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Behörde für Soziales, Familie, Gesundheit und Verbraucherschutz Behörde für Soziales, Familie, Gesundheit und Verbraucherschutz

Zocken und Daddeln um Geld: Nur vermeintlich ein Spaß - mit oft verhängnisvollen Folgen

Fachtagung „Hier können Sie gewinnen“ zur Vermeidung von Glückspielsucht – Erneute Kampagne gegen Glückspielsucht

09.11.2010, 14:00 Uhr

Es ist eigentlich nichts Neues, dass manche Menschen sich und ihr soziales Umfeld beim Glücksspiel ruinieren. Immerhin gelten in Deutschland 0,2 bis 0,6 Prozent der 18- bis 65jährigen als Glücksspielsüchtig. In Hamburg leben nach Schätzungen rund 10.000 Menschen, die abhängig vom Glückspiel sind. Dennoch ist es notwendig das Thema von Tabus zu befreien, die Risiken rund um das „Zocken und Daddeln“ zu verdeutlichen und auf vorhandene Hilfen aufmerksam zu machen.

Dietrich Wersich, Präses der Behörde für Soziales, Familie, Gesundheit und Verbraucherschutz (Foto: Jürgens)

(Dietrich Wersich)

„Krankhaftes Glücksspiel wird noch immer weniger wahrgenommen als beispielsweise die Abhängigkeit von Alkohol oder Drogen. Leider sind auch die Präventions- und Hilfeangebote weniger bekannt. Nur rund zehn Prozent der Betroffenen suchen sich, vielfach erst nach Jahren, professionelle Hilfe“, so Gesundheitssenator Dietrich Wersich. „Die Bereitschaft Hilfe anzunehmen entsteht oftmals erst in akuten Krisensituationen, wenn längst eine manifestierte Symptomatik vorliegt oder nach massivem Druck von Angehörigen und Freunden. Vielfach sind dann bereits hohe Schulden aufgelaufen oder der finanzielle Ruin ist nicht mehr abzuwenden. Soweit muss es nicht kommen! Wir haben in Hamburg Stellen, die schnell und unbürokratisch Hilfe bieten können. Auf diese wollen wir aufmerksam machen.“

Unter dem Motto „Hier können Sie gewinnen“ veranstalten die fünf norddeutschen Bundesländer Hamburg, Bremen, Niedersachsen, Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern am 10. November in Hamburg eine Fachtagung um sich über Strategien auszutauschen, wie das Thema mehr in die Öffentlichkeit gerückt werden kann und Betroffene früher erreicht werden. Hamburg nutzt den Zeitpunkt der Veranstaltung, um die neue Staffel der Kampagne „automatisch verloren“ zu starten. Im Rahmen der Kampagne, die bereits 2009 zum Einsatz kam, werden erneut 40.000 auf Infocards klebende Coins für Einkaufswagen mit der Telefonnummer der Helpline Glückspielsucht 040 – 23 93 44 44 verteilt. Der Coin symbolisiert dabei den Spieleinsatz, das fehlende, ausgestanzte Drittel stellt den wahrscheinlichen Verlust dar.

Die Infocards werden ergänzt durch Plakate, verteilt über Behörden, Beratungsstellen und Gaststätten sowie über Seitenscheibenplakate in den Hamburger U- und S-Bahnen, die ebenfalls über die zentrale Helpline Glücksspielsucht informieren und auf das Internetangebot unter www.automatisch-verloren.de verweisen. Dort stehen weitere Informationen zu wohnortnahen Beratungsangeboten sowie das Kampagnenmotiv zum Download bereit.

Kontaktmöglichkeit
Pressestelle der Behörde für Soziales, Familie, Gesundheit und Verbraucherschutz Rico Schmidt Pressesprecher Gesundheit und Verbraucherschutz Hamburger Straße 47 22083 Hamburg
Tel.: Fax: E-Mail:
040 42863-3478 040 42863-3849 pressestelle@bsg.hamburg.de