievermittlung, soziale Stabilisierung und Integration sowie ambulante Therapie. Dazu gehören auch fünf Kontakt- und Beratungsstellen für Drogenabhängige mit Konsumräumen und die Beratung in Haftanstalten. Heroinabhängige, die substituiert werden, können in sieben spezialisierten Einrichtungen sowie in einigen Suchtberatungsstellen psychosoziale Betreuung erhalten. Darüber hinaus wurden entsprechend dem Senatskonzept "Drogenfreie Kindheit und Jugend" zusätzliche regionale Angebote für suchtgefährdete Jugendliche eingerichtet, u.a. in den Bezirken Altona, Bergedorf, Hamburg-Nord, Wandsbek und Harburg.

Neben Prävention und Therapie haben die konsequente Bekämpfung und Ahndung der Dro­genkriminalität durch Polizei und Justiz sowie die nachhaltige Zerschlagung der offenen Dro­genszene maßgeblich zum Erfolg der Hamburger Drogenpolitik beigetragen. Zur Sicherung die­ses Erfolges führt die Polizei auch weiterhin präventive und repressive Maßnahmen sowohl im Stadtteil St. Georg, als auch anlassbezogen im gesamten Stadtbereich durch und hält den ho­hen Verfolgungsdruck auf Dealer aufrecht. 

Kontaktmöglichkeit
Pressestelle der Behörde für Soziales, Familie, Gesundheit und Verbraucherschutz Rico Schmidt Pressesprecher Gesundheit und Verbraucherschutz Hamburger Straße 47 22083 Hamburg
Tel.: Fax: E-Mail:
040 42863-3478 040 42863-3849 pressestelle@bsg.hamburg.de