Kulturbehörde

Internationales Symposium: Sternwarten um 1900

Tagung zu Sternwarten als Weltkulturerbe im Oktober in Hamburg

7. Oktober 2008 12:26 Uhr

Anlässlich des 175jährigen Bestehens der Hamburger Sternwarte als staatliches Institut findet vom 15. bis zum 17. Oktober 2008 in Hamburg Bergedorf im Haus im Park und auf der Sternwarte das internationale ICOMOS-Symposium „Cultural Heritage: Astronomical Observatories (around 1900) – From Classical Astronomy to Modern Astrophysics“ statt.

Internationales Symposium: Sternwarten um 1900

Ziel des Symposiums ist es, die Bedeutung moderner Sternwarten für das kulturelle Erbe der Menschheit zu diskutieren und für eine Bewerbung der Hamburger Sternwarte als UNESCO-Weltkulturerbe vergleichbare kulturhistorische Stätten als internationale Kooperationspartner für eine serielle transnationale Bewerbung zu gewinnen.  

 

Senatorin für Kultur, Sport und Medien, Prof. Dr. Karin v. Welck: „Die Hamburger Sternwarte ist ein kulturhistorisches Kleinod und ein Kulturdenkmal von internationalem Rang. Daher unterstützen wir die Bewerbung um den Status als Weltkulturerbe ausdrücklich. Mit dem Ensemble Chilehaus, Kontorhaus-Viertel und Speicherstadt steht Hamburg bereits auf der UNESCO-Tentativliste für das Jahr 2014. Für die Sternwarte wollen wir einen neuen Weg beschreiten und ich bin optimistisch, dass es uns mit dieser Tagung gelingt, Partner von vergleichbaren Anlagen aus aller Welt für eine länderübergreifende Kooperationsbewerbung zu gewinnen.“  

 

Wissenschaftssenatorin Dr. Herlind Gundelach: „Die Erforschung der Entstehung unseres Sonnensystems und auch die extragalaktische Planetenforschung sind eine wesentliche Voraussetzung dafür, das Universum als Ganzes, seine Entstehung und seinen Aufbau zu verstehen. Die Ernennung der Sternwarte zum Weltkulturerbe im Rahmen einer Kollektivbewerbung würde die historisch-wissenschaftliche Bedeutung der Universitätseinrichtung in diesem Fachbereich unterstreichen. Der Erhalt des Gebäudeensembles wäre ein großer kultureller Gewinn für Hamburg und muss insoweit als gesamthamburgische Aufgabe verstanden werden.“ 

 

Präsidentin der Universität Hamburg, Prof. Dr.-Ing. habil. Monika Auweter-Kurtz:

„Die Sternwarte ist nicht nur die älteste wissenschaftliche Einrichtung unserer Universität, sie ist auch von besonderer Bedeutung für die Stadt Hamburg. Hier können alle Interessierten die Faszination moderner Astronomie und die historischen Wurzeln dieser eindrucksvollen Wissenschaft und ihrer Instrumente erfahren. Besonders für Schulen hält die Sternwarte ein umfangreiches Programm bereit. Die Erhaltung des Gebäudeensembles und seiner Ausstattung ist allerdings mit Kosten verbunden, die unsere Universität allein nicht aufbringen kann. Die Ernennung zum Weltkulturerbe wäre eine große Chance für dieses wissenschaftliche Denkmal, das Geschichte und Gegenwart naturwissenschaftlicher Forschung erlebbar macht.“ 

 

Kern des Weltkulturerbe Symposiums ist eine wissenschaftliche Tagung mit Vorträgen von Vertretern möglicher Partnerobservatorien aus aller Welt, die aufgrund der Entstehungszeit, der architektonischen und wissenschaftlichen Bedeutung mit der Hamburger Sternwarte vergleichbar sind, sowie Beiträgen renommierter Wissenschaftler aus den Bereichen Kulturerbe und Denkmalpflege. Wissenschaftssenatorin Dr. Herlind Gundelach wird die Tagung am Mittwoch, den 15. Oktober offiziell eröffnen. Den Auftaktvortrag hält Prof. Dr. Michael Petzet, Präsident des Internationalen Denkmalrats ICOMOS.  

 

Für die Öffentlichkeit finden am Mittwoch Führungen auf dem Gelände der Sternwarte, ein großer Empfang sowie eine Podiumsdiskussion mit Senatorin Prof. Dr. Karin v. Welck, Prof. Dr. Monika Auweter-Kurz, Prof. Dr. Michael Petzet, Präsident des Internationalen Denkmalrats ICOMOS, und Anette Liebeskind von der Deutschen Stiftung Denkmalschutz statt. Für Donnerstag, den 16. Oktober ist von der Behörde für Wissenschaft und Forschung und die Universität anlässlich des Jubiläums der Universitätseinrichtung Sternwarte ein Senatsempfang im Hamburger Rathaus vorgesehen.  

 

Das Symposium wird veranstaltet von der Behörde für Kultur, Sport und Medien/Denkmalschutzamt Hamburg und ICOMOS in Zusammenarbeit mit der Behörde für Wissenschaft und Forschung, der Universität Hamburg und dem Bezirksamt Bergedorf. Unterstützer und Förderer sind die Buhck-Stiftung, die Körber-Stiftung, die Bergedorfer Zeitung und die Senatskanzlei Hamburg. 

 

Die von Johann Georg Repsold gegründete Hamburger Sternwarte stand seit 1825 zunächst in den Wallanlagen, wurde 1833 als Staatsinstitut übernommen und wegen schlechter Sichtbedingungen 1906 - 1912 auf dem Gojenberg in Bergedorf neu errichtet. Sie war damals eine der modernsten und größten Sternwarten Europas und ist heute nahezu komplett erhalten. Das gilt für das Sternwartengelände mitsamt der historischen Gebäude und deren Ausstattung ebenso wie für die optischen Geräte und deren technische Ausführung. Damit bildet die Hamburger Sternwarte ein wissenschafts- und architekturgeschichtliches Kulturdenkmal von internationaler Bedeutung. 1996 wurde die Gesamtanlage der Sternwarte als in die Denkmalliste der Freien und Hansestadt Hamburg aufgenommen. 2008 wurde sie von Kulturstaatsminister Bernd Neumann offiziell zum „Kulturdenkmal von nationalem Rang“ ernannt und gehört damit zu einem Kreis von rund 500 herausragenden Denkmälern in der Bundesrepublik, zu denen unter anderem der Hamburger Michel und die Frauenkirche in München zählen.

 

Die Fotos sind bei Nennung des Fotografen Holger Weitzel honorarfrei zu verwenden.

7. Oktober 2008 12:26 Uhr