Behörde für Wirtschaft und Arbeit

Mindestlöhne für Bäcker jetzt allgemeinverbindlich

21. Februar 2011 16:40Uhr

Die Behörde für Wirtschaft und Arbeit hat mit der Allgemeinverbindlicherklärung der Gehälter für Bäcker und Bäckereiverkäufer den Schutz vor Lohndumping in Hamburg gestärkt.

Die Bäckerinnung der Hansestadt Hamburg wie auch die Landesinnung Schleswig-Holstein und die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten hatten sich im August 2010 auf einen neuen Tarifvertrag geeinigt. Demnach verdienen Bäcker im ersten Jahr ab 11 Euro pro Stunde, Verkäufer in Betrieben, die gemäß Eintragung in der Handwerksrolle das Bäckerhandwerk ausüben einschließlich angegliederter Betriebe ab 9,58 pro Stunde und ungelernte Arbeitnehmer ab 8,69 für einfache Arbeiten wie Brot schneiden oder Reinigungsarbeiten. Die tariflichen Entgelte steigen gestaffelt nach Beruf und Beschäftigungsjahren.

Auf gemeinsamen Antrag der Tarifparteien hat die Wirtschaftsbehörde im Anschluss an die Sitzung des Tarifausschusses am 21. Februar 2011 die Regelungen des neuen Tarifvertrages in weiten Teilen für allgemeinverbindlich in Hamburg erklärt. Damit erstreckt sich der Geltungsbereich auch auf jene Unternehmen und Mitarbeiter in Hamburg, die nicht im Verband bzw. in der Gewerkschaft engagiert sind.

Senator Ian Karan: „Durch die Allgemeinverbindlicherklärung beugen wir Lohndumping in Hamburg vor. Trotz einer Tarifbindung von mehr als 80 Prozent in den Bäckereien sind schwarze Schafe und Billigkonkurrenz ein Problem. Einige Unternehmen in Hamburg wurden bereits wegen sittenwidriger Löhne erfolgreich verklagt. Dabei benötigen wir Fachpersonal, das für die vielfältigen Herausforderungen ausgebildet ist und zum Beispiel auf eine Umsetzung der europäischen Lebensmittelhygieneverordnung achtet oder im Interesse der Arbeitssicherheit die Mehlstaubkonzentration minimiert.

Und es geht natürlich auch darum, schmackhaftes Brot herzustellen und gegen die Konkurrenz in Tankstellen und Backshops zu verteidigen. Für gutes Personal sollen auch gute Löhne gezahlt werden. Viele Betriebe suchen händeringend nach neuen Mitarbeitern in Voll- oder Teilzeit und Auszubildenden. Hier bieten sich im Aufschwung auch neue Chancen für Jugendliche und Arbeitslose.“

Ausgenommen wurden auf Wunsch der Arbeitgebervertreter im Tarifausschuss neben Meistern in verantwortlicher Stellung sowie Bäckerwerkern und Büroangestellten auch die Regelungen zur mehr als 10-jährigen Berufszugehörigkeit, um den bisher nicht tarifgebundenen Unternehmen den Übergang in einen branchenspezifischen Mindestlohn zu erleichtern.

Der Tarif- und Manteltarifvertrag ist bei den Tarifparteien und der Behörde für Wirtschaft und Arbeit einsehbar. Der Umfang der Allgemeinverbindlicherklärung kann ebenfalls bei der Behörde für Wirtschaft und Arbeit sowie den Tarifparteien erfragt werden und wird zeitnah in den Amtsblättern des Landes und des Bundes veröffentlicht.

21. Februar 2011 16:40Uhr