Behörde für Schule und Berufsbildung

Gymnasium

Keine Rückkehr zu G9

Rückkehr zu G9 würde Hamburger Gymnasien zu mehrjähriger Reformbaustelle machen

14. Januar 2013 15:30Uhr

Zur Debatte über die Schulzeitverkürzung auf zwölf Jahre bis zum Abitur an den Hamburger Gymnasien sagt Schulsenator Ties Rabe: „Es gibt in der Tat gute Gründe für und gegen eine verlängerte Schulzeit. Deshalb werden in Hamburg flächendeckend beide Wege angeboten: das Abitur nach neun Jahren an den Stadtteilschulen und das Abitur nach acht Jahren an den Gymnasien. Zudem können Gymnasiasten schon jetzt nach Klasse 10 in die 3-jährige Oberstufe der Stadtteilschulen übergehen und haben so auch G9.

Wer das jetzt wieder ändern will, zettelt ohne Not einen großen Schulstreit an, der Politik, Verbände, Öffentlichkeit, Lehrer, Eltern und Schüler jahrelang in Atem halten wird. Gleichzeitig werden Hamburgs Gymnasien in eine mehrjährige Reformbaustelle gestürzt. Stundentafeln, Stundenpläne, Bildungspläne, Ausbildungs- und Prüfungsordnungen, Stellenpläne, Raumpläne, Baupläne und vieles mehr – praktisch die gesamte Mechanik der Gymnasien müsste in einem langwierigen Verfahren mit unübersehbaren Folgewirkungen geändert werden. Ähnliche, vergebliche Versuche anderer Bundesländer zeigen: Diese Baustelle würde die Gymnasien jahrelang lähmen.

Nach der Schulzeitverkürzung an den Hamburger Gymnasien haben dort mehr Schülerinnen und Schüler als jemals zuvor das Abitur gemacht, und auch die Leistungen sind besser geworden. Darauf sollten wir aufbauen und uns auf das Wesentliche konzentrieren: eine gute Schule. Nach meinem Eindruck wünschen sich Hamburgs Eltern an den Gymnasien eine verlässliche Schulpolitik, guten Unterricht und keine neue Reformkrise. Ich bin überrascht, dass in einer Millionenmetropole schon 335 Unterschriften genügen, um in den Medien die Grundlagen unseres gesamten weiterführenden Schulsystems in Frage zu stellen. Wer Schulfrieden will, muss auch danach handeln.“

14. Januar 2013 15:30Uhr