Behörde für Arbeit, Soziales, Familie und Integration

Kinderbetreuung Sozialbehörde: Auch behinderte Kinder haben Anspruch auf Kindertagesbetreuung ab 2 Jahren

Erhöhter Bedarf für die zusätzliche Betreuung wird von der Stadt finanziert

1. Oktober 2012

Aufgrund eines heute erschienenen Presseartikels stellt die Behörde für Arbeit, Soziales, Familie und Integration (BASFI) klar: Der in Hamburg vorgezogene Rechtsanspruch für zweijährige Kinder gilt uneingeschränkt auch für behinderte bzw. von Behinderung bedrohte Kinder.

Sozialbehörde: Auch behinderte Kinder haben Anspruch auf Kindertagesbetreuung ab 2 Jahren

Wenn ein solches Kind in einer Kita angemeldet wird und sich durch die Behinderung ein erhöhter Betreuungsbedarf ergibt, kann die Kita einen entsprechenden Antrag auf zusätzliche Erzieherstunden bei der BASFI stellen. Wenn der zusätzlich Betreuungsbedarf nachvollziehbar ist, wird er von der Behörde genehmigt. Diese Regelung stellt sicher, dass der Rechtsanspruch auch für behinderte Kinder umgesetzt wird.

Für die 3- bis 6 jährigen behinderte Kinder wird die Eingliederungshilfe (heilpädagogische und medizinisch-therapeutische Leistungen) in den Kita-Alltag integriert. Die jetzige Form der Finanzierung als Teilentgelt Eingliederungshilfe besteht seit 2006. Benötigt z.B. ein vierjähriges Kind Physiotherapie so findet sie in der Kita statt. Dies erspart den Eltern den Aufwand, während oder nach der Kita ihr Kind noch zum Therapeuten zu bringen.

Finanziert wird dieses System zu 100% aus Hamburger Landesmitteln. Auch die in den Kitas erbrachten therapeutischen Leistungen werden von der Stadt Hamburg – und nicht von den eigentlich dafür zuständigen Krankenkassen – bezahlt. (Mit den Krankenkassen wird über eine finanzielle Beteiligung an diesem System seit einiger Zeit verhandelt.)

Bei den unter 3-jährigen Kindern wird die Eingliederungshilfe in interdisziplinären Frühförderstellen bzw. Sozialpädiatrischen Zentren geleistet. Einige interdisziplinäre Frühförderstellen kooperieren bereits mit Kitas und erbringen ihre Leistungen im Rahmen des Kita-Alltags. Sie rechnen diese Leistungen dann über die Krankenkassen und den Sozialhilfeträger ab. Allerdings wird die Eingliederungshilfe bei den zweijährigen Kindern nicht flächendeckend in allen Kitas angeboten.

Ziel des Hamburger Senates ist es, die Eingliederungshilfe für die unter 3-jährigen Kinder ebenfalls in den Kitas zu erbringen, denn dies macht es den Eltern leichter. Dies kann aber erst dann umgesetzt werden, wenn die Krankenkassen sich daran beteiligen.

Zum Hintergrund

Die Frühförderung ist ein System von Hilfen für behinderte und von Behinderung bedrohte Kinder und ihre Familien. Sie beginnt mit der Feststellung einer Entwicklungsauffälligkeit und endet in der Regel mit dem Schuleintritt. Angeboten wird die Frühförderung an 21 Stellen in Hamburg. Zurzeit befinden sich knapp 340 Kinder unter 3 Jahren in einer Frühförderung.

Weitere Informationen finden Sie im Internet unter www.hamburg.de/behinderung

1. Oktober 2012