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Charta von Florenz Hamburg ist 63. Mitglied im europäischen Netzwerk der gentechnikfreien Regionen

Hamburg bekennt sich zur Gentechnikfreiheit in der Landwirtschaft und im Gartenbau.

Hamburg ist 63. Mitglied im europäischen Netzwerk der gentechnikfreien Regionen

Heute ist Hamburg als 63. Mitglied im Europäischen Netzwerk der gentechnikfreien Regionen aufgenommen worden. Die Übergabe der Beitrittsurkunde fand im Rahmen der internationalen Konferenz „GMO Free Europe – Future Opportunities and Challenges” statt, auf der politische Vertreter und zivilgesellschaftliche Akteure den Einsatz von Gentechnik in der Landwirtschaft diskutieren. http://www.gmo-free-europe.org/

Damit kommt der Senat dem Wunsch der Verbraucher nach gentechnikfreien, regional erzeugten Lebensmitteln nach und setzt eine Ankündigung aus dem Agrarpolitischen Konzept 2020 um.

Verbunden mit dem Beitritt wird der Senat konkrete Projekte und Maßnahmen umsetzen, um die Gentechnikfreiheit im Gartenbau und in der Landwirtschaft zu unterstützen. Neben konkreten finanziellen Anreizen für Landwirte im Rahmen des Hamburger Agrarförderprogramms, wie bspw. die Erhöhung der Fördersätze für den ökologischen Landbau, sind auch Informationsangebote für Verbraucher sowie die Förderung von Kooperationen und lokalen Initiativen geplant.

Europäisches Netzwerk der gentechnikfreien Regionen Charta von Florenz

Am 4. Februar 2003 schlossen sich 21 Regionen im Europäischen Netzwerk der gentechnikfreien Regionen zusammen. Die zentralen Forderungen des Zusammenschlusses wurden im Jahr 2005 in der so genannten Charta von Florenz konkretisiert.

Die wichtigsten Ziele der Charta sind:

  • der Einsatz für nationale bzw. regionale Befugnisse, unabhängig von dem Zulassungsverfahren auf europäischer Ebene, Anbauverbote von gentechnisch veränderten Pflanzen zu erlassen,
  • die Einflussnahme auf die europäischen Institutionen zur Überarbeitung des derzeit gültigen Genehmigungsverfahrens zur Zulassung von gentechnisch veränderten Pflanzen,
  • die Einführung des Verursacherprinzips bei Verunreinigungen von Ernte und Saatgut,
  • die Sicherstellung und Förderungen von gentechnikfreiem Saatgut,
  • die Unterstützung von internationalen Vereinbarungen zur Zertifizierung von gentechnikfreien Rohmaterialen,
  • der Erhalt der Artenvielfalt der Regionen und
  • der Schutz dieser Artenvielfalt vor Patentierung

Mittlerweile sind 64 europäische Gebietskörperschaften dieser Interessensgemeinschaft beigetreten. Die Mitgliedsregionen stammen aus Belgien, Frankreich, Italien, Österreich, Spanien, Kroatien, Griechenland und Großbritannien. Aus Deutschland sind die Bundesländer Schleswig-Holstein, Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz, Saarland, Thüringen sowie Baden-Württemberg Mitglieder im Netzwerk. Zusammen mit Hamburg ist Bremen dem Netzwerk beigetreten. Damit sind elf deutsche Bundesländer Mitglied im Netzwerk.