Behörde für Wissenschaft, Forschung und Gleichstellung

Neues Verfahren Hochschulzugang von Flüchtlingen - Kultusministerkonferenz beschließt Regelungen

Die Kultusministerkonferenz der Länder (KMK) hat sich auf Regelungen zum Hochschulzugang für geflüchtete Studienbewerberinnen und Studienbewerber geeinigt, die keinen Nachweis über ein Abitur vorlegen können.

Hochschulzugang von Flüchtlingen - Kultusministerkonferenz beschließt Regelungen

Die Länder haben sich gestern auf ein faires und qualitätsgesichertes Verfahren für den Hochschulzugang von Flüchtlingen ohne Papiere verständigt. Danach soll zukünftig bei Flüchtlingen ohne Papiere oder mit unvollständigen Papieren ein dreistufiges Verfahren angewandt werden: In einer ersten Stufe wird geprüft, ob die betreffende Person über einen asyl- bzw. aufenthaltsrechtlichen Status verfügt, der in eine der festgelegten Kategorien fällt (unter anderem asylberechtigt ist oder als Flüchtling oder subsidiär Schutzberechtigter anerkannt wurde). In einer zweiten Stufe wird geprüft, ob die behauptete Bildungsbiographie plausibel ist, also insbesondere in sich stimmig ist und mit den Verhältnissen im Herkunftsland konform geht. In einer dritten Stufe erfolgt dann grundsätzlich ein qualitätsgeleitetes Prüfungs- beziehungsweise Feststellungsverfahren (zum Beispiel durch studienvorbereitende Kurse mit abschließender Prüfung). Sofern die betroffene Person Originaldokumente oder beglaubigte Kopien vorlegt, aus denen der Erwerb der Hochschulzugangsberechtigung indirekt geschlossen werden kann, könnte bei hinreichender Plausibilität auch auf die dritte Stufe verzichtet werden.

Mit diesem Vorgehen steht ein qualitätsgesichertes Verfahren zur Verfügung, das allen ausreichend vorgebildeten Flüchtlingen eine faire Zugangsmöglichkeit zum Studium eröffnet, ohne bei den bewährten hohen Standards Abstriche zu machen.

Katharina Fegebank, Senatorin für Wissenschaft, Forschung und Gleichstellung: "Die Beschlüsse der KMK bringen jetzt verbindliche Regelungen, wie wir Geflüchteten mit Abitur, aber ohne Zeugnisse und Papiere, ein Studium ermöglichen können. In Hamburg werden wir die von der KMK beschlossenen Regelungen anwenden. Selbstverständlich werden wir darauf achten, dass es hierbei nicht zu einer Absenkung von Standards kommt."

Die praktische Handhabung in den Ländern war bisher uneinheitlich. Ein früherer Beschluss der Kultusministerkonferenz regelte die Möglichkeiten, die Hochschulzugangsberechtigung indirekt nachzuweisen. Falls Studieninteressierte aus politischen Gründen gehindert waren, konnten sie den erforderlichen Vorbildungsnachweis im Original bzw. in beglaubigter Kopie vorlegen. Nicht geregelt waren bislang Fälle, in denen Nachweise über die behauptete Hochschulzugangsberechtigung vollständig fehlten.