Behörde für Stadtentwicklung und Umwelt

Wattenmeer

Vogel-Frühling im Nationalpark Wattenmeer

Brutzeit beginnt mit zwei- bis dreiwöchiger Verspätung

29. April 2013 11:47Uhr

vergrößern Austernfischer brütet Austernfischer brütet (Bild: Stock / LKN-SH)

Wenn die Vögel brüten, ist der Frühling da. Mit zwei bis drei Wochen Verspätung hat in den drei Wattenmeer-Nationalparken in Niedersachsen, Hamburg und Schleswig-Holstein die Brutzeit der Vögel begonnen. Sie suchen jetzt geeignete Plätze, an denen sie möglichst frei von Störungen brüten und die Jungen großziehen können. Um die Vögel zu schützen, gelten für Besucher besondere Vorschriften.

Insgesamt brüten fast 190.000 Paare Küstenvögel von mehr als 30 Arten in den deutschen Wattenmeer-Schutzgebieten. Nach der Eiablage dauert es etwa drei Wochen, bis die Küken schlüpfen und anschließend bis zu vier Wochen, bis sie flügge sind. In dieser Zeit ist besonders behutsames Verhalten in den Nationalparken und im Weltnaturerbe Wattenmeer nötig. Die Vögel nehmen alles Unbekannte, was sich in Nestnähe bewegt, als Bedrohung wahr. Bei Gefahr verlassen die Eltern das Nest, um sich in Sicherheit zu bringen oder den Feind vom Nachwuchs wegzulocken. Bis sie zurückkehren, sind Eier bzw. Küken ohne Schutz vor Kälte, Hitze oder Nesträubern. 

Küstenseeschwalben und Lachmöwen balzen derzeit am Eidersperrwerk, Austernfischer trillern auf Neuwerk und auf den Ostfriesischen Inseln sind Zwerg- und Brandseeschwalben sowie Löffler mit der Gründung der Brutkolonien beschäftigt.

Um die Vögel zu schützen, gelten bestimmte Vorschriften. Zugelassene und markierte Wege dürfen nicht verlassen werden. Die Brutgebietsmarkierung muss beachtet werden. Die Anleinpflicht für Hunde gilt in den Nationalparken ganzjährig.

Als Bodenbrüter in der offenen Landschaft haben es See- und Küstenvögel von Natur aus schwer. Harsche Wetterbedingungen und auch hoch auflaufende Gezeiten setzen ihnen zu. So nehmen die Bestände vieler Vogelarten seit Jahrzehnten ab. Bei Austernfischern, Säbelschnäblern und Küstenseeschwalben hat sich der negative Trend in den letzten zehn Jahren sogar noch verschärft. Zum Erhalt der Arten ist es unabdingbar, die Schutzvorschriften in den Nationalparken zu respektieren.

 

29. April 2013 11:47Uhr