Behörde für Schule und Berufsbildung

Qualifizierung Schulabgänger 2014: Zahl der Ausbildungsanfänger steigt auf bisherigen Höchststand

1.893 Schulabgängerinnen und -abgänger von Stadtteilschulen und ReBBZ-Bildungsabteilungen beginnen direkt eine Berufsausbildung

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Die Zahl der Jugendlichen, die nach Klasse 10 der Stadtteilschulen oder ReBBZ-Bildungsabteilungen (frühere Förderschulen) direkt in eine Berufsausbildung gewechselt sind, ist in diesem Jahr erheblich angestiegen. 1.893 Jugendliche begannen direkt nach der Schule eine Berufsausbildung, das sind 450 mehr als im Vorjahr und sogar 555 mehr als 2012. Weitere 1.910 Jugendliche ohne Ausbildungsplatz werden in den berufsbildenden Schulen auf eine Ausbildung vorbereitet. 1.245 Schulabgänger wechselten in andere Anschlussangebote wie Bundeswehr oder freiwilliges soziales Jahr. Schulsenator Ties Rabe: „Dank der Jugendberufsagentur bekommen immer mehr Jugendliche direkt nach der Schule einen Ausbildungsplatz, zudem geht kein Jugendlicher mehr beim Übergang von der Schule in den Beruf verloren. Die eingeleiteten Reformen beginnen zu wirken.“

Senator Ties Rabe: „Mit drei entscheidenden Reformmaßnahmen haben wir den Übergang von der Schule in den Beruf verbessert. Seit 2013 werden Schülerinnen und Schüler schon in der Schule gezielt auf Beruf und Studium vorbereitet. Die 2012 gegründete Jugendberufsagentur begleitet und berät alle Schulabgänger aktiv beim Übergang von der Schule in den Beruf. Und die bereits 2011 reformierten Übergangsmaßnahmen der berufsbildenden Schulen führen Jugendliche ohne Ausbildungsplatz schneller als bisher in ein Ausbildungsverhältnis. Dass dies immer besser gelingt, zeigen die steigenden Übergangszahlen in die Berufsausbildung: 450 Ausbildungsanfänger mehr als im Vorjahr sind ein wichtiges Signal. Jeder Jugendliche ist wichtig, keiner darf nach der Schule verloren gehen und alle sollen eine passgenaue Anschlussperspektive bekommen.“

Michaela Bagger, Operative Geschäftsführerin der Agentur für Arbeit Hamburg: „Für Jugendliche in Hamburg ist die Berufswahl transparenter und planbarer geworden. Denn mit der flächendeckenden neuen Berufs- und Studienorientierung erreichen wir die Mädchen und Jungen sehr viel früher und können so den individuellen Berufswahlprozess nahtlos begleiten und ihnen jede gewünschte Hilfe anbieten. Was unsere Berufsberaterinnen und -berater zuvor allein anboten, geschieht jetzt im Team mit allen Partnern in der Jugendberufsagentur und ermöglicht den Jugendlichen einen guten Übergang von der Schule in eine Berufsausbildung, ein Studium oder Angebote der Berufsvorbereitung.“

Jugendliche werden nach der Schule systematisch begleitet

Im Rahmen der neuen „Berufs- und Studienorientierung“ werden die Jugendlichen bereits in der Schule ab Klasse 8 auf den Übergang in Beruf und Studium vorbereitet. Jeder Jugendliche kann so seinen Weg in Ausbildung oder Schule klären und vorbereiten. Das entscheidende Scharnier zwischen Schule und Beruf übernimmt dann die Jugendberufsagentur (JBA). Fachleute aus Arbeitsagentur, Jobcenter, beruflichen Schulen und Bezirksämter arbeiten in sieben bezirklichen Standorten der Jugendberufsagentur unter einem Dach zusammen und beraten und begleiten alle Schulabgängerinnen und Schulabgänger beim Weg in die Berufsausbildung. Unterstützt werden sie dabei von den Schulen. Dank dieser Zusammenarbeit ist erstmals gewährleistet, dass jeder Jugendliche nach der Schule eine Perspektive bekommt und kein Jugendlicher beim Übergang in den Beruf verloren geht. Wer keinen Ausbildungsplatz bekommen hat, wird im Rahmen der neuen „dualisierten Ausbildungsvorbereitung“ an den berufsbildenden Schulen gezielt auf die Berufswelt vorbereitet.

Dank der Jugendberufsagentur stehen jetzt im dritten Jahr präzise Daten zu den Übergangszahlen zur Verfügung. Aufgrund einer einmaligen Schulreform sind die Daten des Jahres 2013 allerdings nicht repräsentativ. Im Jahr 2014 haben 5.059 Schülerinnen und Schüler vor dem Eintritt in die Oberstufe die Stadtteil- und ReBBZ-Bildungsabteilungen (frühere Förderschulen) verlassen (2012: 5.307). 1.893 Jugendliche (2012: 1.338) konnten direkt im Anschluss an die Schule eine berufliche Ausbildung beginnen, 555 mehr als zwei Jahre zuvor. Die Quote stieg damit von 25,2 auf 37,4 Prozent. 25,1 Prozent der Jugendlichen begannen eine betriebliche Ausbildung (1.270), 9,5 Prozent eine Ausbildung an einer vollqualifizierenden Berufsfachschule (480), 2,4 Prozent im Rahmen der Berufsqualifizierung (122) und 0,4 Prozent außerbetrieblich (21).

1.910 Jugendliche ohne Ausbildungsplatz (2012: 2.054) begannen in den berufsbildenden Schulen eine Ausbildungsvorbereitung zur Vorbereitung des Übergangs in den Beruf. 1.245 Jugendliche (2012: 1.905) wechselten in andere Anschlussmaßnahmen wie zum Beispiel Bundeswehr, freiwilliges soziales Jahr, freiwilliges ökologisches Jahr, oder ihre Schulpflicht endete und sie wechselten in Anschlussmaßnahmen der Arbeitsagentur. 394 von ihnen, die nicht mehr schulpflichtig sind und noch keine Anschlussperspektive haben, erhalten Beratungsangebote. Neben noch freien betrieblichen Ausbildungsstellen stehen hierfür geförderte Ausbildungsplätze oder Berufsvorbereitungsmaßnahmen zur Verfügung sowie freie Plätze in der Berufsqualifizierung im Hamburger Ausbildungsmodell.

Auch in diesem Jahr konnte die Jugendberufsagentur lückenlos sicherstellen, dass kein Jugendlicher nach Abschluss der Schule verloren ging. Wenn Jugendliche nach Schulabschluss weder einen Ausbildungsplatz erlangen noch sich an den berufsbildenden Schulen oder bei der JBA angemeldet haben, werden die Beraterinnen und Berater der JBA aktiv, schreiben die Jugendlichen an oder besuchen sie zu Hause. Gegen elf schulpflichtige Jugendliche wurde wegen Fernbleibens ein Absentismusverfahren eingeleitet, 43 schulpflichtige Jugendliche waren zum Stichtag 15. September in aufsuchender Beratung der JBA.
Von den 1.910 schulpflichtigen Jugendlichen ohne Ausbildungsplatz wechselten 177 in Produktionsschulen und 1.733 in die dualisierte Ausbildungsvorbereitung an den berufsbildenden Schulen. Im Rahmen dieser Ausbildungsvorbereitung lernen sie sowohl im Betrieb als auch in den berufsbildenden Schulen, um zügig in eine Berufsausbildung überzugehen. Die Ausbildungsvorbereitung ist seit dem Schuljahr 2013/14 Regelangebot an jetzt 21 berufsbildenden Schulen, davon acht mit einem inklusiven Angebot.

Dualisierte Ausbildungsvorbereitung schafft Chancen

Die neue Ausbildungsvorbereitung für Jugendliche ohne Ausbildungsplatz hat den nachträglichen Übergang in die Berufsausbildung ebenfalls deutlich verbessert. 1.077 Jugendliche ohne Ausbildungsplatz (47,9 Prozent) konnten dank der Ausbildungsvorbereitung nach spätestens einem Jahr eine Ausbildung oder Beschäftigung beginnen. Im Einzelnen begannen 644 (2012/13: 588) eine betriebliche Ausbildung, 178 (2012/13: 164) eine geförderte Ausbildung und 93 Jugendliche (2012/13: 58) eine schulische Berufsausbildung. 162 Jugendliche gingen in Arbeit und Beschäftigung über (2012/13:135). Aus den Produktionsschulen sind weitere 159 Jugendliche in Ausbildung oder eine sozialversicherungspflichtige Beschäftigung übergegangen.

Als weitere Maßnahme für Jugendliche ohne Ausbildungsplatz hat sich die Berufsqualifizierung bewährt: Sie können an den beruflichen Schulen direkt eine Ausbildung in ausgewählten Berufen beginnen und sie später in Betrieben fortsetzen. Im Schuljahr 2013/14 schlossen rund 70 Prozent der Teilnehmerinnen und Teilnehmer ihr BQ-Jahr erfolgreich ab und wechselten in eine duale Berufsausbildung. Jugendliche, die nach erfolgreichem Bestehen des ersten Jahres keinen betrieblichen Ausbildungsplatz gefunden haben, setzen ihre Berufsausbildung bei einem Träger fort und erhalten dadurch eine Ausbildungsgarantie. Für das Schuljahr 2014/15 konnten 470 BQ-Plätze in 18 Schulen für insgesamt 31 Berufe bereitgestellt werden, von denen derzeit 276 Plätze belegt sind.

Für Rückfragen der Medien:

Hamburger Institut für Berufliche Bildung (HIBB)
Dr. Angela Homfeld, Leitung Öffentlichkeitsarbeit
Tel. (040) 4 28 63 – 2842
E-Mail: angela.homfeld@hibb.hamburg.de
Internet: www.hibb.hamburg.de

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