Senatskanzlei

Wissenschaft und Forschung Spitzenforschung und Ausbildungsinnovationen für einen starken IT-Standort Hamburg

Erster Bürgermeister Olaf Scholz besuchte Fachbereich Informatik der Universität Hamburg

Am 15. Mai 2014 besuchte der Erste Bürgermeister der Freien und Hansestadt Hamburg, Olaf Scholz, den Fachbereich Informatik der Universität Hamburg. Bei seinem Besuch informierte sich der Bürgermeister aus erster Hand über Leistungsspektrum und Innovationsimpulse der Informatikforschung und -lehre an der Universität. Bei seinem Besuch unterstrich Scholz sein Bekenntnis zum IT-Standort Hamburg: „Die Digitalisierung revolutioniert Wirtschaft und Gesellschaft. Nur durch vorausschauende Veränderungen kann es gelingen, diesen Wandel aktiv zu gestalten. Dafür sind IT-Innovationen und gut ausgebildete Fachkräfte unerlässlich“. Die Bedeutung der Informatik für Hamburg hob die Leiterin des Fachbereichs Informatik, Prof. Dr. Ingrid Schirmer, hervor: „Ca. 10% der sozialversicherungspflichtigen Beschäftigten in Hamburg arbeiten in der Informationstechnologie, sei es bei IT-Dienstleistern oder in den Hamburg kennzeichnenden Branchen. Wenn in allen Bereichen Informationstechnologie heute Innovationsmotor ist, wird deutlich, wie eng wirtschaftliches Wachstum und die Entwicklung der Stadt von der Informatik und entsprechendem Fachpersonal abhängen.“

Spitzenforschung und Ausbildungsinnovationen für einen starken IT-Standort Hamburg

Die Informatik an der Universität ist eng mit dem IT-Standort Hamburg verzahnt. Der Fachbereich ist mit jährlich über 600 Studienanfängern im Bachelor- und Masterstudium der mit Abstand größte Träger für die akademische Ausbildung dringend gesuchter IT-Fachkräfte in Hamburg. Mit seinem zukunftsweisenden Masterstudiengang „IT-Management und -Consulting (ITMC)“ und über das HITEC-Technologietransferzentrum ist der Fachbereich ferner Partner von namhaften Unternehmen der Hamburger Wirtschaft.

Die Informatikerinnen und Informatiker stellten bei einem Rundgang die Bedeutung und die breiten Anwendungsmöglichkeiten ihrer Forschung unter Beweis, insbesondere für Innovationen in den Bereichen Gesundheit, Mobilität und digitale Medien. Dabei wurde auch die starke interdisziplinäre und internationale Vernetzung der Informatikforschung an der Universität deutlich. So kooperieren beispielsweise Informatiker auf Initiative des Hamburger Informatikprofessors Jianwei Zhang mit führenden Neurowissenschaftlern und Psychologen in Hamburg und Peking, um Lernen besser zu verstehen und lernende Systeme zu entwickeln.

Im Thema Gesundheit zeigten die Forscher, wie die Herausforderung des demografischen Wandels besser bewältigt werden können. So führt Forschung über lernende Systeme dazu, dass Roboter Stürze und Hilfebedarfe von Menschen erkennen können. Einfache Spracherkennung verbessert Verständigung zwischen mobilitätseingeschränkten Menschen und Assistenzsystemen. Smarthome-Technik und neue Software stärkt die soziale Vernetzung im Stadtquartier. Auch kann durch Informatikforschung im Verbund mit Naturwissenschaftlern die Entdeckung neuer Wirkstoffmoleküle verbessert werden. Im Bereich Mobilität wurde sichtbar, wie interaktive Leitstände und eine automatische Erkennung von Serviceleistungen am Flughafen komplexe, täglich durchzuführende Logistikaufgaben verbessern. Schließlich setzen sich die Informatiker kritisch mit den Herausforderungen digitaler Medien auseinander. Sie zeigen, wie technische Systeme bei der Unterscheidung privater und geschäftlicher Nutzung mobiler Geräte helfen können, wie wir mehr über unser Zusammenleben aus sozialen Netzwerken lernen können, aber auch welche Risiken für Datenschutz und Privatheit entstehen, weil Menschen allein durch ihr Surf-Verhalten im Internet identifiziert werden können.

Auch die Studierenden zeigten eindrucksvoll ihr Engagement. So betreiben sie beispielsweise eine Roboterfußballmannschaft und ein IT-Sicherheitsteam mit erfolgreicher Beteiligung an nationalen und internationalen Wettbewerben. Die Fachschaft Informatik ist eine der aktivsten in Deutschland und verfügt über gute Kontakte zu anderen Universitäten im In- und Ausland sowie in die Hamburger Wirtschaft.  

Bürgermeister Scholz unterstrich bei seinem Besuch die Bedeutung von Informatik-Spitzenforschung am Standort Hamburg und begrüßte die existierende Vernetzung mit der Wirtschaft: „Das Netzwerk macht IT-Innovationen für alle Branchen nutzbar. Das ist wichtig“, so der Erste Bürgermeister. Fachbereichsleiterin Ingrid Schirmer ist überzeugt: „Einerseits die künftigen Herausforderungen der Digitalisierung bewältigen, andererseits die Attraktivität des IT-Standorts gewährleisten und ausbauen: Das sind zentrale, miteinander verbundene Herausforderungen, denen wir uns stellen.“

Der Erste Bürgermeister verließ den Fachbereich nicht mit leeren Händen. Professor Walid Maalej, gerade zum deutschen Nachwuchswissenschaftler des Jahres gekürt, überreichte zum Abschied ein Überraschungsgeschenk des Fachbereichs: einen Gutschein für eine App, die im Rahmen eines studentischen Projektes für die Senatskanzlei entwickelt werden soll.