Behörde für Gesundheit und Verbraucherschutz

Schmallenberg-Virus: Erstmals vier bestätigte Fälle in Hamburg

3. Februar 2012

Auch in Hamburg wurden bei Schafen und Heidschnucken die ersten Infektionen mit dem so genannten „Schmallenberg-Virus“ festgestellt. Untersuchungen des Friedrich-Loeffler-Instituts (FLI) bestätigten den Verdacht bei vier missgebildeten Lämmern.

Erkrankungsfälle bei Schafen, Ziegen und Rindern wurden über das nationale Tierseuchen-nachrichtensystem bereits aus zehn anderen Bundesländern (Baden-Württemberg, Bayern, Brandenburg, Hessen, Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz, Sachsen-Anhalt, Schleswig-Holstein und Thüringen) in damit insgesamt 240 Betrieben gemeldet. Auch in den Niederlanden, Belgien, Frankreich und Großbritannien wurde das Virus nachgewiesen. Die in Hamburg betroffenen Lämmer stammen aus zwei Schafherden aus Bergedorf bzw. Harburg.

Das Virus, das nach derzeitigem Kenntnisstand für Menschen ungefährlich ist, wird durch bisher nicht genau identifizierte Vektoren (wie z.B. blutsaugenden Mücken) übertragen und führt bei erwachsenen Rindern, Schafen und Ziegen in der Regel nur zu leichten Erkrankungssymptomen. Aufgrund der Witterung ist momentan eine Übertragung durch Mücken auszuschließen, deshalb gehen Fachleute vorerst nicht von Neuinfektionen aus. Werden die Tiere jedoch in einer bestimmten Phase der Trächtigkeit infiziert, können Schäden in Form von Totgeburten oder Missbildungen auftreten. Es ist deshalb davon auszugehen, dass Rinder, Schafe und Ziegen, die im Spätsommer und Herbst des vergangenen Jahres während der Trächtigkeit eine Infektion durchgemacht haben, weitere tote oder missgebildete Lämmer bzw. Kälber gebären werden. Impfstoffe gegen die Infektion stehen noch nicht zur Verfügung.

Am Institut für Hygiene und Umwelt (HU), einer Einrichtung der Behörde für Gesundheit und Verbraucherschutz, ist das Nachweisverfahren für das Schmallenberg-Virus inzwischen etabliert, so dass zukünftig Verdachtsfälle auch in Hamburg untersucht werden können. Neben den vier vom FLI bestätigten Hamburger Fällen liegen vier weitere Verdachtsfälle zur Untersuchung im HU vor. Sieben abgeschlossene Untersuchungen von totgeborenen Lämmern brachten keinen Virusnachweis.

3. Februar 2012