Kulturbehörde

Olaf Metzel mit dem Lichtwark-Preis geehrt

29. Januar 2010

Hamburger Künstler Stefan Marx und Dirk Stewen erhalten das Lichtwark-Stipendium

Kulturförderung, Lichtwark-Preis Olaf Metzel

Im Rahmen eines Senatsempfangs hat die Senatorin für Kultur, Sport und Medien, Prof. Dr. Karin v. Welck, dem Bildhauer Olaf Metzel heute in der Galerie der Gegenwart der Hamburger Kunsthalle den mit 10.000 Euro dotierten Lichtwark-Preis 2009 überreicht. Das Lichtwark-Stipendium in Höhe von insgesamt 5.000 Euro erhielten die Hamburger Künstler Stefan Marx und Dirk Stewen.

Senatorin v. Welck: „Olaf Metzel gehört zu den bedeutendsten und international bekanntesten deutschen Künstlern. Seine Werke treffen den Nerv der Gesellschaft, vor allem seine Skulpturen im öffentlichen Raum rufen breite öffentliche Diskussionen über aktuelle Themen wie Aggression, Gewalt, Verdrängung und Ausländerfeindlichkeit hervor. Ich freue mich sehr, Olaf Metzel den Lichtwark-Preis zu überreichen – in Erinnerung an Alfred Lichtwark, der die Kunsthalle als erster Direktor mit großer Ausdauer und Überzeugungskraft für die zeitgenössische Kunst geöffnet hat.“

Der Senat der Freien und Hansestadt Hamburg hat den Lichtwark-Preis 1951 aus Anlass des 100. Geburtstags von Alfred Lichtwark gestiftet. Der Preis ist mit 10.000 Euro dotiert und wird alle fünf Jahre vergeben. Zu den Preisträgern gehörten bisher u.a. Max Ernst, Joseph Beuys, Sigmar Polke und Hanne Darboven. Parallel zum Lichtwark-Preis wird ein Stipendium in Höhe von insgesamt 5.000 Euro vergeben. Unter den bisherigen Stipendiaten waren u.a. Horst Janssen, Armin Sandig, Jeanne Faust und Christoph Schäfer.

Für Bildmaterial können Sie sich an die Pressestelle der Behörde für Kultur, Sport und Medien wenden, unter ilka.vonbodungen@bksm.hamburg.de oder 040-42824 293.

 


Lichtwark-Preis 2009

Informationen zu den ausgezeichneten Künstlern

 

Olaf Metzel wurde 1952 in Berlin geboren. Er studierte von 1971 – 77 in Berlin an der Freien Universität und der Hochschule der Künste. Seit 1990 ist er Professor für Bildhauerei an der Akademie der Bildenden Künste in München. Er war 1987 mit seinen Werken auf der documenta 8 vertreten und wurde u.a. mit dem Arnold–Bode–Preis in Kassel (1994) und dem Kunstpreis der Stadt Darmstadt (1996) ausgezeichnet.

Aus der Begründung der Jury:

„Ein streitbarer Bildhauer, der sich offensiv mit den sozialen und politischen Realitäten auseinandersetzt und das Bewusstsein der Öffentlichkeit für Unterdrückung, Verdrängung, Ausgrenzung und Gewalt in unserer Gesellschaft schärft. Dabei greift er Reizthemen der Staatsgewalt, der Ausländerfeindlichkeit, der verhängnisvollen deutschen Geschichte und der Aggression in sozialen Brennpunkten auf, ohne sie moralisierend zu verharmlosen. Wie kaum einem anderen Künstler gelingt es Olaf Metzel, den indirekten und direkten Formen der Gewalt mit ästhetischen Mitteln Ausdruck zu verleihen, ohne diese bloß zu illustrieren oder sich in der Anklage zu erschöpfen.“

 

 

Stefan Marx wurde 1979 in Schwalmstadt geboren und studierte an der Hochschule für Angewandte Wissenschaften in Hamburg. Er kreiert u.a. Entwürfe für Cover und Plakate und gestaltet eigene Bücher, die er selbst herausbringt.

Aus der Begründung der Jury:

„Nicht zuletzt durch den skizzenhaften Zeichenstil drücken die Zeichnungen von Marx eine Energie und Dynamik aus, die den zeitgenössischen Lebensbedingungen entspricht, auf sie reagiert und sie kommentiert. Teils findet das Kommentierende buchstäblichen Ausdruck in hintergründigen Slogans voll unterschwelliger Ironie.“


 

Der 1972 geborene Dirk Stewen studierte an der Hochschule für bildende Künste in Hamburg. Seine raumgreifenden, präzise angeordneten Installationen aus Collagen, Fotografien, Zeichnungen und Aquarellen waren bereits in zahlreichen nationalen und internationalen Ausstellungen zu sehen.

Aus der Begründung der Jury:

„Seine Bilder spielen mit aufgeladenen Momenten intensiver Emotionen. In seinen raumgreifenden, präzise angeordneten Installationen aus Collagen, Fotografien, Zeichnungen und Aquarellen experimentiert er mit sexuellen Konnotationen, mit den Klischees erotischer Spiele. Auch wenn seine Arbeiten von Obsessionen, Ängsten und Demütigung sprechen, haben sie immer etwas Fragiles und hinterlassen beim Betrachter ein Gefühl von atmosphärischer Leichtigkeit.“

29. Januar 2010