Behörde für Arbeit, Soziales, Familie und Integration

Investition Mehr Geld für den Opferschutz

Hamburg saniert und modernisiert alle fünf Frauenhäuser

15. Januar 2013

Mehr Geld für den Opferschutz

Der Hamburger Senat hat beschlossen, alle fünf Frauenhäuser der Stadt schrittweise zu sanieren und deren Finanzierung dauerhaft abzusichern. Die ersten Sanierungsmaßnahmen sollen bereits Ende 2013 abgeschlossen sein. Trotz der engen finanziellen Spielräume des Senats gelten die Frauenhäuser als Schonbereich. Gemeinsam mit der Hamburgischen Bürgerschaft investiert die Sozialbehörde erhebliche Summen, um die Frauenhäuser zu sanieren und zu modernisieren. So hat die Behörde bereits im Dezember 2011 rund 700 000 Euro für die erste Sanierungsphase bewilligt, um die Wohnsituation der Frauen und Kinder in den Frauenhäusern deutlich zu verbessern.

„Ich halte es für besonders wichtig, dass jede Frau jederzeit ohne bürokratische Hürden in ein Frauenhaus gehen kann, wenn sie sich in einer Notsituation befindet“, sagt Sozialsenator Detlef Scheele. „Teilweise sind die räumlichen Zustände für die Frauen in den Frauenhäusern jedoch unzumutbar. Deshalb habe ich mich darum gekümmert, dass wir die Frauenhäuser sanieren und deren Finanzierung dauerhaft absichern.“

Frauenhäuser als wesentlicher Baustein der Opferhilfe

Frauen in Notsituation werden in allen Frauenhäusern der Stadt Hamburg kostenlos und anonym aufgenommen. Seit Jahrzehnten bieten die Frauenhäuser in Hamburg als Kriseneinrichtungen gewaltbetroffenen Frauen und ihren Kindern einen sichern Zufluchts- und Rückzugsort und entlasten die Betroffenen von der traumatisierenden Gewaltsituation. Durch die professionelle Beratung und Begleitung der Frauenhausmitarbeiterinnen werden die Frauen zudem gestärkt, ihre Lebenssituation neu zu ordnen.

Finanzierung der Frauenhäuser

Die Sozialbehörde behält die pauschale Zuwendungsfinanzierung bei. Die Stadt Hamburg gewährleistet damit, dass das Angebot der Frauenhäuser weiterhin leicht und anonym zugänglich ist und die Frauen dabei nicht diskriminiert. Das bedeutet, dass in Hamburg alle von Gewalt betroffenen und bedrohten - einheimischen und ortsfremden – Frauen und deren Kinder, unbürokratisch in einem Hamburger Frauenhaus Schutz finden können, und zwar und unabhängig von deren finanziellen und leistungsrechtlichen Situation.

Damit gibt es in Hamburg weiterhin keine Zugangshindernisse. Das Hamburger Finanzierungsmodell ergänzt die pauschale Zuwendungsfinanzierung um bestimmte Abrechnungsformen, die weder die Frauenhäuser noch die aufgenommenen Frauen finanziell belasten.

Dieses Modell ermöglicht dem Land Hamburg, sich die Kosten für die Unterbringung von Frauen aus anderen Bundesländern von den Herkunftskommunen erstatten zu lassen und ist gemeinsam mit den Frauenhäusern entwickelt worden.

Damit die Frauenhäuser mehr Planungssicherheit haben, hat die Sozialbehörde die Zuwendungen für die Frauenhäuser – im Gegensatz zu den Vorjahren - auf Antrag für zwei Jahre (2013/2014) bewilligt.

Zwei Sanierungs- und Modernisierungsphasen 

Die Hamburger Frauenhäuser sind stark renovierungsbedürftig. In zwei Sanierungsphasen modernisiert die Sozialbehörde die bestehenden Räume für Frauen und deren Kinder, die sich in akuten Notsituationen befinden. Für die erste Sanierungsphase hatte die Sozialbehörde bereits Ende 2011 für die Jahre 2012 und 2013 rund 730.000 Euro zur Verfügung gestellt. Bis Ende 2013  soll alles renoviert und saniert werden, was zwingend notwendig und zeitnah umsetzbar ist. Dazu gehören beispielsweise die Sanierung von Duschen und Toiletten sowie der Einbau von neuen Heizungen, Möbeln und Küchen. Hinzu kommen Malerarbeiten in verschiedenen Zimmern und Fluren sowie kleine Elektro- und Sanitärarbeiten. Darüber hinaus müssen beispielsweise Fassaden, Fenster und Bodenbeläge erneuert werden.

In einer zweiten Phase, die noch in diesem Jahr parallel zur ersten Phase beginnen wird, werden daher weitere finanzielle Mittel in die Sanierung und Modernisierung der Frauenhäuser investiert. Im Rahmen einer Inventur sind bereits weitere Ausstattungsbedarfe der Frauenhäuser (Möbel, Betten, Spielzeug, etc.) systematisch erfasst worden. Diese sollen aus Restmitteln abgedeckt werden. Die Bürgerschaft unterstützt mit Zustimmung aller Fraktionen die zweite Phase der Modernisierungsmaßnahmen sowie die Sanierung des zweiten Hamburger Frauenhauses. Im Haushaltsjahr 2013/2014 stellt die Stadt Hamburg aus dem „Sanierungsfonds Hamburg 2020“ mindestens 1.292.000 Millionen Euro zur Verfügung, um alle fünf Frauenhäuser zu sanieren.

Außerdem wird die Sozialbehörde das so genannte zweite Hamburger Frauenhaus mit besonderer Priorität grundlegend sanieren und räumlich erweitern. Das Haus besteht aus einem Vorderhaus mit Unterkünften und Gemeinschaftsräumen für die Bewohnerinnen und einen Hinterhaus mit Küche und verschiedenen Gemeinschaftstrakten. Nach der Sanierung sollen alle Räume zweckmäßiger genutzt werden, so dass der Unterkunfts- und Wohntrakt sich künftig im Hinterhaus befinden wird.

Außerdem wird die Sozialbehörde das so genannte zweite Hamburger Frauenhaus mit besonderer Priorität grundlegend sanieren und mit einem neuen Anbau erweitern. Das Haus besteht aus einem Vorderhaus mit Unterkünften und Gemeinschaftsräumen für die Bewohnerinnen und einen Hinterhaus mit Küche und verschiedenen Gemeinschaftstrakten. Nach der Sanierung sollen alle Räume zweckmäßiger genutzt werden, so dass der Unterkunfts- und Wohntrakt sich künftig im Hinterhaus befinden wird.

Hintergrundinformationen

Insgesamt gibt es in Hamburg fünf Frauenhäuser, darunter vier autonom geführte und eine Einrichtung des Diakonischen Werkes, mit jeweils 30 bis 61 Plätzen für schutzsuchende Frauen und deren Kinder.

Insgesamt können maximal 194 Personen zeitgleich aufgenommen werden. Die Freie und Hansestadt Hamburg fördert die Frauenhäuser jährlich mit insgesamt 1.959.000 Euro. Trotz der aktuellen Konsolidierungsmaßnahmen wird dieser Betrag auch im Haushalt 2013/14 auf dem bisherigen Niveau gehalten.

Im Jahr 2011 haben insgesamt 765 Frauen und 583 Kinder Zuflucht in einem Hamburger Frauenhaus gefunden. Über die Hälfte (55,7 Prozent) hat das jeweilige Frauenhaus innerhalb einer Woche wieder verlassen, ein Viertel der Frauen ist länger als drei Monate geblieben. Rund 14 Prozent mussten aufgrund ihrer persönlichen Situation länger als sechs Monate in einem Frauenhaus wohnen.

Die durchschnittliche Auslastungsquote aller Hamburger Frauenhäuser lag im Jahr 2011 bei 94,9 Prozent. 

15. Januar 2013